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Eine tote Frau, drapiert wie eine prähistorische Venusfigur
In „Revanche“, dem zehnten Fall für Bruno, wird der Chef de police zu einem außergewöhnlichen Tatort gerufen: Die Leiche der Frau liegt unterhalb einer zu einem Château des Périgord gehörenden Felsenklippe. Die Tote ist gekleidet in einen blauen Trainingsanzug, sie liegt auf dem Rücken, und der Kopf ist so extrem nach rechts verdreht, dass der Hals gebrochen sein muss. Auch der Körper der Frau weist mehrere Knochenbrüche auf. Fingerabdrücke zu nehmen, ist unmöglich, weil die Fingerkuppen ganz wund sind, vom Klettern – oder hat hier jemand Hand angelegt, um die Identifizierung zu erschweren? Die Frau war im dritten Monat schwanger. Neben ihrer Hand liegt ein Kuhhorn. Dies und die Pose der Frau erinnern an die Darstellung einer prähistorischen Venusfigur. Womit wir bei einem der Themen wären, um die Martin Walker in seinem neuen Krimi kreist: die Geschichte der Menschheit. An dieser Stelle könnte man bereits auf die Idee kommen, dass dieses Thema eine Nummer zu groß sein könnte für einen netten Roman aus Frankreichs Südwesten.Anscheinend wollte das Opfer eine Inschrift an die Felswand sprayen
Aber zurück zum Opfer: Was genau ist mit der Frau geschehen? Hat sie sich das Leben genommen? Wurde sie hinabgestürzt? Als Bruno weit oben an der Felswand eine mit einer Spraydose angebrachte Inschrift entdeckt, bekommen die Ermittlungen des Chef de police eine konkretere Richtung. „IFTI“ steht da in gelbroter Leuchtfarbe. Diese Buchstabenfolge scheint es nur im Arabischen zu geben. Zum Beispiel in dem Wort Ifriqiya, dem alten Namen für Nordafrika. Wenn man sich das I am Schluss als unfertiges A vorstellt, könnte auch iftar gemeint sein, das Abendessen während des Fastenmonats Ramadan. Doch was hätte ein solches Wort an einer Burgmauer verloren? Um die Verwirrung zu komplettieren, findet Bruno heraus, dass Iftikhar so viel wie Stolz oder Ruhm bedeutet. Es folgen weitreichende Ausführungen über die Geschichte Arabiens, Jerusalems, Palästinas und Israels.Bruno trinkt Champagner und bekommt eine Begleiterin in hohen Lederpumps
Zwischendurch kocht und isst Bruno allerlei französische Spezialitäten, was sich so elegant liest, dass man Appetit bekommt; und er trinkt in alter Bruno-Manier Champagner und Bergerac Rosé vom Chateau Haut Garrigue, Weißwein von Pierre Desmartins sowie den Clos Montalbanie, einen leichten Rotwein vom Chateau Tiregand, der wohl gut zum Kalbsragout passt. Erfreulich ist, dass man ihm eine junge Dame vom Justizministerium zur Seite stellt, die mit schwarzen Lederpumps anstöckelt, ihre Zähne sind so blendend weiß wie ihre Lippen rot sind. Aber Amélie Plessis entpuppt sich im Laufe der Geschichte als gar nicht so schlimm wie befürchtet, obwohl sie eigentlich entsandt wurde, um Brunos unorthodoxe Ermittlungsmethoden kritisch zu begutachten.Hat der Todessturz einen sexuellen Hintergrund – oder einen religiösen?
Revanche
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