London im Bann einer Seuche – Louise Welshs „V5N6 Tödliches Fieber“

London im Bann einer Seuche – Louise Welshs „V5N6 Tödliches Fieber“

17. August 2016 | Redaktion


„Man bekommt es mit der Angst. Und fiebert lesend vor sich hin.“
Die Welt

Wenn sogar der renommierte britische Independent vor Louise Welshs neuestem Machwerk warnt, dann sollte man dies unbedingt ernst nehmen: „Ein atemloser Krimi trifft auf eine erschreckend realistische Apokalypse. Schlagen Sie diesen Roman nicht auf, wenn Sie heute noch etwas vorhaben“, schreibt der Kritiker – und liegt mit dieser Warnung goldrichtig, denn was Welsh, die in den vergangenen Jahren bereits eine ganze Reihe so eigenwilliger wie herausragender Thriller vorgelegt hat, dieses Mal kredenzt, ist von außergewöhnlicher Qualität.

Alles beginnt mit drei Amokläufen, die ein unter dem heißen Sommer ächzendes London erschüttern. Scheinbar haben die drei Attentate mit den späteren Ereignissen nichts zu tun, aber für Stevie Flint sind sie wie ein dunkles Vorzeichen für das, was noch kommen wird. Und das ist furchtbar. Denn als Stevie von ihrem Freund versetzt wird und sie ihre Sachen aus seiner Wohnung holen will, findet sie ihn tot im Bett. Kurz danach wird sie schrecklich krank: hohes Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost. Als Stevie nach Tagen wieder mühsam auf die Beine kommt, hört sie, dass sich in London ein tödliches Virus verbreitet: Am „Schwitzfieber“ sterben die Leute in wenigen Tagen, die Krankenhäuser und Leichenhallen sind bereits überfüllt.

Louise Welsh treibt ein brillantes Spiel mit unseren größten Ängsten und lässt keine Zeit zum Durchatmen. The Times

Stevie Flint kümmert das nicht, sie hat eine eigene Mission. Auch wenn es in einer Stadt voller Toter nicht nach einem Mord aussieht: Sie ist überzeugt, dass der Tod ihres Freundes Dr. Simon Sharkey weder auf das Virus noch auf Selbstmord zurückzuführen ist, und macht sich auf die Suche nach seinem Mörder. Und so entwickelt sich „V5N6“ zu einem heimtückisch brillanten Thriller, der an die Fragilität unserer Zivilisation erinnert, der virtuos spielt mit kollektiven Ängsten und der uns mitten hineinkatapultiert ins Herz einer vom Tod bedrohten Metropole.

Louise Welsh

Geboren 1965 in London, studierte Louise Welsh Geschichte und arbeitete in einem Antiquariat. Ihr erster Roman Dunkelkammer wurde mit dem Crime Writers Association-Preis und dem John Creasey Memorial Dagger-Award ausgezeichnet.…
Zur Biografie von Louise Welsh

Louise Welsh

Geboren 1965 in London, studierte Louise Welsh Geschichte und arbeitete in einem Antiquariat. Ihr erster Roman Dunkelkammer wurde mit dem Crime Writers Association-Preis und dem John Creasey Memorial Dagger-Award ausgezeichnet.…
Zur Biografie von Louise Welsh

Mehr zur Rubrik
I.L. Callis‘ Thriller „Im Jahr der Finsternis“ spielt am Vorabend der Europawahl 2019
Im Jahr der Finsternis

Gewinnspiel-Archiv Krimis und Thriller | 24. Mai 2019 | Martina Darga

Was wäre, wenn einer der mächtigsten Männer der Welt ermordet würde, um eine entscheidende Wahl zu beeinflussen? I.L. Callis‘ Thriller „Im Jahr der Finsternis“ entwirft ein erschreckend reales Szenario.

Ray Celestins „Todesblues in Chicago” versetzt uns ins Amerika der frühen 20er Jahre
Titelbild Todesblues in Chicago

Frau Bluhm liest Krimis und Thriller | 17. April 2019 | Frau Bluhm

Eine Tochter verschwindet, ein Tatortfotograf findet eine Leiche ohne Augen – und jemand versucht Al Capone mit Champagner zu vergiften. Frau Bluhm liest Ray Celestins „Todesblues in Chicago“.

In Bernhard Aichners „Bösland“ wird ein Mädchen auf einem Dachboden brutal ermordet
Titelbild Bösland

Krimis und Thriller | 11. März 2019 | Birte Vandar

Zieht Gewalt unweigerlich neue Gewalt nach sich? In Bernhard Aichners fulminantem Roman „Bösland“ scheint es so. Alles beginnt mit dem Selbstmord eines Vaters. Und es kommen immer mehr Leichen hinzu.

Babylon-Berlin-Autor Volker Kutscher im Interview über seinen Gereon-Rath-Krimi „Marlow“
Titelbild Marlow

Bestseller-Check Interviews Krimis und Thriller | 16. November 2018 | Jörg Steinleitner

Volker Kutscher im Interview – über Geldhaie, den Morphium-süchtigen Göring und Erich Kästner, unsere gefährdete Demokratie, seine Fernsehserie „Babylon Berlin“ und den neuen Gereon-Rath-Krimi „Marlow“.