Warum „Totentanz im Pulverschnee“ lesenswert ist | BUCHSZENE.DE

Inspektor Bussi fährt mit Mama in den Urlaub. Prompt setzt es eine Leiche! Die beiden übernehmen in dem Tiroler Schickimicki-Skiort die Ermittlungen und treten damit einen „Totentanz im Pulverschnee“ los.

„Totentanz im Pulverschnee“ ist der dritte Band von Joe Fischlers Inspektor-Arno-Bussi-Reihe

12. April 2021 | Stephanie Pointner

Totentanz im Pulverschnee

Inspektor Arno Bussi macht Urlaub mit Mama in Tirol

Inspektor Arno Bussis Mutter ist am Boden zerstört: Ihr Partner hat ihr einen Urlaub beim Eisfestival in Maria Schnee geschenkt – aber er kann sie nun doch nicht begleiten! Arno, der sich im Bundesstatistikamt zu Tode langweilt, beschließt, seiner Mutter eine Freude zu bereiten und sie nach Tirol zu begleiten. Doch als er in dem kleinen Ort mit dem riesigen Luxushotel und dem ganzen Halligalli des Eisfestivals ankommt, würde Arno am liebsten umdrehen und sich sofort in den nächsten Zug nach Wien setzen. Nichts desto trotz beschließt Arno, das Beste aus den freien Tagen zu machen und gezielt für sein neues Hobby, den Triathlon, zu trainieren. Doch dazu soll es nicht kommen.

Die Mutter beobachtet, wie die Rezeptionistin entführt wird

Denn bereits in der ersten Nacht wird Arno von seiner aufgebrachten Mutter geweckt: Sie will beobachtet haben, wie die Rezeptionistin Rosa entführt wurde. Als Rosa am nächsten Tag nicht zur Arbeit erscheint, beginnen Arno und seine Mutter auf eigene Faust zu recherchieren und Dorfbewohner zu befragen. Natürlich kommen diese inoffiziellen Befragungen nicht bei allen Beteiligten gut an und es wird Beschwerde bei Arnos Chef eingereicht. Arno bekommt einen Anruf aus Wien, der ihm die Laune gewaltig verdirbt, zudem gerät er mit seiner Mutter in Streit. Daher nimmt er nur sehr unwillig und mürrisch an der abendlichen Veranstaltung des Eisfestivals statt. Umso peinlicher ist es ihm, als dort die vermeintlich Entführte eine Eislaufkür zeigt. Während Arnos Mutter weiterhin davon redet, dass etwas nicht stimmt, beschließt Arno diese Bedenken zu ignorieren, zumindest bis zum nächsten Morgen. 

Es folgen eine Leiche, weitere Tote, ein Brand und eine Lawine

Am kommenden Morgen allerdings wird die Rezeptionistin tot aufgefunden. Sofort rückt das LKA aus Innsbruck an und die leitende Ermittlerin Erna Katz zieht Arno in ihre Arbeit mit ein. Während in alle Richtungen ermittelt wird, braut sich ein Jahrhundertschneesturm zusammen, der das Dorf von der Außenwelt abschneidet. Als es weitere Tote, Unfälle, einen Brand und einen Lawinenabgang gibt, müssen die Ermittler feststellen, dass sie einem schier undurchschaubarem Verbrechen mit vielen Beteiligten auf der Spur sind.

Arno Bussi ermittelt in „Totentanz im Pulverschnee“ zum dritten Mal

Als Wahltirolerin lese ich Joe Fischlers unterhaltsame Alpenkrimis (egal ob Valerie Mauser alias „Veilchen“ oder Arno Bussi ermitteln) immer gerne, auch wenn sie mir oftmals etwas zu konstruiert, klischeehaft und gewollt erscheinen. Aber der Krimi „Totentanz im Pulverschnee“ ist meiner Meinung nach sein bester, weil Joe Fischler hier die perfekte Balance zwischen Humor, Lokalkolorit, liebenswürdigen (aber dennoch etwas klischeehaften) Protagonisten und einem undurchschaubarem Kriminalfall gelungen ist. Als Leser*in wird man von der ersten Seite an in den Bann der Handlung gezogen und man hat fast das Gefühl mit Arno gemeinsam zu dem lauten, übertriebenen und protzigen Eisfestival zu reisen. Durch den Mord nimmt die Handlung schnell an Spannung auf, auch wenn diese nie nervenzerreißend wird. Aber Arnos Alleingänge und seine humorvolle, wenn auch hin und wieder etwas plumpe Art, machen aus diesem Fall einen kurzweiligen Krimi mit jeder Menge Wortwitz.

Auch Arnos Liebesleben spielt in diesem Krimi eine Rolle

Besonders gelungen ist der Lokalkolorit, egal ob atmosphärische Landschafts- und Naturbeschreibungen, das Verhalten der Dorfbewohner oder das Essen sowie das Kunsthandwerk. Joe Fischlers Schreibstil ermöglicht hier großes Kopfkino und dadurch ein Eintauchen in das verschneite und neureiche Maria Schnee mit all seinem Prunk und Schattenseiten. Aber auch Arnos Liebesleben bekommt Platz in Joe Fischlers Kriminalroman. Hier haben mir die Begegnungen und Gespräche mit Erna Katz besonders gut gefallen und ich bin richtig gespannt, ob und wie es sich zwischen Arno und der sympathischen Ermittlerin mit dem Berliner Dialekt weiterentwickelt.


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