Lesenswert? „Das Kind in mir will achtsam morden“ | BUCHSZENE

Der Ex-Strafverteidiger Björn Diemel hat mittlerweile einen eigenen Kindergarten und in seinem Keller sitzt ein Verbrecher. Karsten Dusses „Das Kind in mir will achtsam morden“ im Bestseller-Check.

Was Sie unbedingt vor dem Lesen des zweiten Teils von der Bestseller-Serie „Das Kind in mir will achtsam morden“ wissen sollten

3. August 2020 | Jörg Steinleitner

Karsten Dusse

Das Kind in mir will achtsam morden

ISBN 978-3-453-42444-9

480 Seiten | € 10,99

Heyne

Romantik (1/5)

Komik (2/5)

Weisheit (2/5)

Gänsehaut (1/5)

Unterhaltung (2/5)

Titelbild Das Kind in mir will achtsam morden

©Collin Quinn Lomax shutterstock

Das innere Kind steht unserem Glück im Wege, schreibt Karsten Dusse

Nach der Lehre vom „inneren Kind“ sind wir emotional aufgebaut wie eine russische Matrjoschka-Puppe. Wenn es in unserer Erwachsenen-Seelen-Puppe rappelt, ist das in Wahrheit das Geräusch der verletzten Kinder-Seelen-Puppe innen drin. Nicht wir stehen unserem Glück im Wege, schreibt Karsten Dusse in seinem neuen Krimi, sondern unser inneres Kind tut das. Weil es mit allen Verletzungen aus unserer Kindheit ein Teil von uns ist. Wollen wir das Rappeln stoppen, müssen wir das innere Kind heilen.

Der Ex-Strafverteidiger Björns Diemel ist Boss zweier Verbrecher-Clans

Auf dieser therapeutischen Theorie basiert Karsten Dusses „Das Kind in mir will achtsam morden“. Der Krimi ist im selben witzigen und ironischen Ton wie der Bestseller „Achtsam morden“ geschrieben. Auch die Hauptperson, Björn Diemel ist dieselbe geblieben. Der Ex-Strafverteidiger ist mittlerweile Boss zweier Verbrecher-Clans, die er sich durch achtsames Morden Untertan gemacht hat. Er besitzt außerdem einen privaten Kindergarten, der von einem Mafioso geleitet wird, der mal Erziehungswissenschaften studiert hat. Den ersten Stock des schicken Kindergarten-Altbaus bewohnt Björn Diemel selbst.

Im Keller wartet ein Mafia-Boss auf seine Ermordung

Im Keller des Hauses mit dem Kindergarten fristet ein Verbrecher-Boss ein erbärmliches Dasein als Gefangener des achtsamen Björn Diemel. Ansonsten schlägt sich der einstige Rechtsanwalt für sogenannte „Bäh-Mandate“ – also Mandate, die kein anderer in seiner Top-Kanzlei übernehmen mag – mit den üblichen Problemen eines Mannes in der Metropole herum: mit einer schwierigen Ex-Frau, einer anspruchsvollen kleine Tochter und mit aufmüpfigen Helikopter-Kindergarteneltern. Bei der Beschreibung unseres modernen Städterlebens trifft Karsten Dusse auch mit seinem neuen Krimi sehr oft ins Schwarze. Dennoch fällt unser Urteil über diesen zweiten Achtsamkeits-Krimi nicht so positiv aus.

Band 1 war sehr lustig – Band 2 zeigt enttäuschende Schwächen

War der erste Band von Karsten Dusses Achtsamkeits-Serie wirklich lustig und unterhaltsam, so enttäuscht „Das Kind in mir will achtsam morden“ auf ganzer Linie. Die ständige Bezugnahme auf die Theorie vom „inneren Kind“ wirkt aufgesetzt und nervt im Laufe der Lektüre zunehmend. Die Dialoge, die der Ich-Erzähler Björn Diemel mit seinem inneren Kind führt, entfalten nichts von dem Charme, mit dem uns der Autor in „Achtsam morden“ blendend unterhalten hat. Auch die Krimi-Story kommt nicht recht von der Stelle, sondern wirkt wie vom „inneren Kind“ blockiert. Selten war der Folgeband nach einem wirklich komischen und spannenden Erstling so enttäuschend. Hier ist ein literarisches Projekt an einer zu verkopften Ausgangsidee gescheitert. Dies ändert nichts an der Tatsache, dass Karsten Dusse ein guter Autor ist. Nur hat er sich mit diesem Buch irgendwo im Achtsamkeits-Dschungel verirrt.

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