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Buchempfehlung – Zsuzsa Bánks „Schlafen werden wir später“ ist eine Feier der Freundschaft

Zsuszana Banks

© Gaby Gerster

27. April 2017 | Tina Rausch | Geschätzte Lesezeit: 1 Minuten


Zsuzsa Bánks E-Mail-Roman „Schlafen werden wir später“ ist wundervoll. Im Zentrum der Handlung stehen zwei beste Freundinnen: die Schriftstellerin Márta, die mit ihrer Familie in der Stadt lebt und die alleinstehende Lehrerin Johanna aus dem Schwarzwald. Mit großer Liebe zu ihren Figuren entfaltet Zsuzsa Bánk einen intensiven Dialog über das tägliche Ringen um Selbstbehauptung, Freiheit, Liebe, Glück.


Die Schriftstellerin und die Lehrerin – Zsuzsa Bánks Protagonistinnen und ihr Ringen um Freiheit und Glück

Seit ihrer Kindheit sind sie beste Freundinnen: die Schriftstellerin Márta, die mit ihrem Mann und drei Kindern in einer deutschen Großstadt wohnt, und die allein im Schwarzwald lebende Lehrerin Johanna. Früher malten sie sich gemeinsam ihre Zukunft aus – jetzt, mit Anfang 40, liegt die Mitte des Lebens hinter ihnen, sind Lebensweichen gestellt, wichtige Entscheidungen getroffen, ein Richtungswechsel ist also nicht mehr vorgesehen. Oder doch? Damals vertrauten sich Márta und Johanna ihre Geheimnisse während langer Nachmittage in ihren Jugendzimmern oder am Telefon an, nun tauschen sie diese beinahe täglich in ausführlichen E-Mails aus.

„Ich dachte, ich sei im Schreiben besser als im Leben.“ Márta an Johanna

So versucht Johanna, mit ihrer Doktorarbeit über Annette von Droste-Hülshoff weiterzukommen, kämpft aber eher mit den Gespenstern ihrer Vergangenheit. Márta hingegen bemüht sich jeden Tag darum, im Familienleben nicht unterzugehen, sich und ihre Arbeit gegen die Zumutungen des Alltags zu verteidigen. „Heute Morgen hat Simon beim ersten frühen, viel zu frühen Kaffee gesagt, wäre er zehn Jahre jünger und hätte drei Kinder weniger, hätte er mich schon verlassen“, schreibt sie an Johanna. Deren Antwort kommt prompt. Simon würde weiter solche Sachen sagen, aber niemals wirklich alles zurücklassen. „So viele andere Leben warten schließlich nicht auf ihn. Auf uns ja auch nicht, Márti.“ Mit großer Zuneigung zu ihren Figuren entfaltet Zsuzsa Bánk einen intensiven virtuellen Dialog über das tägliche Ringen um Selbstbehauptung, Freiheit, Liebe, Glück. Und glücklich ist, wer diesen Briefroman liest!

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Zsuzsa Bánks

Sie ist die Tochter ungarischer Eltern und wuchs zweisprachig auf. Zsuzsa Bánk arbeitete als Buchhändlerin, studierte Publizistik, Politik und Literatur und arbeitete zunächst als Redakteurin für das Wirtschaftsressort.
Zur Biografie von Zsuzsa Bánks

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