In Amerika gilt er als Bibel der Ernährung. Sein Autor, Professor Willett, ist ein Top-Wissenschaftler. Der „Harvard Medical School Guide Gesunde Ernährung” nimmt auch Food-Trends kritisch unter die Lupe.

Der „Harvard Medical School Guide Gesunde Ernährung” erscheint erstmals auf Deutsch

Harvard Medical School Guide Gesunde Ernährung

Es lohnt sich, gut zu essen. Aber was ist gutes Essen eigentlich?

Es ist ganz einfach: Gutes Essen, regelmäßige Bewegung und Nichtrauchen können unser Leben beträchtlich verlängern. Wer sich an den genannten Dreiklang hält, gehört zur Gruppe der Glücklichen, in der 80 Prozent der Herzanfälle, 90 Prozent der Typ-2-Diabetes und 70 Prozent der Darmkrebserkrankungen vermieden werden. Ganz zu schweigen von Schlaganfällen, Osteoporose, Verstopfung, Gedächtnisverlust, Demenz und mehr. Es lohnt sich also gut zu essen. Aber was ist gutes Essen eigentlich?

Professor Willetts Werk gilt in den USA als Bibel der Ernährung

Der „Harvard Medical School Guide Gesunde Ernährung” beantwortet diese spannende Frage hundertprozentig wissenschaftsbasiert. Das Werk von Professor Walter Willett, dessen Spezialgebiet die Untersuchung des Einflusses von Ernährungsgewohnheiten auf die Entstehung von Krankheiten ist, kann von jeder und jedem sofort und ganz praktisch als Leitfaden für eine gesunde Ernährungsweise angewandt werden. In Amerika gilt das Buch des Professors, der auch Mitautor der wohl bekanntesten Ernährungs-Studie, der vielzitierten Nurses‘ Health Studie ist, als Bibel der guten Ernährung. Nun liegt es endlich in deutscher Übersetzung vor.

Gemüse und Obst ja, tierisches Eiweiß und Saft nein

Professor Willetts Konzept basiert auf der traditionellen mediterranen Ernährung. Für ihn kommt es mehr auf die Qualität der Kohlenhydrate als auf die Menge an. Seine Tipps sind so einfach wie überzeugend: Wir sollen viel Gemüse und Obst essen und Fruchtsäfte, Mais und Kartoffeln eher meiden. Pflanzliche Fette sollten wir gegenüber tierischen bevorzugen. Kohlenhydrate sollten wir vor allem aus Vollkorn ziehen, rotes und verarbeitetes Fleisch weglassen und Alkohol meiden. Wasser ist gut, Kaffee und Tee sind okay, zuckerhaltige Limos eher schlecht.

Der Professor erklärt auch die wissenschaftlichen Hintergründe sehr gut

Aber woher weiß Professor Willett, dass die mediterrane Ernährung so gut für unsere Gesundheit ist? In seinem Buch beschreibt er gut verständlich die Ergebnisse mehrerer Studien. Zum Beispiel stellte man bereits in den 1980er-Jahren fest, dass griechische Männer länger als US-amerikanische Männer lebten – und dies trotz eines relativ einfachen Gesundheitssystems. Auch war ihre Herzerkrankungsrate erstaunlich niedrig. Es lohnt sich also, diesen Dingen auf den Grund zu gehen.

Vorsicht vor Food-Trends und offiziellen Ernährungsempfehlungen!

Mit dem „Harvard Medial School Guide Gesunde Ernährung“ ist dies keine trockene, sondern eine so spannende wie inspirierende Aufgabe. Denn einerseits ist es interessant, die wissenschaftlichen Hintergründe kennenzulernen. Andererseits sind die Tipps angenehm praktisch. Wir erfahren, wie wir uns im Alltag vernünftig ernähren, ohne dass sich das wie ein schlimmer Verzicht anfühlt. Wir bekommen simple Ernährungstipps, die uns nicht überfordern. Und – was besonders aufschlussreich ist: Professor Willett nimmt auch Stellung zu Food-Trends, die auf den ersten Blick attraktiv wirken, sich bei intensiverer Beschäftigung jedoch als Eintagsfliegen entpuppen. Das Fazit des erfahrenen Autors ist klar: Nicht einmal jede offizielle Ernährungsempfehlung ist ein Jackpot für die Gesundheit. Wir sollten uns selber kümmern und informieren.


 

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Tim Pfanner

Nach der Schule jobbte Tim Pfanner in einer Druckerei und einer Tankstelle. Weil er Bücher liebt, begann er irgendwann, Buchrezensionen zu schreiben und stellte begeistert fest, dass dies ein Beruf ist. Tim Pfanner spielt Basketball und geht gerne in die Berge. Sein Lieblingsgetränk ist Cuba Libre.

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