Edles Geblüt: Exklusive Einblicke von Sabine Gronover | BUCHSZENE.DE

Ein verstörender Mord, ein skandalumwittertes Gestüt und ein bewaffneter Schriftsteller. In ihrem Werkstattbericht gewährt Sabine Gronover Einblicke in die Entstehung ihres Kriminalromans „Edles Geblüt“.

Exklusive Einblicke in die schaurigen Hintergründe des Krimis „Edles Geblüt“ von Sabine Gronover

1. September 2020 | Sabine Gronover

Titelbild Edles Geblüt

©AnnaElizabeth photography shutterstock-ID 277043420

Ein Gatte, ein Labrador, ein antiker Schreibtisch

Ich bin ein intuitive Schreiberin, deren Arbeitsplatz die Beherrschung chaotischer Situationen abverlangt. Mein schöner antiker Schreibtisch steht auf einer Galerie, die über Küche und Kaminzimmer schwebt – das Herz des Hauses. Absolut behaglich. Aber unten tummeln sich Kinder (auch 22-Jährige sind Kinder), der Gatte sitzt nahe am Rechner, der Labrador hat stets Hunger und tut dies regelmäßig kund. Irgendetwas ist immer, während ich schreibe. Stimmen, Telefonklingeln, ein Gewitter, und das einfache Trommeln von Regen – alles kann Inspiration werden. So auch die Buchhändlerin, die neulich nach einer Lesung einwarf: „Könnt ihr Autoren nicht mal eine Buchhandlung mit einem Mord verknüpfen?“ Können wir!

„Edles Geblüt“ ist die Fortsetzung von „Wölfe im Münsterland“

In meinem Buch „Edles Geblüt“, das ermittlungstechnisch eine Fortsetzung zu „Wölfe im Münsterland“ ist, wird ein Autor nach seiner Lesung nahe der Buchhandlung auf der Straße erschossen. Doch er selbst trug eine Waffe bei sich und hatte damit kurz zuvor noch in einem Bistro die Gäste bedroht. Ausdruck seiner Frustration als unbedeutender Autor?

Im Mittelpunkt steht ein skandalumwittertes Gestüt

Das Ganze ereignet sich in dem beschaulichen Städtchen Warendorf, wo an jeder Ecke ein buntes Plastikpferd grüßt. Wer über das westfälische Städtchen Warendorf schreibt, kommt an dem Warendorfer Landgestüt, der alteingesessenen Behörde, nicht vorbei. Skandalumwittert lieferte es 2016 so manche Schlagzeile in der Zeitung. Betrugsvorwurf und gefeuerte Leitung. Land hält am Landgestüt fest, so lautete eine von vielen Schlagzeilen in den Westfälischen Nachrichten. Zeit für einen Kriminalroman über diese Behörde, fand ich. Denn im Landgestüt gibt es ihn tatsächlich, den sprichwörtlichen und ruhmreichen Deckhengst.

Kommissar Schmitt hasst den Fall um den Deckhengst

Viele dieser stolzen Hengste im Landgestüt werden in der Saison gebucht und sollen für den perfekten Nachwuchs im Land sorgen. Ein lukratives Geschäft, bei dem Stute und Hengst keineswegs verliebt auf einer grünen Weide Zeit miteinander verbringen dürfen. Ich habe das Landgestüt besucht und war erstaunt, welch freundlichen und sanften Eindruck diese Hengste machten. Kein Steigen, Augenrollen oder Bollern gegen die Boxentür. Und dennoch, Kommissar Schmitt hasst diesen neuen Fall.

Bald hat der Ermittler es mit ganz anderen großen Tieren zu tun

Denn in der Mordnacht verschwindet der wertvolle Deckhengst Dragon aus seiner Box. Klar, dass es da Zusammenhänge zu dem ermordeten Autor gibt. Jetzt hat Schmitt es wieder mit großen Tieren zu tun, die ihm regelmäßig panischen Angstschweiß auf die Stirn treiben.

Was ich mache, wenn ich im letzten Drittel den Mörder nicht kenne

Angstschweiß bekommt die Autorin übrigens, wenn sie beim letzten Drittel des Manuskriptes selbst den Mörder noch nicht gefunden hat. Dann lese ich von Anfang an und ermittle in meiner eigenen Geschichte wie ein Spürhund. Und wenn sich die Lösung plötzlich offenbart, der Täter sich nicht länger verstecken kann, und das Ganze einen Sinn ergibt, starre ich oft genug mit offenem Mund auf den Bildschirm. Ein Schauer läuft mir über den Nacken. Meine liebevoll entwickelten Figuren, die für mich so real geworden sind, offenbaren sich als hinterlistige, selbstsüchtige Charaktere, die vor keinem Verbrechen zurückschrecken. Was für ein Schock!

Darum geht es in Sabine Gronovers Krimi „Edles Geblüt“

Balthasar Fromm, ein eher unbekannter Autor, wird nach seiner Lesung in einem Warendorfer Lokal auf offener Straße erschossen. Zuvor hatte er an der Bar etwas über Schuld und Unglück erzählt und mit einer Waffe die Gäste bedroht. Zwei bewaffnete Männer an einem Abend in einem beschaulichen Ort wie Warendorf – das ruft Kommissar Schmitt auf den Plan, der sich zur Verstärkung den Polizisten Dirk Kemper aus Oelde ins Team holt. Beinahe zeitgleich verschwindet ein wertvoller Zuchthengst aus dem Landgestüt. Zwischen diesen beiden scheinbar unabhängigen Verbrechen in einer der wichtigsten Pferdestädte Europas ist schnell ein Zusammenhang gefunden. Doch dann geraten Schmitt und Kemper mit einem Mal in einen wahren Strudel aus kriminellen Vorfällen, Intrigen und der Suche nach einem mysteriösen Manuskript, das sozusagen das Drehbuch für die Vorfälle gewesen sein soll. Und davon profitiert einer ganz besonders: der tote Autor.

Über Sabine Gronover

Werkstattberichte aus dem Syndikat: Wie arbeiten Kriminalschriftsteller? Was inspiriert sie zu ihren Romanen? Welche Marotten quälen sie beim Schreiben?

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  • Titelbild Interview Böse Tränen

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