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Herr Farakos, Ihr Buch „DAS UMDENKEN – Dein Denken beeinflusst dein Leben“ ist eine Anleitung zu einer neuen Denkweise. Was ist das Besondere an Ihrem Ansatz?
Das Umdenken ist eine Lebenseinstellung. Das Besondere am Umdenken ist die Art und Weise wie wir uns im Buch dieser Lebenseinstellung annähern. Ein wichtiger Bestandteil ist das eigene Bewusstsein. Mit dem Bewusstsein – über das eigene Leben und über die Dinge, die uns beflügeln – motivieren oder eben auch demotivieren, erkennen wir, was uns im Leben antreibt und was uns hindert. Der Leser wird an die Hand genommen und wie in einer Anleitung Schritt für Schritt dem Umdenken nähergebracht. Angefangen beim Bewusstsein, dann weiter zum eigenen Denken und im nächsten Schritt zum Umdenken. Ich denke, dass das Einzigartige am Umdenken die Folgekapitel darstellen. Während der Leser auf der einen Seite dazu motiviert wird, dass alles auch mit Ruhe und Gelassenheit möglich ist, wird er im gleichen Zuge auch auf Rückschläge vorbereitet. Sprich, man wird nicht mit einer neuen Einstellung im Leben alleine gelassen. Ich mache ganz bewusst darauf aufmerksam, dass sich das Leben nicht ändert nur weil man fortan positiv denken möchte, sondern gebe den Lesern auch Vorgehensweisen mit auf dem Weg, damit sie langfristig davon profitieren. Auf eine pragmatische, leicht verdauliche und lebensnahe Weise.
Was hat Sie zu dieser Art des Umdenkens inspiriert – gab es da ein Schlüsselerlebnis oder eine bestimmte Erfahrung?
Ich denke, es war der Moment, in dem ich esoterische und metaphysische Denkansätze, sowie Aussagen zum positiven Denken angezweifelt habe. Ich betrachtete sie nur noch als Floskeln, die uns eher Schaden zufügen, anstatt uns zu helfen. Ich war es satt, positiv zu denken, da das Leben trotz dieser Einstellung immer wieder einen draufsetzte. Und in diesen Momenten der Enttäuschung und der vielen Fragen, die ich mir selbst zu meinem Leben und dem Sinn des Lebens stellte, verspürte ich klare Momente, die mein Bewusstsein fortan von Grund auf ändern sollten. Denn das Geheimnis darüber, wie wir zur inneren Ruhe und Gelassenheit kommen, liegt in der Entwicklung eines Bewusstseins zu sich selbst. Hört sich alles höchst esoterisch an, aber ich beschreibe diesen Weg dahin größtenteils fernab von der Esoterik, um es greifbar zu machen.
Was erwarten Sie von Ihrem Leser oder Ihrer Leserin, damit das Umdenken auch ganz praktisch funktioniert?
Meinen Lesern sage ich folgendes: Lasst euch auf das Buch ein! Glaubt mir, dass ihr nichts weiter tun müsst, als euch auf das Gelesene aufmerksam einzulassen. Ich habe dieses Buch so geschrieben, dass man sich an einem roten Faden entlang hangeln kann und sich an die Hand genommen fühlt. Doch damit das Umdenken auch langfristig hilft, wird es immer wieder nötig sein, sich und sein Verhalten in bestimmten Situationen immer wieder selbst zu reflektieren. Wer denkt, dass es ausreicht in einem Buch motivierende Worte zu lesen, den muss ich enttäuschen. Ohne den eigenen Willen, sich selbst kennenzulernen, wird dieses Buch nichts nützen. Hört sich anstrengend und fordernd an, doch glaubt mir, sich über Kleinigkeiten aufzuregen ist weit anstrengender. Es lohnt sich also.
Sie fordern uns auf zu mehr Ruhe und Stille. Das ist leicht gesagt, wenn man sich total gestresst von seinem Alltag oder frustriert von seinen Mitmenschen fühlt. Was soll man da machen?
Eines meiner Lieblingszitate aus dem Buch lautet: „Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.“ Und das trifft irgendwie auch den Nagel auf den Kopf, denn dieses Zitat des chinesischen Philosophen Konfuzius teilt uns mit, dass wir uns den Kleinigkeiten im Leben widmen müssen, um einen Berg (voll von Belastungen) abzutragen. Wenn wir lernen, uns zu Beginn nicht mehr von Kleinigkeiten beeindrucken zu lassen und nicht mehr negativ auf diese reagieren, dann ist schon ein sehr großer Teil unserer Lasten verschwunden. Wenn einem erst einmal bewusst wird, mit was für Themen und Kleinigkeiten man seinen Kopf täglich belastet und worüber man sich Gedanken macht, dann wird einem auch schlagartig bewusst, dass in unseren Köpfen etwas schief läuft. Je weniger wir uns belastenden Kleinigkeiten widmen, desto mehr Platz räumen wir unseren konstruktiven Problemlösungsgedanken ein.
Welche Rolle spielt unser Bewusstsein in Ihrem Konzept?
Mit dem Bewusstsein steht und fällt alles. Je mehr wir uns über uns selbst und unser Leben bewusst sind, desto mehr erlangen wir die Fähigkeit, das Leben und die Dinge, die im Leben passieren, objektiv zu betrachten. Und die Objektivität ist einer der Schlüssel zu Ruhe und Gelassenheit. Mit der Entwicklung des Bewusstseins nähern wir uns auch der Fülle. Also einem Zustand der Zufriedenheit, Balance und der inneren Ruhe.
Sie schreiben auch von Erfahrung, Einstellung und Wahrnehmung. Was verbirgt sich hinter dieser Dreiecksbeziehung?
Unsere Erfahrungen bilden unsere Einstellungen. Je nachdem, wie wir eingestellt sind, nehmen wir auch die Dinge wahr. Diese Dreiecksbeziehung ist von großer Bedeutung und spielt im Rahmen der Selbstreflexion eine wichtige Rolle. Um heute zu erfahren, warum wir uns manchmal über dieses und jenes aufregen, müssen wir uns darauf besinnen, warum wir eine gewisse Einstellung haben und welche Erfahrungen möglicherweise dazu geführt haben könnten. Eine mögliche Lösung für die Zukunft hat ihren Ursprung nicht selten in der Vergangenheit.
Interessant ist Ihre Methode, mit Problemen umzugehen. Ihr Vorschlag: Wenn es uns gelingt, gelassen mit vergangenen Problemen umzugehen, warum nicht auch mit aktuellen? Könnten Sie das bitte noch ein bisschen genauer erklären?
Wenn wir manchmal an Momente zurückdenken, die uns früher schwer belastet haben und uns keinen klaren Gedanken fassen ließen, dann tun wir es aus weiter Entfernung. Sprich, diese Probleme, die für uns damals hart zu bewältigen waren, können uns heute nicht mehr berühren. Diese teils riesigen Probleme haben wir aus der Welt geschafft; und da wir sie damals, wenn auch nur mit Mühe beseitigt bekommen haben, können wir heute darauf gelassen zurückblicken und sogar auf den Lösungsweg, mit dem wir sie gemeistert haben. Und eben dieser unbekümmerte Moment, in welchem wir uns im sicheren Heute mit vergangenen Themen beschäftigen können, bringt uns hier auch ein Stück weiter. Denn wie wäre es denn, wenn man einem riesigen Problem, das heute passiert, mit einer ähnlichen Gelassenheit begegnen könnte? Wenn wir lernen, uns nicht mehr von Problemen beeindrucken und einschüchtern zu lassen, sondern sie objektiv zu betrachten, dann räumen wir unseren Gedanken Platz zur Problemlösung ein. Denn das Problem ist nicht das Problem, sondern die Einstellung, mit der wir diesem Problem begegnen.
Sie sehen auch eine direkte Verbindung zwischen unserem Denken und unserer Angst?
Richtig. Die Art und Weise, wie wir bestimmten Themen gegenüber eingestellt sind, manifestiert sich auch in unseren Gedanken. Unser Denken wägt ab, vergleicht, mustert und macht vieles mehr. Treten nun bestimmte Ereignisse in unseren Leben auf, zu denen wir im Laufe unseres Lebens Ängste entwickelt haben, so werden diese Ängste, ob berechtigt oder unberechtigt, unsere Denkweise in eine bestimmte Richtung lenken. Diese Denkweise nimmt Einfluss auf unsere Wahrnehmung, was dazu führt, dass wir bestimmte Situationen oder Ereignisse auf eine Art und Weise wahrnehmen, die unser Denken beispielsweise als bedrohlich einstuft. Oftmals sind es Ängste existenzieller Natur, die uns sehr belasten können.
Was unterscheidet das „Umdenken“ von anderen Lebensratgebern? Gibt es nicht etliche Bücher dieser Art?
Ja, es gibt unzählige Bücher dieser Art und viele dieser Bücher sind auch sehr hilfreich und empfehlenswert. Was mich nur leider an den meisten Büchern, die ich selbst gelesen habe, gestört hat, war, dass mir jedes dieser Bücher den Schlüssel dazu gab, wie man sein Leben verändern kann, doch wurde mir nicht mitgeteilt, in welche Richtung ich den Schlüssel zu drehen habe. Was ich damit sagen will und warum ich schließlich das „Umdenken“ schrieb, war die Intention ein Buch zu schreiben, welches den Weg zu Ruhe und Gelassenheit auf eine pragmatische und nahbare Art vermittelt, die die Zusammenhänge so nah bringt, dass man selbst erkennt, welchen Weg man wie künftig zu gehen hat.
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