
Ein ermordetes Schaf, Rich Kids, die Drogen nehmen, und eine Rentner-Gang, die Kriminalfälle aufklärt. Frau Heldt, die Zutaten für Ihren neuen Insel-Krimi sind mal wieder einmalig. Wie viel Wahres steckt in Ihrem neuen Sylt-Krimi? Oder anders gefragt: Wie sehr lassen Sie sich beim Schreiben von der Realität inspirieren?
Schon sehr. Manchmal passiert in der Realität etwas und ich habe sofort den Gedanken, dass ich hier weitermachen muss. Bei diesem Krimi war es so. Ich war Pfingsten auf Sylt, das bin ich meistens, weil meine Mutter um diese Zeit Geburtstag hat und auf Sylt lebt. Jetzt ist Kampen seit einigen Jahren ein echter Hotspot geworden. In allen Clubs in Kampen finden Partys statt, die Nächte werden durchgemacht, überall treffen sich die jungen Schönen und meistens auch Reichen und machen Stimmung. Es ist natürlich nicht billig, aber es ist Pfingsten und es ist Sylt und oft scheint die Sonne, also lassen sie es krachen. Und zwar richtig. Nur drehen manche auch ein bisschen durch, einige haben es schon mal in die Berichterstattung der Boulevardmedien geschafft und das nicht, weil sie so gut tanzen konnten, sondern sich einfach schlecht benommen haben. Und als ich das alles so beobachtet habe, kam mir der Gedanke, was Karl Sönnigsen wohl dazu sagen würde. Damit begann die Geschichte.
„Zwischen Gut und Böse“ ist Ihr dritter Sönnigsen-Krimi. Stimmt es, dass es auch Ihr letzter sein soll? Warum? Wir lieben diesen mürrischen und misstrauischen Ex-Kommissar!
Der Fall, den Karl Sönnigsen hier lösen muss, bringt ihn irgendwann in einen Gewissenskonflikt. Er ist immer noch ganz tief in seinem Innern ein Polizist, der sich an Regeln, an Gesetze und an Pflichten hält. Und ich habe mir überlegt, was ein Mann wie Karl machen würde, wenn er aus guten Gründen jemanden laufen lassen müsste. Oder Beweise zurückhalten wollte. Um jemanden zu schützen. Was er nur mit seinem Pflichtgefühl vereinbaren könnte, wenn er sich nicht mehr als Polizist sehen würde. Und das passiert ihm.
Was mögen Sie selbst an Sönnigsen am meisten?
Seinen Sinn für Anstand und Gerechtigkeit. Und auch ein bisschen die Überheblichkeit des Alters, die tiefe Überzeugung, dass man alles eigentlich besser kann als diese junge Generation, die jetzt zum Zuge kommt. Aber er ist auch ein guter Freund. Mit vielen liebenswerten Schrullen.
Kommen wir zum Kriminalfall: Wie kommt das Schaf zu Tode?
Es liegt plötzlich tot auf der Straße. Vermutlich ein Autounfall mit Fahrerflucht. Aber Karl ist elektrisiert, weil er von zwei jungen Männern in einem protzigen Geländewagen überholt wurde, die ihm vorher schon unangenehm aufgefallen waren. Ohne Augenzeuge des Unfalls gewesen zu sein, sagt ihm sein Gefühl, dass die beiden Jungs das Schaf auf dem Gewissen haben. Und schon hat er einen neuen Fall. Wobei das Schaf nur der Anfang ist.
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