Herr Rai, Herr Rath, die Helden Ihres Hörbuchs „Bullenbrüder“ sind der Kriminalkommissar Holger und sein Bruder Charlie, ein Privatdetektiv. Die beiden reiben sich, aber die gemeinsam im Gartenhaus geleerten Sixpacks sorgen dann doch für ausreichend Schmierstoff. Das sehr lustige Hörbuch macht erstens Durst und zweitens lässt es vermuten, dass Sie beim Schreiben Spaß hatten. Wurde dabei auch das eine oder andere Sixpack geleert?
Hans Rath (HR): Sagen wir so: Bier würde helfen, allerdings sind wir beide eher Weintrinker.
Edgar Rai (ER): Je nach Tageszeit geht aber auch Kaffee.
HR: Wir haben es sogar schon mal mit Wasser versucht.
ER: Aber Wein funktioniert eindeutig besser.
Die Bullenbrüder bekommen es mit einem ziemlich komplexen Fall zu tun. Es geht um einen Mord an einem Drogendealer in einer VIP-Hoteletage …
HR: Dazu muss man wissen, dass die „schwarze Etage“ des Hotel Kosmos bereits in den 70ern ein legendenumwobener Ort war. Entsprechend illustre Gäste sind dort anzutreffen, als im Aufzug eine Leiche samt Kokainkoffer gefunden wird.
Wen treffen wir denn da beispielsweise?
ER: Mal sehen: Ein Mitglied der Fifa-Ethikkommission, der mit einem Berliner Staatssekretär Sex hat, einen altersschwachen Dirigenten, der sich mit einer Kunststudentin vergnügt, oder auch das hochrangige Aufsichtsratsmitglied eines namhaften deutschen Automobilkonzerns.
HR: Holger ist jedenfalls mächtig genervt von dem ganzen Kuddelmuddel.
ER: Genau. Und er hat da sowas von keinen Bock drauf. Ihn da hinein zu schicken war die reine Freude. Für uns.
Ihr Erzählton und Ihre Sprache sind lässig. Die Augen von Charlies Ex etwa beschreiben Sie als „fast schwarz und groß wie Billardkugeln. Der perfekte Moment, um doch noch im Bett zu landen. Findet Charlie …“ In Ihrem Werk finden sich viele solcher Metaphern. Schütteln Sie die beim Schreiben aus dem Handgelenk oder ist das harte Arbeit?
ER: Aus dem Handgelenk schütteln ist harte Arbeit! Fragen Sie mal einen Zauberkünstler, wie lange der üben muss, bevor er ein Pik As locker aus dem Handgelenk schüttelt.
HR: Manchmal schüttelt man auch voreilig, und muss dann nachher trotzdem noch hart dran arbeiten.
ER: Oder man arbeitet hart und schütteln wäre besser gewesen.
Wie genau ist Ihr Roman entstanden – haben Sie gleichzeitig am Text gearbeitet oder getrennt?
ER: (zu HR) Wollen wir das verraten?
HR: Was meinst du?
ER: Nö.
HR: Gut. Dann verraten wir es nicht.
ER: Also schön: Wir entwickeln gemeinsam und schreiben getrennt. Und dann nochmal alles über Kreuz.
HR: Jetzt hast du es ja doch verraten.
ER: Ja. Ich dachte, das wär okay für dich.
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