In ihrer zärtlich-stürmischen Familiensaga „Die Ungeduldigen“ schickt Véronique Olmi drei lebenshungrige Schwestern ins pulsierende Paris der 1970er Jahre.

Véronique Olmis „Die Ungeduldigen“ präsentiert drei abenteuerlustige Heldinnen

13. Juni 2022 | Tina Rausch

Titelbild Die Ungeduldigen

Die junge Hélène lebt in zwei sehr unterschiedlichen Welten

Mit elf Jahren lebt Hélène in zwei Welten. Während der Schulzeit wohnt sie mit ihrer Familie im katholischen Aix-en-Provence. Alle Ferien verbringt sie in Neuilly nahe Paris bei der Familie ihres Onkels. Da der reiche Bruder ihres Vaters statt der ersehnten Tochter Söhne bekam, überschüttet er seine Nichte mit Luxus – und Liebe.

Véronique Olmis „Die Ungeduldigen“ erzählt von drei Schwestern

Für Hélène ist das ein Balanceakt. Auch wenn sie ihr zweites Leben gelegentlich genießt, schätzt sie ihren vertrauten „Platz in der Töchterreihe“ zu Hause: „zwischen Sabine, der Ältesten, und Mariette, der Jüngsten, den Mittelplatz, der ihr Halt gab, als läge sie zwischen ihren Schwestern in einem schmalen Bett, geschützt von dieser Enge“.

Ein einfaches Elternhaus, eine enge und ignorante Welt

Sabine leidet unter ebendieser Enge im einfachen Elternhaus – und in der Provinz: Obwohl die Schulleiterin seit Mai 1968 montags nicht mehr die Namen der Schülerinnen an die Tafel schreibt, die sie am Wochenende mit einem Jungen gesehen hat, bleibt diese Welt geprägt von Engstirnigkeit und Ignoranz.

Die Schwestern befreien sich und stürzen sich ins Paris der 70er Jahre

Sie beneidet Mädchen in der Stadt, „denen alles stand, nicht nur die Kleider, sondern auch das Dasein, ein ausgewähltes, mit Anmut getragenes Leben“. Und schon bald werden alle drei Schwestern vom Lebenshunger erfasst: Inspiriert von Simone de Beauvoir, Gisèle Halimi und der Forderung nach weiblicher Selbstbestimmung stürzen sie sich ins Paris der wilden Siebziger, mitten hinein in die stürmische Zeit des Protests, der freien Liebe und des Feminismus.

Abenteuerlustige Heldinnen und eine tiefgründige Leichtigkeit

Hélène, Sabine und Mariette wirbeln durch einen gesellschaftlichen Umbruch, der uns bis heute nachhaltig prägt. „Die Ungeduldigen“ verzaubert durch abenteuerlustige Heldinnen und tiefgründige Leichtigkeit. Beim Lesen von Véronique Olmi sehe man „Bilder wie aus Truffaut-Filmen vor sich“, sagte Annemarie Stoltenberg auf NDR Kultur. Das beweist sie hier einmal mehr.

 

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