Fast genial – Benedict Wells: Leseprobe | BUCHSZENE

Er kennt seinen Erzeuger nicht. Doch eines Tages erfährt Benedict Wells‘ Held in „Fast genial“, dass sein Vater ein Genie ist. Gemeinsam mit einem Freund begibt er sich auf eine abenteuerliche Suche.

In Benedict Wells‘ Roman „Fast genial” sucht ein Sohn einen ihm unbekannten Vater

30. März 2015 | Redaktion

Benedict Wells

Fast genial

Leseprobe


Einen Tag nach dem Selbstmordversuch seiner Mutter saß
Francis auf einer Bank am Hudson. Er war angespannt,
denn er hatte etwas vor, was ihm eigentlich widerstrebte. Er
wollte Ryan Wilco in seiner Kanzlei besuchen und sich von
ihm Geld leihen. Sein Stiefvater hatte es ihm zwar oft angeboten,
aber Francis hatte immer abgelehnt. Und seit Ryan
sich an der Börse verspekuliert hatte, war er längst nicht
mehr so großzügig. Das Haus in Long Island hatte er zwar
behalten können, allerdings hatte er dafür einen Kredit aufnehmen
müssen, den er nun monatlich abbezahlte. Doch
Francis musste es einfach bei ihm versuchen. Durch den
Brief seiner Mut ter wusste er endlich, was er zu tun hatte,
und dafür brauchte er so viel Geld wie möglich.
Dampf stieg aus den Straßenschächten, alle paar Minuten ertönten
Polizeisirenen, ein Presslufthammer dröhnte.
Francis hatte der lärmenden Stadt den Rücken zugedreht
und blickte auf den Fluss. Es war ein warmer Nachmittag,
die Sonne spiegelte sich auf dem Wasser, neben ihm saß eine
Japanerin in einem pinkfarbenen Trainingsanzug und telefonierte.
Als Kind war Francis oft in New York gewesen. Er
hatte Ryan in seiner Kanzlei besucht, und auch nach der
Scheidung war er ein Mal die Woche mit ihm in Manhattan
Mittag essen gegangen. Sein Stiefvater hatte versprochen,
ihn immer zu unterstützen, und Francis war sich sicher gewesen,
dass sich an ihrem Verhältnis nichts ändern würde.
Aber bald hatten sich die Probleme gehäuft. Er war in die
Pubertät gekommen und hatte rebelliert. Und er hatte diesen
simplen Gedanken einfach nicht abschütteln können:
Wenn Ryan ihn wirklich so gern hatte, wieso lebte er dann
lieber allein mit seinem richtigen Sohn in New York?
Dieser Gedanke war in den folgenden Jahren stärker
geworden und hatte ihre Beziehung vergiftet. Sie hatten sich
nur noch selten zum Mittagessen getroffen. Ryan hatte die
unschöne Angewohnheit gehabt, sich als sein Vater
aufzuspielen und ihn zu kritisieren, und einmal war es dabei
zu ei nem folgenschweren Streit gekommen. Ryan hatte
schlecht über seine Exfrau geredet, Francis hatte seine Mutter
verteidigt und entgegengehalten, er sei nicht sein richtiger Vater,
und schließlich hatte er Ryan in einem unbeherrschten Moment
ein kaltherziges Arschloch genannt.
Danach hatte es gar keine Treffen mehr gegeben, sie sprachen nur noch
das Nötigste miteinander. Doch jetzt würden sich die Dinge endlich ändern.

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