
Frau Müller, herzlichen Glückwunsch zum Erscheinen des zweiten Bands Ihrer Autobiografie „Auf dem Weg der Wunder“! In welchem Verhältnis steht der zweite Teil zum Erstling „Ich geh den Weg der Wunder“?
Seit dem Erscheinen des ersten Teils meiner Autobiografie sind viele Jahre vergangen und es ist ganz viel geschehen. Der erste Teil endet mit meinen Erlebnissen auf Hawaii. Das war 2009. Der zweite Teil deckt so ungefähr die ganzen Abenteuer ab, die ich bis 2019 erlebt habe, das sind immerhin zehn spannende Jahre auf dem Weg der Wunder.
Wohin führt uns der Weg der Wunder?
Im Prinzip sprechen wir von einem Wunder, wenn etwas geschieht, was wir nicht kennen und auch nicht begreifen. Der Weg der Wunder führt uns in ein anderes Leben, das erfüllt ist von Staunen und unerklärlich Schönem.
Wie verstehen Sie das Wort „Wunder“?
Etwas geschieht, was uns unbekannt ist und was wir nicht mit dem Verstand erklären können. Früher wäre das Feuermachen mit einem Streichholz ein Wunder gewesen. Heute bezeichnen wir das als Wunder, was außerhalb unserer gewohnten Wahrnehmung geschieht, so dass wir es nicht begreifen. Gerade in diesem Januar war ich mit „Heiler Ohne Grenzen“ auf Sri Lanka, dort haben wir vielen Menschen kostenlos unsere Heilungen angeboten. Es kam eine Frau mit ihrem sterbenskranken Bruder zu uns. Er musste aus dem Auto getragen werden. Er wurde in einen Stuhl gesetzt und der Stuhl wurde dann von vier Leuten zu unserer Liege getragen. Der Mann war nur noch Haut und Knochen, die Gesichtshaut war ganz dünn und fest über die Gesichtsknochen gezogen. Er war nicht fähig zu laufen oder zu sprechen. Nach einer Heilsitzung von ca. 40 Minuten stand er alleine von der Liege auf, konnte ohne Hilfe stehen und auch gehen.
Wie haben die Menschen auf dieses Erlebnis reagiert?
Die Reaktion der Schwester war, dass sie sich mit der Hand vor den Mund schlug, sie riss die Augen auf, hielt ihren Mund zu und weinte vor Überraschung und Rührung. Wir haben das auf Video. Sie hat das miterlebt, was wir unter Wunder verstehen.
Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um dem Weg der Wunder zu folgen?
Es ist, als folge man einem Ruf, als wolle man mehr vom Leben, einen tieferen Sinn, etwas, das erfüllt, Sinn ergibt und glücklich macht. Es sind die Fragen, die man sich selbst stellt, die letztendlich auf den eigenen Weg der Wunder führen.
Ihr Lebensweg ist geprägt von einer großen Neugier – bereits als Schülerin interessierten Sie sich etwa für Yoga, Meditation und Kampfkunst. Welche Weisheitslehre hat Ihren Blick aufs Leben besonders geschärft?
Die Antwort darauf ist ganz klar Meditation und Yoga. Das Wissen der vedischen Schriften, die Veden betrachten den Menschen nicht als Sünder, sondern als heilig.
In Ihrem Buch schildern Sie entscheidende Erlebnisse, die Sie in Ihrem Denken, Fühlen und Handeln voranbrachten. Könnten Sie uns einen dieser Wendepunkte näherbringen?
Meine eigene Heilung zu beginnen, nach dem schweren Autounfall 2004, das war die alles entscheidende Erfahrung. Da wurden die Weichen neu gestellt und alle weiteren Wendepunkte ergaben und ergeben sich durch diese neue Richtung. Das neue Buch ist voller überraschender Wendepunkte, die mich wirklich oft verblüfft haben.
Sind es gerade auch schmerzvolle Erfahrungen, die uns weiterbringen?
Im Allgemeinen würde ich das bestätigen. Allerdings schreit alles in mir dazu ein ganz großes Nein! Ich glaube, dass diese Überzeugung uns nicht guttut, sondern verhindert, dass wir uns auch in guten Zeiten entwickeln.
Wie kann es gelingen, aus einem Schicksalsschlag Kraft zu schöpfen?
Das kann ich unmöglich beantworten. Manche Menschen schaffen dieses auf ihre Weise, andere zerbrechen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da ein Patentrezept gibt.
Sie propagieren die Kunst energetischen Heilens. Was genau bedeutet das?
Es bedeutet, durch die Kraft der eigenen Gedanken sich selbst oder andere Menschen zu heilen. Hier wirkt der Geist über die Materie.
Hat jeder Mensch das Zeug dazu, sich zu verwandeln?
Davon bin ich felsenfest überzeugt, solange er das möchte. Meine eigene Verwandlung ist das beste Beispiel dafür. Ich befand mich in einer stetigen Abwärtsspirale, ich war schon so weit unten, noch weiter unten ist nur noch der Tod. Mein Zustand war einem Unfall geschuldet und nicht einer zerstörerischen Lebensweise. Es war also alles andere als „selbst daran schuld“.
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