„No Sound“ – der wohl fesselndste Thriller seit langem | BUCHSZENE

Sein bester Freund wurde bestialisch ermordet. Der gehörlose Ermittler Caleb Zelic versucht – gegen alle Widrigkeiten – den Verbrecher zu stellen. „No Sound – Die Stille des Todes“ ist Emma Viskics Debüt.

Warum Sie beim Lesen von „No Sound – Die Stille des Todes“ mit dem wohl fesselndsten Thriller seit langem belohnt werden

3. Juli 2020 | Frau Bluhm

Titelbild No Sound- Die Stille des Todes

©Fer Gregory shutterstock-ID 790342249


Frau Bluhm liest „No Sound – Die Stille des Todes“: 5 von 5 Bluhmen

5 Blumen Frau Bluhm liest


Korruption, Vertuschung und ein brutal ermordeter bester Freund

Was macht ein Privatermittler, wenn er seinen besten Freund brutal ermordet auffindet? Caleb Zelic, der Held von Emma Viskics neuer Thrillerserie, unernimmt alles Menschenmögliche, um herauszufinden, wer die bestialische Tat begangen hat. Gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Frankie verstrickt er sich dabei immer tiefer in ein Netz aus Korruption und Vertuschung, bis er nicht mehr weiß, wem er überhaupt noch trauen kann.

Caleb Zelic ist ein besonderer Ermittler: Er ist gehörlos

Caleb ist gehörlos. Ein Umstand, von dem man denken sollte, er würde einen großen Nachteil bei der Ermittlungsarbeit bedeuten. Genau das ist aber der Clou der ganzen Geschichte: Caleb schafft es, dank jahrelangem Umgang mit seiner Beeinträchtigung, genau diese zum Vorteil zu machen. Dadurch, dass er fast sein ganzes Leben lang gezwungen war, von Lippen und in Gestik und Mimik seiner Mitmenschen zu lesen, gelingt es dem Privatermittler, Menschen binnen Sekunden zu durchschauen und auf diese Weise ganz schnell die ein oder andere Lüge auszumachen.

„No Sound – Die Stille des Todes” verbreitet klaustrophobische Stimmung

Eben diese Stärke ist es auch, die einem beim Lesen ein außergewöhnliches Gefühl vermittelt. Da die Nachforschungen zu Garys Tod sich bis ins Innere des Polizeiapparates ausweiten und deshalb über große Teile unter strenger Geheimhaltung stattfinden, fühlt Caleb sich immer mehr verfolgt und überwacht. Die Tatsache, dass ihm einer seiner Sinne fehlt, verstärkt diese fast schon klaustrophobische Stimmung noch. 

Die Fortsetzung von Emma Viskics Thriller „No Sound“ heißt „No Words“

Neben dieser inhaltlichen Stärke beeindruckt mich der Schreibstil der Autorin. Nachdem ich etwa die Hälfte des Thrillers gelesen hatte, habe ich noch mal auf den Einband geschaut, um mich zu vergewissern, dass hier auch wirklich eine Frau die Feder geführt hat. Der Stil von Emma Viskic ist sehr hart, fast schon maskulin, und sie hat definitiv keine Angst vor Schmutz. Zusätzlich gelingt es ihr durch klare Struktur und Direktheit ihre spannende Geschichte auf nicht einmal 300 Seiten zu erzählen. Ich würde sagen, diese Frau hat ihre Bestimmung gefunden und braucht sich mit ihrem Debüt hinter niemandem verstecken. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung von „No Sound“. Er heißt „No Words“ und ist hoffentlich genauso fesselnd wie der erste Caleb-Zelic-Band.

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Frau Bluhm

Geboren 1984 in Aschaffenburg als Katharina Bluhm, studierte Frau Bluhm Psychologie und wurde nach dem Studium Erzieherin. Als BUCHSZENE.DE-Kolumnistin entdeckt wurde sie wegen ihrer so sympathischen wie zutreffenden Rezensionen auf Lovelybooks.


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