Haavard ist Arzt, Clara arbeitet für die Regierung. Beide kämpfen gegen Kindesmissbrauch. Doch eines Tages geschieht ein Mord. Ruth Lillegravens Thriller „Tiefer Fjord“ ist voller überraschender Wendungen.

Ruth Lillegravens Psychothriller „Tiefer Fjord“ befasst sich mit Kindesmissbrauch

10. September 2021 | Stephanie Pointner

Ein Ehepaar kämpft für den Schutz misshandelter Kinder

Haavard und Clara sind seit Jahren verheiratet, aber sie haben sich in letzter Zeit voneinander entfernt und teilen kaum noch gemeinsame Interessen. Einzig der Schutz misshandelter Kinder liegt beiden am Herzen und hierfür kämpft jeder auf seine eigene Art. Haavard, Arzt im Krankenhaus, fertigt eine Liste an mit Eltern, deren Kinder mit Symptomen eingewiesen werden, die auf häusliche Gewalt hindeuten. Clara, Mitarbeiterin in der Regierung, versucht einen Gesetzentwurf durchzubringen, der eben diese Kinder besser schützen und ihre Rechte stärken soll.

Ein verdächtiger Vater wird auf dem Klinikgelände ermordet

Eines Tages muss Haavard einen kleinen Jungen mit Migrationshintergrund behandeln, der deutliche Anzeichen schwerer Misshandlungen aufweist. Für den Arzt ist schnell klar, dass der Vater des Kindes hinter den Verletzungen steckt. Der Junge erlitt eine derart schwere Hirnverletzung, dass er im Krankenhaus verstirbt. Noch auf dem Klinikgelände wird der Vater des toten Jungen brutal ermordet. Für die Ermittler ist anfangs nicht klar, ob die Tat einen ausländerfeindlichen Hintergrund hat oder jemand den Tod des Jungen rächen wollte. Kurze Zeit später besucht Haavard eine Tagung in einem Hotel. Dort begegnet er einer Frau, die ebenfalls auf seiner Liste steht, da sie ihre Kinder schwer misshandelt haben soll. Am nächsten Morgen ist auch die Frau tot. Sie wurde mit derselben Waffe erschossen wie das erste Opfer. Unversehens gerät Haavard selbst ins Visier der Polizei.

Haavards Frau Clara scheint ein Geheimnis zu hüten

Gemeinsam mit seiner Frau Clara reist er in ihre Heimat. Dort muss er feststellen, dass sie ihm ein dunkles Kapitel ihres Lebens verschwiegen hat. Haavard recherchiert immer mehr über Claras Vergangenheit. Dabei kommt er dem Mörder immer näher.

Ruth Lillegraven überrascht mit vielen erstaunlichen Wendungen

Ruth Lillegravens „Tiefer Fjord“ ist ein fesselnder Roman mit kurzen Kapiteln, unerwarteten Wendungen und nervenzerreißender Spannung, der einen binnen weniger Seiten in seinen Sog zieht. Man kann das Mordmotiv nicht nur verstehen, sondern heißt es sogar bis zu einem gewissen Grad gut, weshalb sich die Suche nach dem Täter als besonders nervenzerreißend gestaltet. Einerseits will man natürlich, dass der Täter gefasst wird und die Mordserie endet, aber andererseits fiebert man auch mit dem Täter mit, da dessen Motiv nachvollziehbar ist. Umso erstaunter war ich, als mitten im Buch die Identität des Mörders und seine wahre Motivation aufgedeckt wurden. Diese Wendung kam für mich völlig unerwartet, aber sie ist schlüssig. Dies ist übrigens nicht die einzige unerwartete und abrupte Wendung, die diesen Roman zu einem mitreißenden Pageturner macht.

„Tiefer Fjord“ arbeitet das Thema Kindesmissbrauch realistisch auf

Im Mittelpunkt von „Tiefer Fjord“ steht das Thema Kindesmissbrauch, auch in Zusammenhang mit Migration. Ruth Lillegraven arbeitet dieses Thema respektvoll auf und betont stets seine Aktualität und hohe Bedeutung. Dadurch wird man zum Nachdenken angeregt – auch lange über die Lektüre hinaus. Es ist tatsächlich vorstellbar, dass diese Geschichte auch Wirklichkeit passiert. Durch das Lesen von „Tiefer Fjord“ wird einem einmal mehr bewusst, dass zahlreiche wehrlose Kinder unentdeckt unter häuslicher Gewalt leiden und es an der Politik wäre, ein besseres Schutzkonzept für sie zu entwickeln.

 

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