Drei Frauen ringen um ein besseres Leben – Laetitia Colombanis „Der Zopf“ im Bestseller-Check

Home >> Bestseller von SPIEGEL im Härtetest >>

Drei Frauen ringen um ein besseres Leben – Laetitia Colombanis „Der Zopf“ im Bestseller-Check

Der Zopf - Laetitia Colombani

shutterstock © Madlen Bild-ID: 140095942

BUCHSZENE-Faktor:

Romantik

Komik

Weisheit


Gänsehaut


Unterhaltung


23. Mai 2018 | Simone Lilienthal | Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten


Eine Unternehmerstochter kämpft gegen den Bankrott. Eine Anwältin ringt mit der Krankheit. Und eine „Unberührbare“ wehrt sich gegen die Armut. Im Zentrum von „Der Zopf“ stehen drei starke Frauen.


Laetitia Colombanis drei Heldinnen sind allesamt Kämpfernaturen

Sie haben sich nie gesehen, sie kennen einander nicht und werden sich nie begegnen. Und doch ist das Schicksal von Smita, Giulia und Sarah buchstäblich zu einem Zopf verflochten. Laetitia Colombani erzählt in ihrem Debütroman „Der Zopf“ von drei Frauen, die nichts gemeinsam haben, außer, dass sie alle drei Kämpfernaturen sind.

Für ihren Traum vom besseren Leben riskiert Smita ihre Existenz

Smita lebt in Indien und gehört den „Unberührbaren“ an. Unterstes Bildungsniveau und menschenunwürdige Lebensumstände. Für ihren Traum, ihrer Tochter zu einem besseren Leben, als sie selbst es hatte zu verhelfen, riskiert sie Existenz und Leben. Laetitia Colombanis zweite Heldin heißt Giulia und ist die Tochter des Besitzers einer Perückenfabrik in Sizilien. Als der Vater einen schweren Unfall erleidet und ins Koma fällt, muss die introvertierte Büchernärrin plötzlich die Firma aus den roten Zahlen führen.

Eine Krankheit macht der Anwältin Sarah einen Strich durch alle Pläne

Schließlich begegnen wir noch Sarah. Die dreifache Mutter und Karrierefrau ist mit ihren 40 Jahren die älteste der drei Protagonistinnen. Die Anwältin aus Montreal taktet ihre Tage minutengenau durch, nichts ist für sie wichtiger, als in allen Lebenslagen die Beste zu sein. Doch dann macht ihr eine Krankheit einen unbarmherzigen Strich durch alle Pläne.

Sie sind Amazonen in einer Existenz, die sich nicht kontrollieren lässt

Zweifellos sind sie Amazonen, diese drei Figuren, die Laetitia Colombani sich ausgedacht hat. Jede auf ihre Weise und jede in unterschiedlichster Gestalt und Ausprägung. Sie lehren uns, dass Frauen alltäglich in Situationen geraten, die sie weder vorhersehen noch kontrollieren können. Dennoch pulsiert in jeder der drei eine ungeheure Kraft, sich allen Anforderungen des Lebens zu stellen.

Der Grundtenor des Romans ist positiv – man kann das Leben meistern

In „Der Zopf“ nimmt uns Laetitia Colombani mit auf eine intensive Reise über drei Kontinente. Sie konfrontiert uns mit unterschiedlichen Lebenskonstrukten und schreckt dabei nicht davor zurück, auf die Missstände aufmerksam zu machen, die noch in vielen Teilen der Welt vorherrschen. Und doch tut sie dies niemals abwertend, sondern macht uns vielmehr aufmerksam auf die Wunder, die jede dieser drei Erfahrungswelten für die jeweilige Frau bereithält. Sie richtet den Blick ihrer Protagonistinnen bei allen Widrigkeiten stets auf das Positive und gibt uns als Lesern zu verstehen, dass Frauen in der Lage sind alles zu meistern, solange sie nur hart arbeiten und an das Gute im Leben glauben. Und so ist „Der Zopf“ ein schönes Debüt, das seine Leserinnen und Leser viel über Emanzipation und Lebensfreude lehren kann.

Share this post:
Share this post:
Mehr zur Rubrik
Paulo Coelhos autobiografischer Roman „Hippie“ in der Buchvorstellung
Titelbild Hippie

Gegenwartsliteratur | 15. Oktober 2018 | Bernhard Berkmann

Eine spannende Suche nach Identität und Werten, eine große Liebe und ein Road-Trip nach Nepal. Paulo Coelho erzählt in „Hippie“ aus seinem Leben: Wie er unsterblich verliebt im Magic Bus um die Welt fuhr.

Diese Satire ist kein Spaß, sondern bitterer Ernst
Timur Vermes‘ Flüchtlingsroman „Die Hungrigen und die Satten“ im Bestseller-Check
Titelbild Die Hungrigen und die Satten

Gegenwartsliteratur | 7. Oktober 2018 | Jörg Steinleitner

In „Die Hungrigen und die Satten“ lässt Timur Vermes 400.000 Flüchtlinge von Afrika zu Fuß nach Europa gehen. Eine Satire, die der Verlogenheit unserer Zeit so nahekommt, dass es nur noch weh tut.

Hirn eingefroren – künstliche Intelligenz geworden
Dennis E. Taylors „Ich bin viele“ ist ein humorvoller Roman über künstliche Intelligenz
Titelbild Ich bin viele Dennis E. Taylor

Gegenwartsliteratur | 24. September 2018 | Simone Lilienthal

Bob lässt sein Gehirn eingefrieren. Als er bei einem Unfall stirbt, lebt er als künstliche Intelligenz weiter. Dennis E. Taylors „Ich bin viele“ ist ein unterhaltsamer Roman zu einem aktuellen Thema.

Fünfundzwanzigmal geküsst – Wassily Kandinsky und Gabriele Münter
Mary Bassons „Die Malerin“
Titelbild Die Malerin Mary Basson

Bestseller-Check | 17. September 2018 | Jörg Steinleitner

Ein Frauenroman über Liebe und Kunst in politisch bewegter Zeit. Mary Bassons „Die Malerin. Die Kunst war ihr Leben – Kandinsky ihr Schicksal“ erzählt Gabriele Münters Leben. Unser Bestseller-Check!


Mit der Nutzung von BUCHSZENE.DE erklären Sie sich damit einverstanden, dass unser Internetauftritt und unsere Tools/Plugins Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.