Alex Wheatle Liccle Bit Der Kleine aus Crongton | BUCHSZENE

Lemar ist 14 und verliebt. Weil er Geld braucht, übernimmt er Kurierdienste und gerät in einen Bandenkrieg. Alex Wheatles „Liccle Bit – Der Kleine aus Crongton“ ist ein cooler, kluger Jugendroman.

Alex Wheatles Jugendroman „Liccle Bit – Der Kleine aus Crongton“ in der Buchvorstellung

27. August 2018 | Tina Rausch

Titelbild Liccle Bit - Der Kleine aus Crongton Alex Wheatle

Foto © Syda Productions shutterstock-ID: 463656980

Liccle Bit ist 14 Jahre alt und hat es verdammt schwer

Mit 14 Jahren hat man es nicht leicht. Lemar Jackson, genannt Liccle Bit, lebt mit seiner chronisch überlasteten Mum, Oma Gran, Schwester Elaine und deren Baby auf engstem Raum. Klar, dass es ständig kracht. Sein Dad und seine neue Frau haben eine kranke Tochter und selber Stress. Lemar ist aussichtslos in Venetia verliebt – und dann läuft ihm Elaines berüchtigter Ex über den Weg. Von Manjaros Autorität und der Aussicht auf Geld geblendet, übernimmt Lemar Kurierdienste für ihn. Und obwohl er nicht weiß, was er da von A nach B befördert, ahnt er, dass es mit dem Bandenkrieg zwischen den North und South Crong zusammenhängt, bei dem es jüngst einen Toten gab …

„Liccle Bit – Der Kleine aus Crongton“ erinnert an „Die Outsider“

Wer sich jetzt an „Die Outsider“ von Susan E. Hinton erinnert fühlt, liegt gar nicht so falsch: „Liccle Bit – Der Kleine aus Crongton“ liest sich teils wie ein modernes Update des Jugendromans von 1967 – und das ist vor allem dem von Alex Wheatle eigens erfundenen Slang zu verdanken. Sein Jugendbuch-Debüt ist der Auftakt einer in Großbritannien hochgelobten Trilogie. Als Alex Wheatle 2016 für Teil zwei den Guardian Children‘s Fiction Prize erhielt, hob die Jury die schnelle, lebensnahe, „von der Seite singende Sprache“ hervor. Diese übertrug Conny Lösch genau wie die originellen Bilder gekonnt ins Deutsche.

Alex Wheatle macht das prima: Als Leser ist man dem Ich-Erzähler ganz nah

Ein Typ sieht schon mal so aus, „als hätte er ein paar Rottweiler gefrühstückt“, und als Venetias Lover Sergio auftaucht, fühlt sich der kleine Lemar, „als würden sich hässliche Insekten mit fiesen kleinen Klauen über mein Herz hermachen“. Als Leser ist man ganz nah dran an dem Ich-Erzähler, möchte ihn rütteln und zurück auf seinen Weg lotsen. Zum Glück hat er letztlich doch die richtigen Menschen um sich – seien es seine Freunde Jonah und McKay, vielleicht Venetia, seine Kunstlehrerin, die Familie. Und nicht zu vergessen: Karottenkuchen.

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