ISBN 978-3-651-02567-7

496 Seiten

€ 22,00

Ex-Cop Cal ist von Chicago nach Irland gezogen und stößt auf einen mysteriösen Fall um bestialisch ermordete Tiere und einen verschwundenen Teenager. Tana Frenchs Krimi „Der Sucher“ im Bestseller-Check.

In Tana Frenchs Krimi „Der Sucher“ ermittelt ein Chicagoer Ex-Cop in Irland

Titelbild Der Sucher

Einen Ex-Cop aus Chicago verschlägt es nach Irland

Cal Hooper war lange Zeit Cop in Chicago. Nachdem seine Ehe in die Brüche geht, die einzige Tochter ins Ausland zieht und der Kontakt abreißt, entschließt er sich zu einem Neustart im Westen Irlands. Cal kauft ein heruntergekommenes, altes Haus und beginnt direkt nach seinem Einzug mit den Renovierungsarbeiten. Zudem knüpft er erste Kontakte zu den etwas eigenen aber durchaus offenen Dorfbewohnern.

Bestialische Tiermorde und ein verschwundener Jugendlicher

Bei den Gesprächen mit den Einheimischen erfährt Cal, dass auf den umliegenden Farmen seit geraumer Zeit immer wieder Tiere bestialisch ermordet werden. Die Spuren deuten auf kein bekanntes Tier hin, so dass einige der Dorfbewohner sogar Aliens hinter den Taten vermuten. Doch damit nicht genug, hat Cal in seinem Haus regelmäßig das Gefühl beobachtet zu werden. Eines Tages schafft es Cal das Kind, das ihn seit geraumer Zeit immer wieder heimlich besucht, zu stellen und dessen Vertrauen zu gewinnen. Cal wird das Gefühl nicht los, dass das Kind etwas beschäftigt. Und er soll Recht behalten: Sein großer Bruder Bren ist spurlos verschwunden. Cal will versuchen, den Jungen zu finden.

Die Suche nach dem Jungen führt zu einem schlimmen Verbrechen

Cal hört sich im Dorf und bei der zuständigen Polizei um. Offensichtlich sucht niemand nach Bren, da alle der Meinung sind, dass der Junge ganz bewusst die Einöde verlassen hat, um sein Glück in einer Großstadt zu suchen. Dennoch beginnt Cal in alle Richtungen zu ermitteln – schließlich hat er dies dem Kind versprochen. Zu seinem großen Erstaunen muss er feststellen, dass ihn diese Recherchen tief hinein in eine dunkle Welt ziehen: Cal deckt weitreichende Machenschaften auf. Und er gerät bald selbst in große Gefahr.

Ein gefühlsbetonter, entschleunigter und bildgewaltiger Roman

Obwohl Tana Frenchs Plot mit dem verschwundenen Jungen und den ermordeten Tieren nach einem von vielen Krimis klingt, ist „Der Sucher“ ein gefühlsbetonter und entschleunigter Roman, der vor allem durch bildgewaltige Landschaftsbeschreibungen besticht. Trotz Cals Ermittlungen stehen doch die Gefühle der einzelnen Protagonist*innen, die dörfliche Gemeinschaft und die atemberaubenden Weiten Irlands im Vordergrund. Der Roman hat etwas Hintergründiges und Nachdenkliches, das mich noch lange Zeit nach dem Lesen beschäftigt und fasziniert hat. Auch Cals distanzierte Beziehung zu seiner Tochter nimmt immer wieder Raum ein und ist authentisch und nachvollziehbar beschrieben.

Einige kritische Anmerkungen zu Tana Frenchs „Der Sucher“

Dennoch konnte mich dieser Roman nicht ganz überzeugen. Dazu ist die Handlung stellenweise zu ausschweifend und langatmig. Egal ob es um die beeindruckenden Landschaften, Cals Renovierungsarbeiten oder die Kontakte zwischen den Dorfbewohnern geht, Tana French beschreibt viel Nebensächliches und für die Handlung gänzlich Unnötiges zu detailliert und daher langatmig. Stellenweise habe ich die Lust weiterzulesen verloren, da sich diese Nebensächlichkeiten oftmals über ganze Kapitel erstrecken und die Handlung sich dadurch nur mühsam weiterbewegt. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen, da mich diese detailverliebten Beschreibungen (beispielsweise die Restauration eines alten Schreibtisches) zwar anfangs begeisterten, aber mit zunehmender Seitenzahl vom Weiterlesen abschreckten.

ISBN 978-3-651-02567-7

496 Seiten

€ 22,00

<a href="https://buchszene.de/redakteur/stephanie-pointner/" target="_self">Stephanie Pointner</a>

Stephanie Pointner

Geboren 1992 in Traunstein, zog Stephanie Pointner nach dem Abitur nach Innsbruck, studierte und arbeitet seit 2014 als Sozialarbeiterin in der Behindertenhilfe. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Partner und ihrer gemeinsamen Tochter in Tirol. Stephanie Pointner mag Sport, die Berge und natürlich: Bücher!

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Vom Autor des SPIEGEL-Bestsellers „Der Buchspazierer“: ein warmherziger Roman mit ganz viel Gefühl und in wunderbarer Sprache. Bestseller-Autor Carsten Henn erzählt in „Der Geschichtenbäcker“ davon, sich selbst anzunehmen, wie man ist, von den Zutaten für ein gutes Leben - und…

  • Elle Bishop, 50, glücklich verheiratet, steht vor einer großen Entscheidung: Bleibt sie bei ihrem Ehemann oder verlässt sie ihn und ihre Familie für ihren Jugendfreund, mit dem sie eine unvergessliche Nacht verbracht hat.

  • Der legendäre Tierfilmer und Naturforscher porträtiert in diesem KOSMOS Sachbuch die Lebensräume und Verletzlichkeit unserer Erde.

  • Plötzlich ein Held: SPIEGEL-Bestseller-Autor Maxim Leo erzählt von einem erfolglosen Berliner Videothekenbesitzer, der ungewollt zum Helden wird.

  • Lacy Stoltz hat als Anwältin bei der Gerichtsaufsichtsbehörde in Florida schon viele Fälle Lacy Stoltz hat als Anwältin bei der Gerichtsaufsichtsbehörde in Florida schon viele Fälle von Korruption erlebt.

  • Was wissen wir schon über unsere Eltern? Meistens viel weniger, als wir denken. Und manchmal gar nichts. Die fünfzehnjährige Kim hat ihren Vater noch nie gesehen, als sie von ihrer Mutter über die Sommerferien zu ihm abgeschoben wird.