In der ersten Reihe sieht man Meer – Klüpfel und Kobr im Interview

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In der ersten Reihe sieht man Meer – Klüpfel und Kobr im Interview

8. März 2016 | Interview: Jörg Steinleitner | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten


Heiß diskutierte Fragen:
Ist die Klüpfel-Kobr-Neuerscheinung mit oder ohne Klufti?
Gibt es einen Kriminalfall im neuen Roman?
Wird es den neuen Kluftinger in 2016 geben?

„In der ersten Reihe sieht man Meer“ heißt der neue Roman von Klüpfel & Kobr. Uns verraten die beiden Allgäuer, was mit Kommissar Kluftinger los ist, in welche Mädchen sie sich in Italien verliebten und was Kobr an einer italienischen Geigenbauerschule verloren hatte.

Volker Klüpfel und Michael Kobr genießen dank ihrer Krimis um den Allgäuer Kommissar Kluftinger Kultstatus. Nach acht Klufti-Bänden betreten die beiden Schriftsteller literarisches Neuland: „In der ersten Reihe sieht man Meer“ ist weder ein Krimi, noch spielt die Geschichte im Allgäu: Klüpfel & Kobr entführen uns auf eine witzig-nostalgische Urlaubsreise nach Italien. Mit den Live-Programmen zu ihrem neuen Buch werden die beiden Entertainer wieder Hallen wie den Zirkus Krone füllen. Klüpfel, der Politik und Geschichte studierte und aus dem allgäuerischen Altusried stammt, lebt heute in Augsburg. Der studierte Lehrer Kobr lebt mit seiner Familie im Allgäu.

„Ich war in alle Italienerinnen verliebt“

Herr Klüpfel, Herr Kobr, Ihr neues Buch ist da – und es ist kein Kluftinger-Krimi. Was ist in Sie gefahren? Lebt Klufti noch?

Volker Klüpfel (VK): Und wie, sonst würden wir nicht gerade an Band Nummer 9 schreiben. Und die Fans werden ihn auch in unserem neuem Roman „In der ersten Reihe sieht man Meer“ entdecken …

Darin laden Sie uns ein auf eine Urlaubsreise nach Italien. Bitte verraten Sie ein bisschen mehr.

VK: Unsere Hauptfigur, Alexander Klein, ein Marketingmanager in der Gegenwart, wacht eines Tages in seinem 15-jährigen pubertierenden Körper auf, dazu verdammt, die Italienpremiere seiner Familie noch einmal nachzuerleben. Das heißt: rein ins vollgepferchte Auto, ohne Navi und Klimaanlage übern Brenner und im Urlaub dann die mitgebrachten Rouladen aus der Konserve vertilgen. Denn wer will denn schon das komische Zeug essen, das die Italiener einem da vorsetzen!

Foto von Volker Klüpfel und Michael Kobr wie sie am Strand für ein Foto posieren

Wird es auch einen Kriminalfall geben?

Michael Kobr (MK): Nein, aber über Alexander, der sich für eine italienische Strandschönheit zu interessieren beginnt, lernen die Kleins eine wunderbare italienische Familie kennen, die für einige Turbulenzen im Urlaub sorgt.

Ihre Geschichte ist inspiriert von den Reisen Ihrer Kindheit. Was war damals das Schönste und was das Verrückteste?

VK: Naja, ich war damals in der Hochpubertät, und da war es schon nett, dass es auch die Hochzeit der Oben-Ohne-Phase war.

MK: Oh, da möchte man sich Klein-Volker gar nicht am Strand vorstellen! Igitt! Verrückt war im Nachhinein, dass man es fertiggebracht hat, ohne Navi die Ferienwohnung zu finden, dass die einzige Informationsquelle eine drei Tage alte Bildzeitung war. Heute unvorstellbar. Und das Schönste war diese unheimlich privilegierte Langeweile, die sich einstellte, nachdem man das letzte lustige Taschenbuch von Disney durchhatte.

War einer von Ihnen auch mal in eine Italienerin oder eine deutsche Urlauberin verliebt?

VK: In eine? In alle! Leider blieb diese Zuneigung unerwidert.

MK: Damals hat man es doch schon zu Hause nicht fertiggebracht, Mädels anzusprechen und hat sich monatelang einen guten Spruch überlegt. Als man sich im Urlaub dann was zurechtgelegt hatte, waren die Ferien aus …

Fahren Sie selbst noch heute nach Italien?

VK: Ja, ich bin sogar mit meinen Eltern, meiner Schwester und unseren Kindern nochmal in die gleiche Anlage nach Bibione gefahren, in der wir damals als Kinder waren. Ist aber nur bedingt empfehlenswert, weil man in der Rückschau doch einiges verklärt.

MK: Ja, Italien ist für mich nach wie vor Sehnsuchtsort. Die Urlaube damals haben mich geprägt, mein Vater hat uns seine Italienbegeisterung schon früh mitgegeben. So sehr, dass ich mich mal eine kurze Weile an der Geigenbauschule in Cremona versucht habe. Jetzt fahren wir gern mit unseren Kindern im Wohnmobil an den Gardasee, die Toskana. Und wenn die Eltern dabei sind, muss mein Vater noch immer die Pizza bestellen und nach dem Weg fragen, weil er am besten italienisch spricht und weil das noch genauso herrlich bequem ist wie in den Achtzigerjahren.

Bitte lassen Sie uns Kommissar Kluftinger nicht ganz vergessen: Was hält denn Klufti von Italien?

MK: Na ja, der Teil Italiens, mit dem er eindeutig am meisten anfangen kann, ist Südtirol. Damit wäre wohl alles über dieses Thema gesagt.

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