Eine brutale Mordserie erschüttert in Oliver Pötzschs „Das Buch des Totengräbers“ das Wien von 1893. Gemeinsam mit einer Telefonistin und einem Totengräber übernimmt der Polizist Leo die Ermittlungen.

Oliver Pötzsch entführt uns mit „Das Buch des Totengräbers“ nach Wien

23. August 2021 | Stephanie Pointner

Oliver Pötzsch

Das Buch des Totengräbers

ISBN 978-3-86493-166-6

448 Seiten | € 16,99

Ullstein

Romantik (2/5)

Komik (1/5)

Weisheit (3/5)

Gänsehaut (5/5)

Unterhaltung (5/5)

Titelbild das Buch des Totengräbers

Eine brutale Mordserie erschüttert das Wien des Jahres 1893

Im Wien des Jahres 1893 werden binnen weniger Tage die Leichen mehrerer junger Frauen gefunden. Die Dienstmädchen wurden allesamt auf die gleiche brutale Weise gepfählt und getötet. Während in der österreichischen Metropole die Angst vor einem Serientäter umgeht, ermittelt die Polizei in alle Richtungen, da sie weder ein Motiv noch einen möglichen Täter sieht.

Ein Polizist, eine Telefonistin und ein Totengräber ermitteln

Unter den ermittelnden Polizisten ist auch der neu eingestellte Leopold von Herzfeldt. Leo kommt aus Graz, spricht Hochdeutsch und ist ein Verfechter der neuesten Ermittlungsmethoden, was den meisten seiner Kollegen sauer aufstößt. Binnen kürzester Zeit macht sich Leo viele Feinde in den eigenen Reihen und er muss schnell feststellen, dass seine Ermittlungen sabotiert werden. Daher beginnt er gemeinsam mit der Telefonistin Julia und dem Totengräber Augustin auf eigene Faust zu ermitteln.

Das ungleiche Team gerät in große Gefahr

Diese eigenmächtigen Recherchen führen zu Leos Entlassung. Dennoch will er den Fall unbedingt lösen, da eine der toten Frauen eine Freundin Julias war. Das ungleiche Team verzeichnet erste Ermittlungserfolge. So vermuten sie einen Zusammenhang mit einem Kindesmissbrauchsring, dessen Mitglieder aus den höchsten Kreisen stammen. Leo und Julia begeben sich auf einen gefährlichen Alleingang, der die beiden in eine schier ausweglose Lage bringt.

„Das Buch des Totengräbers“ erzählt einen spannenden Kriminalfall

Mit „Das Buch des Totengräbers“ hat Oliver Pötzsch hat einen ungemein fesselnden Kriminalfall mit ausführlich recherchierten und detailreich geschilderten historischen Fakten verbunden. Der Aufbau des Krimis ist gelungen: Mit zunehmender Seitenzahl baut sich eine immer größere Spannung auf, die gerade zum Ende hin kaum noch auszuhalten ist. Oliver Pötzsch bindet raffinierte Wendungen und zahlreiche falsche Fährten ein und findet immer das richtige Tempo. Als Leser*in wird man regelrecht in den Sog der Handlung gezogen und kann dadurch das Buch kaum noch zur Seite legen. Obwohl immer wieder historische Fakten, Persönlichkeiten und gesellschaftliche Entwicklungen in die Handlung eingeflochten werden, leidet die Spannung in keinster Weise darunter, da die Ermittlungen stets im Vordergrund stehen. Die Auflösung ist unerwartet, dennoch glaubwürdig und mit rasanter Action gespickt.

Pötzsch bindet historische Persönlichkeiten und Ereignisse glaubhaft ein

Obwohl der Schwerpunkt von Oliver Pötzschs Roman auf Leos Ermittlungen liegen, bekommt man einen authentischen Einblick in das Wien des Jahres 1893 und die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse. Historische Persönlichkeiten und Ereignisse werden gelungen in die Handlung eingebaut, ohne dass dies konstruiert oder gewollt wirkt. Stets hat man den Eindruck, dass die Fakten für den Fortgang der Handlung wichtig sind.

Oliver Pötzsch beschreibt die Abgründe einer glamourösen Weltstadt

Besonders gelungen beschreibt Oliver Pötzsch die technologischen Fortschritte (wie Fotografie) und das daraus resultierende Diskussionspotenzial in der Gesellschaft. Aber auch die Schattenseiten Wiens – wie Prostitution, Armut, Krankheit oder unhygienische Zustände – bekommen Platz in diesem Roman und verdeutlichen die Abgründe der nach außen hin glamourösen Weltstadt. Die Atmosphäre ist stets düster und etwas beklemmend, was „Das Buch des Totengräbers“ zu einem atmosphärischen und rundum gelungenen Lesehighlight macht.

 

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