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Ich verstehe mein Auto nicht mehr – mal springt es an, mal nicht
Mein Auto ist zehn Jahre alt und zur Zeit spinnt es. Mal springt es an, mal nicht. Das ist sehr unpraktisch, vor allem, wenn ich irgendwo pünktlich sein muss. Ich drehe den Schlüssel herum, aber der Wagen gibt nicht ein einziges Geräusch von sich. Ich schiebe es an, weil ich denke, es könnte die Batterie leer sein (wobei ich die erst kürzlich ausgetauscht habe), aber auch das Anschieben hilft nichts. Wenn ich dann ein bisschen warte, kann es sein, dass mein Wagen beschließt, doch wieder anzuspringen. Dies dann merkwürdigerweise ganz ohne Zicken: Ich drehe den Schlüssel herum und der Motor läuft. Es ist mir ein Rätsel.
Margaretes Auto öffnete selbständig die Türen – auch während der Fahrt
Als ich kürzlich mit einigen Freundinnen zusammensaß und von meinem Auto erzählte, belächelte mich Margarete nur. Sie habe vor einigen Jahren einen Wagen gehabt, der mal, als Margarete im Starkregen unterwegs gewesen sei, eigenhändig die elektrischen Scheiben habe herunterfahren lassen. Als Margarete und ihre Familie versucht hätten, die Scheiben wieder zuzumachen, sei das nicht gegangen. Auch habe er bei verschiedenen Gelegenheiten, manchmal sogar während der Fahrt, die Schiebetüren selbständig geöffnet. Ohnehin habe die Karre sich mitunter nicht abschalten lassen: Wenn Margarete das Auto irgendwo geparkt und den Zündschlüssel herumgedreht habe, habe der Motor nicht reagiert, sondern sei einfach weitergelaufen.
Reginas Hochzeit musste wegen eines Autos verschoben werden
Als Regina, die auch mit am Tisch saß, diese Geschichte hörte, erinnerte sie sich an ihre eigene Hochzeit: Sie sei gemeinsam mit ihrem Verlobten von einem Freund in einem schönen alten und mit Blumen geschmückten Mercedes zur Kirche gefahren worden. Sie sei ausgestiegen und man habe sie vor den Altar geführt. Der Freund sei mit dem Mercedes weggefahren, um ihn zu parken, weil vor der Kirche war das nicht erlaubt. Eigentlich hätten sie und ihr Mann nun heiraten wollen. Aber gerade, als die Zeremonie beginnen sollte – in den Kirchenbänken warteten 200 Gäste – sei der Freund total nassgeschwitzt wiedergekommen und habe Reginas Mann etwas ins Ohr geflüstert; nämlich, dass er den Wagen auf einem guten Parkplatz abgestellt habe, aber die Karre lasse sich nicht ausschalten. Er habe alles versucht, doch der Daimler laufe einfach weiter. Deshalb sei er jetzt wiedergekommen und der Wagen stehe draußen, mit laufendem Motor. Da habe Reginas Bräutigam ihr ins Ohr geflüstert, er könne sie jetzt noch nicht heiraten, er müsse erst mit dem Freund den Wagen wegparken und ausschalten. Immerhin kam der Bräutigam dann wieder und Margarete und er sind bis heute glücklich verheiratet.
Bei meinem Ford Granada konnte man den Ganghebel herausheben
Eines meiner ersten Autos war ein schwarz gewalzter Ford Granada. Ich hatte ihn für 300 Mark gekauft. Wenn man schaltete, musste man aufpassen, dass man nicht den Ganghebel herauszog, er war nur hineingesteckt. War er mal draußen, war es ein ziemliches Gefummel, ihn wieder hineinzukriegen. Das war vor allem während der Fahrt nicht ganz ungefährlich. Trotzdem muss ich sagen, dass der Wagen drei Wochen lang ganz gut lief. In der vierten Woche aber sprang er plötzlich nicht mehr an. Ich wollte ihn reparieren lassen, doch der Automechaniker, der die Autos meiner Eltern reparierte, weigerte sich, den Granada anzufassen, er meinte, das sei kein Auto, sondern ein Dreckshaufen. Als sich dann auch noch unsere Nachbarn beschwerten, weil der Granada Ölflecken auf der Straße machte, trennte ich mich schweren Herzens von ihm. Für die Entsorgung auf dem Schrottplatz musste ich dann noch einmal 150 Mark bezahlen.
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