Grégoire Hervier Vintage: Frau Bluhms Rezension | BUCHSZENE

Ein Roman für alle, die Musik lieben! Grégoire Herviers Roman „Vintage“ erzählt von einem Mann, der eine berüchtigte Gitarre sucht. Frau Bluhm liest und verrät, was sie davon hält.

Auf der Jagd nach einer berüchtigten Gitarre – Frau Bluhm liest Grégoire Herviers „Vintage“

13. Oktober 2017 | Frau Bluhm

Grégoire Hervier

Vintage

ISBN 978-3-257-07002-6

400 Seiten | € 24,00

Diogenes

Frau Bluhm liest „Vintage“: 4 von 5 Blu(h)men


Let’s rock! – Ein Roman für alle, die Musik lieben

In Grégoire Herviers „Vintage“ erteilt ein undurchsichtiger, englischer Adeliger einen seltsamen Auftrag: Thomas soll beweisen, dass die Gibson Moderne, die berüchtigtste (und lustigerweise wohl auch hässlichste) Gitarre der Welt, jemals gebaut worden ist. Bei seiner Recherchereise, die ihn einmal um die halbe Welt führt, begegnet Thomas allerlei skurrilen Gestalten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eines verbindet sie alle: die Liebe zur Musik.

Dieser Roman lädt dazu ein, sich über das Buch hinaus mit Musik zu beschäftigen
Diese Liebe ist auch während des Lesens auf jeder Seite spürbar. Wie jede Subkultur, wird auch unter den Gitarrenfreaks eine eigene Sprache verwendet, die der Autor aufs Treffendste mit eingebaut hat. Man versteht zwar die Hälfte von dem nicht, was die Protagonisten miteinander besprechen, das stört aber den Lesefluss keineswegs, sondern macht das Buch zu etwas ganz Besonderen. Es hält einen dazu an, sich auch mal mit diesem eher etwas ungewohnten Thema auseinanderzusetzen, etwas dazu zu lernen und gegebenenfalls sogar an anderen Stellen weiter nachzulesen.

Die Kunst als Klebstoff zwischen Menschen

Die Darstellung aller im Buch auftretenden Protagonisten ist authentisch und einfallsreich dargestellt. Thomas begegnet Menschen allerlei Alter, Herkunft oder Couleur. Einige sind ihm sympathisch, andere wiederum faszinieren oder erschrecken ihn. Ich finde dem Autor gelingt es sehr gut, dieses Buch schon fast philosophisch auf die gesamte Kunstwelt zu übertragen. Egal, woher du kommst, egal, was du gerne hast, die Liebe und die Passion zur Kunst vereinen alle Schichten.

Grégoire Hervier schreibt keine Kapitel – er textet einen Song

Das Buch lässt sich leicht und zügig lesen. Ein besonderes Extra: Anstatt in Kapitel eingeteilt, wird das Buch wie in einem Song in Strophen, Refrain, Bridge und Solo eingeteilt. Einzig und allein die wirklich etwas realitätsferne Darstellung (manchmal wurde es sogar richtiggehend abstrus und märchenhaft) und das wirklich abrupte Ende, lassen mich am Ende nur vier, statt fünf Bluhmen vergeben. Aber das ist Geschmackssache. Insgesamt war es ein sehr nettes Buch, das mich dazu veranlasst, meine Gitarre vielleicht wieder etwas öfter in die Hand zu nehmen.

Frau Bluhm

Geboren 1984 in Aschaffenburg als Katharina Bluhm, studierte Frau Bluhm Psychologie und wurde nach dem Studium Erzieherin. Als BUCHSZENE.DE-Kolumnistin entdeckt wurde sie wegen ihrer so sympathischen wie zutreffenden Rezensionen auf Lovelybooks.


Zur Biografie von Frau Bluhm



Logo BUCHSZENE.DE