Bella Ciao von Raffaella Romagnolo – Lesenswert | BUCHSZENE

Schwanger und von der besten Freundin betrogen verließ sie ihr Dorf. Nun kehrt Giulia in das Piemont zurück – wohlhabend und stolz. Raffaella Romagnolos „Bella Ciao“ erzählt von der Verwandlung einer Frau.

Raffaella Romagnolos „Bella Ciao“ versetzt uns in das Leben einer starken Italienerin

6. April 2019 | Annika von Schnabel

Bella Ciao

© PHOTOCREO Michal Bednarek – Shutterstock Bild-ID: 330836153

Wir gratulieren:

Die 20 Gewinner von „Bella Ciao“ stehen fest! Die Liste der Preisträger finden Sie weiter unten.


Nach 45 Jahren kehrt Giulia Masca in ihr Heimatdorf zurück

„Die Vergangenheit gibt es nicht, denkt Mrs. Giulia Masca vor dem verrammelten Palazzo Reale.“ Mit diesem Satz beginnt Raffaella Romagnolos Roman „Bella Ciao“. Doch im weiteren Verlauf der Geschichte wird sich herausstellen, dass genau diese Annahme über die Nicht-Existenz des Geschehenen nicht stimmt, nicht stimmen kann. Es ist der 6. März 1946. Und schon seit fünfundvierzig Jahren bereitet sich Giulia Masca auf diesen Moment vor: Die Rückkehr in das Städtchen ihrer Kindheit. Die abgebröckelten Stellen am Palazzo Reale von Borgo di Dentro, die Kratzspuren von Hunden, die Nagespuren von Holzwurm und Mäusen – der Verfall ist nicht zu übersehen. Giulia Masca jedoch fährt in einer Limousine vor, mit Chauffeur und eben doch einigen nicht so positiven Erinnerungen.

Sie war schwanger und hatte kein Geld, dafür aber einen Traum

Damals, vor einem halben Jahrhundert, war sie Arbeiterin in der örtlichen Fabrik gewesen. Sie hatte ein Kind im Bauch getragen, sie war von ihrer besten Freundin Anita und ihrem Verlobten betrogen worden, sie hatte sich mutterseelenallein gefühlt. So hatte sie hatte die piemontesische Landschaft verlassen, ohne eine Lira in der Tasche. New York war das Ziel gewesen – und der Start in ein neues Leben. Das Schicksal meinte es gut mir ihr. Für Giulia Masca wurde der amerikanische Traum wahr. Für die Menschen von Borgo di Dentro blieb alles beim Alten, beziehungsweise es wurde noch härter: zwei Weltkriege, der Faschismus, der Italien ergriff und der Befreiungskampf gegen die Diktatur Benito Mussolinis hinterließen auch in den Seelen von Giulia Mascas einstigen Mitbürgern Wunden.

Raffaella Romagnolo erzählt mit Eleganz und großer Souveränität

Nun aber ist Giulia Masca zurück und sie trägt Fragen im Herzen: Wie ist es ihrer Freundin Anita ergangen und wie dem Verlobten, den Giulia Masca seinerzeit ohne Worte der Erklärung sitzen gelassen hat? Die Geschichten, die die Heimkehrerin zu hören bekommt, handeln von Krieg und Schmerz, aber auch von Tapferkeit und Liebe. Es sind vor allem private Geschichten, doch ihre Abgründe und Höhepunkte sind so universell, dass sie Italiens Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts widerspiegeln. Raffaella Romagnolo erzählt sie mit der Eleganz, Souveränität und Präzision, zu der nur eine große Schriftstellerin fähig ist.


Wir gratulieren diesen 20 glücklichen Gewinnern von je einem Exemplar „Bella Ciao“:

Gisela Ortner aus Wien
Andrea Schiffler aus Zittau
Zsofia Zoltan-Köchl aus Kierling
Roswitha Regensburger-Zegg aus Pfunds
Andrea Reithel aus Jena
Caro Aigner aus Eisenerz
Kerstin Bonitz aus Lichtenstein
Roswitha Stindl aus Wien
Corinna Heinrich aus Velten
Petra Voigt aus Wardenburg
Elke Franz aus Hude
Gabriele Gutmann aus Gudensberg
Silvia Erdtmann aus Rhumspringe
Christiane Lemke aus Datteln
Jennifer Boeckel aus Emmerich
Achim Holzweiler aus Jülich-Mersch
Ulla Veidt aus Pirmasens
Marie-Christine Höferlin aus Baden-Baden
Sarah Kohn aus Augsburg
Jacqueline Stamm aus Regensburg

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