Die vier Teenager aus gutem Hause feiern Silvester. Sie trinken viel und beginnen ein Spiel, das sich plötzlich nicht mehr kontrollieren lässt. Camilla Läckbergs Kurzroman „Sweet Goodbye“ im Buchtipp.

In Camilla Läckbergs „Sweet Goodbye – Rache ist tödlich“ bringen vier Jugendliche einander an die Grenzen

25. Oktober 2021 | Stephanie Pointner

Titelbild Sweet Goodbye

Vier Freunde feiern Silvester – der Alkohol fließt in Strömen

In einem der reichsten Viertel Stockholms steigt eine Silvesterparty: Die vier privilegierten Jugendlichen Liv, Martina, Anton und Max, die sich seit ihrer Kindheit kennen, wollen gemeinsam auf den Jahreswechsel anstoßen. Währenddessen starten ihre reichen, auch befreundeten Eltern, im Nachbarhaus gemeinsam ins neue Jahr. Bereits am frühen Abend fließen Unmengen an Alkohol – die vier Freunde sind schnell angetrunken. Um sich die Zeit bis Mitternacht zu vertreiben, beschließen sie Monopoly zu spielen.

Sie starten ein Spiel, das bald in Exzesse mündet

Weil sie den Spaßfaktor erhöhen wollen, verschärfen die vier die Monopolyregeln und verbinden das Gesellschaftsspiel mit „Wahrheit oder Pflicht“. Anfangs haben sie großen Spaß, doch bald kippen die anfangs harmlosen Aufgaben und lustigen Fragen immer mehr ins Gegenteil. Jeder der Jugendlichen versucht im Laufe des Spiels die anderen immer mehr bloßzustellen und zu verletzen. Auch vor schwerer Sachbeschädigung und Straftaten wird plötzlich nicht mehr zurückgeschreckt. Durch den hohen Alkoholpegel erkennen die vier den Ernst der Lage nicht: Sie verlieren jeden Skrupel und spielen immer weiter.

Geheimnisse hinter den Fassaden wohlbehüteter Familien

Allmählich wird klar, dass jede(r) der vier Jugendlichen ein dunkles Geheimnis hütet, das dem Ansehen seiner Familie deutlich schaden würde und die Schattenseiten des scheinbar perfekten Luxuslebens aufzeigt. Liv wagt es, mit ihrer Antwort auf eine Frage, ein schockierendes Geheimnis über ihren Vater zu offenbaren. Nach und nach öffnen sich auch die anderen und geben ebenfalls erschreckende Einblicke in ihre alles andere als heile Welt. Die Geheimnisse aller vier Jugendlichen hängen mit den Eltern zusammen und ausnahmslos jeder der vier fühlt sich von diesen im Stich gelassen, da für ihre Erzeuger stets das Geld, der Luxus und das Ansehen im Vordergrund stehen. Liv, Martina, Anton und Max wird klar, dass sie sich von ihren Eltern lösen müssen, um ihr eigenes Glück zu finden. Daher schmieden sie einen weitreichenden und ziemlich radikalen Plan.

Camilla Läckbergs „Sweet Goodbye“ ist ein sehr kurzer Roman

Wer Camilla Läckbergs Roman „Sweet Goodbye – Rache ist tödlich“ liest, findet sich sofort in der Silvesterparty wieder. Man erlebt gleich auf den ersten Seiten hautnah den ausufernden Alkoholkonsum der Jugendlichen sowie den Einstieg in das Spiel mit. Allerdings tappt man auch lange Zeit im Dunkeln, inwiefern die vier tatsächlich befreundet sind und weshalb sie sich gegenseitig so verletzen und bloßstellen. Erst nach und nach werden ihre Geheimnisse und deren Tragweite offenbar. Dennoch liegt der Hauptteil der Handlung auf dem Spiel und den auf den ersten Blick so sinnlosen wie zerstörerischen Aufgaben, die einen bei der Lektüre gut unterhalten. Hier hinterfragt man lange Zeit die Sinnhaftigkeit und wieso ausnahmslos jede und jeder der Teenager diese Aufgaben erfüllt. Erst mit der Zeit, sowie die Geheimnisse der Jugendlichen nach und nach enthüllt werden, wird einem der psychologische Aspekt bewusst: Durch die kriminellen Aufgaben versuchen die Spieler das traumatische Erlebte zu verarbeiten und sich an den Eltern für das Geschehene zu rächen.

Etwas blasse Charaktere – insgesamt aber eine unterhaltsame Geschichte

Vermutlich aufgrund der Kürze des Romans – er hat nur 117 Seiten – bleiben die Figuren von Liv, Martina, Anton und Max leider blass und – bezüglich ihrer Absichten und Motive – lange Zeit undurchschaubar. Man gewinnt lediglich Einblicke in ihr privilegiertes Luxusleben sowie die zum Teil traumatischen Geheimnisse. Dennoch ist keine der Figuren sonderlich gut ausgearbeitet, wodurch man sich schwertut, sich mit ihnen zu solidarisieren. Ganz im Gegenteil bleiben viele Motive, Absichten und Handlungen unlogisch und bis zum Ende nicht nachvollziehbar. Dies ist sehr schade, denn eigentlich zählt das Entwerfen authentischer Charaktere zu Camilla Läckbergs absoluten Stärken. Dennoch ist dieser Kurzroman über die Rache von vier Jugendlichen und über ihre Sehnsucht nach einem freien Leben insgesamt unterhaltsam und raffiniert.


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