Er war ein Hippie, doch er landete im Vietnamkrieg und wurde Agent. Sprecher Andi Königsmann hat aus Max Claros Roman „Der Rausholer“ ein fesselndes Hörbuch gemacht.

Sprecher Andi Königsmann verwandelt Max Claros Roman „Der Rausholer“ in einen Film zum Hören

17. November 2022 | Bernhard Berkmann

Der Rausholer Hörbuch


Vom Hippie zum Soldaten der U.S. Army

Dies ist die wahre Geschichte des Michael Müller, der in den 70er Jahren das Abi in München schmeißt, von seiner Mutter vor die Tür gesetzt wird und sich in die USA absetzt. Dort lebt er zunächst ein Hippieleben, bis ihn der Hunger in die Arme zweier Rekrutierer der U.S. Army treibt. Sie bezahlen ihm ein Essen im Fastfood-Restaurant und überreden ihn dazu, Soldat zu werden. Ihr Versprechen: Die Army würde für Müller sorgen und einen richtigen Mann aus ihm machen. Der Vietnamkrieg sei bestimmt zu Ende, bis er mit seiner Ausbildung fertig wäre.

Wenige Monate später findet sich Michael in Vietnam wieder

Wenige Monate später findet sich unser Held auf einem Schlachtfeld des Vietnamkriegs wieder. Neben ihm sterben Kameraden, Michael Müller ist entsetzt. Doch er hat einen starken Überlebenswillen. Tatsächlich gelingt ihm auf schier unglaubliche Weise die Flucht. Fortan ist er Deserteur und mit solchen geht das amerikanische Militär nicht zimperlich um.

Die CIA macht Max Claros Helden ein gefährliches Angebot

Doch als sich Michael Müller den Entscheidern stellt und ihnen die unerhörte Geschichte seiner Flucht beichtet, machen Sie ihm ein Angebot: Da es ihm gelungen ist, auf so abenteuerliche Weise und ohne Geld um den halben Erdball zu fliehen, hätte er das Zeug zum Agenten und könnte für die CIA arbeiten. Alternativ drohe ihm eine hohe Gefängnisstrafe wegen Fahnenflucht. Müller wird Agent.

Michael Müller wird „Der Rausholer“, auch im Auftrag der BRD

Fortan übernimmt er im Auftrag der CIA brisante und gefährliche Missionen: Mal schleust er dubiose Zielpersonen aus Ostblockländern und dem Mittleren Osten in den Westen. Mal befreit er 141 deutsche Geiseln aus der Islamischen Republik Iran im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland.

Andi Königsmann verwandelt Max Claros Roman in einen Film zu Hören

„Der Rausholer“ ist ein fesselnder Agententhriller. Dass er nun auch als Hörbuch vorliegt, ist große Klasse. Sprecher Andi Königsmann, bekannt aus vielen Hörbuchproduktionen, Moderationen und Werbespots, verwandelt Max Claros Abenteuerroman mit seiner klaren, klingenden Stimme, die in genau den richtigen Momenten konspirativ und spannend wird, in einen Film zum Hören. Sporadisch eingespielte Hintergrundgeräusche regen das Kopfkino zusätzlich an.

Der Rausholer

Wir führten mit Max Claro ein Gespräch über „Der Rausholer“:


Herr Claro, Ihr Buch „Der Rausholer“ erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der in den 1970er-Jahren das Gymnasium abbricht, sich – obwohl er eher der Hippiebewegung anhängt – der U.S. Army anschließt, in Vietnam landet, desertiert und schließlich als Geheimagent für die CIA und den BND arbeitet. Wenn man das so zusammenfasst, hört sich das reichlich übertrieben an. Aber Sie erzählen es so realistisch, dass uns beim Lesen das Gefühl beschleicht, Sie selbst könnten dieser Michael Müller sein. Ist das so?

Das Werk ist ein Roman. Aber Sie haben recht: Dieser Roman enthält sehr viele autobiographische Elemente. Das meiste habe ich selbst so erlebt. Viele der handelnden Personen gab es oder gibt es wirklich.

In den USA stellt unser Held fest, dass es gar nicht so leicht ist, sich ohne Beruf durchs Leben zu schlagen. Er lernt Zuhälter und heroinabhängige Prostituierte kennen, er wird Assistent eines Sandbild-Künstlers in Los Angeles, arbeitet als Fisch-Sortierer in San Diego und landet schließlich bei der Army. Warum sind Sie ausgerechnet zur Army gegangen, wo Sie doch eher friedensbewegt waren?

Die Flower-Power-Make-Love-Not-War-Wochen in Südkalifornien gehörten zu den schönsten Zeiten in meinem Leben. Dennoch war mir – im Gegensatz zu meinen Hippie-Freunden – immer klar, dass dies nur eine überschaubare Phase sein durfte. Schließlich war ich nach Amerika gekommen, um es „vom Tellerwäscher zum Millionär“ zu bringen und nicht, um mir die Welt schönzuträumen. Die Army-Anwerber in ihren schmucken Uniformen waren leider die einzigen, die mir regelmäßige Mahlzeiten und meinem Leben eine Perspektive boten. Natürlich hatte ich Angst, in Vietnam als Kanonenfutter verheizt zu werden und – mindestens genauso schlimm – auf andere Menschen schießen zu müssen. Aber die Pentagon Papers, die den Kriegsgegnern enormen Aufwind gaben, waren gerade veröffentlicht worden und so glaubte ich der Prognose meiner Anwerber, der Vietnamkrieg sei längst zu Ende, wenn ich mit meiner Ausbildung durch wäre. Eine Fehleinschätzung …

Und wie kam es, dass Sie im Dezember 1971 plötzlich im vietnamesischen Da Nang standen?

Ich sollte den letzten Teil meiner praktischen Ausbildung zum Feldsanitäter in einem mobilen Zelthospital in Da Nang absolvieren. Die Verlegung kam plötzlich und unerwartet.


Lesen Sie das komplette Interview zu „Der Rausholer“ hier

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