Frau Poznanski, Ihr neuer Thriller „Aquila“ spielt in Siena. Welche Verbindung haben Sie zu dieser Stadt?
Ich bin ein großer Fan der Toskana und war mehrmals in Siena – die Atmosphäre, die Geschichte und die Traditionen dieser Stadt haben mich vom ersten Mal an fasziniert.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine junge Deutsche, die in der malerischen toskanischen Stadt studiert und eines Tages ohne Gedächtnis, Handy und eingesperrt in der eigenen Wohnung aufwacht. Bei ihrem Laptop wurde auch noch der Akku ausgebaut, so dass Nika – obwohl sie sich mitten in Siena befindet – von der Außenwelt abgeschnitten ist. Nachdem Nika sich aus der Wohnung befreit hat, beginnt für sie eine verstörende Suche in Sienas mittelalterlichen Gassen und sogar in den Katakomben unter der Stadt. Waren Sie selbst für Ihre Recherchen auch im „unterirdischen“ Siena unterwegs?
Nein, das hat terminlich leider nicht geklappt, aber es gibt sehr viele Fotos und auch einen Lageplan dieser „Bottini“, die habe ich ausführlich zu Rate gezogen. Den Ausflug unter die Erde hole ich aber vielleicht noch mal nach.
Nika sieht sich mit mysteriösen Botschaften, Gedächtnisfetzen und unerklärlichen Blutspuren konfrontiert. Sehr geschickt entwickeln Sie so Ihre Geschichte mit den klassischen Mitteln des Psychothrillers. Wie wichtig waren Ihnen beim Schreiben die einzelnen Schauplätze?
Die Schauplätze waren einer der Hauptgründe, warum ich Siena als Handlungsort gewählt habe; die Symbolik der Contraden in die Rätsel rund um die zwei Tage einzuweben, die Nika „verloren“ hat, war von Beginn an sehr verlockend.
Was war zuerst: Die Idee, einen in Siena spielenden Thriller zu schreiben oder die Geschichte eines Gedächtnisverlusts?
Zuerst war die Idee des Zettels mit den mysteriösen Botschaften und dem damit verbundenen Gedächtnisverlust. Der nächste Gedanke war dann, dass es für die Hauptfigur viel schwieriger sein würde, der Sache auf die Spur zu kommen, wenn sie sich in einem Land befindet, dessen Sprache sie nur rudimentär spricht. Und da war dann der Schritt zu Siena nicht mehr groß.
Haben Sie einen persönlichen Lieblingsort in Siena?
Die Piazza del Campo ist schon ein großer Favorit, wenn ich einen einzelnen Ort herauspicken müsste, aber ich finde es auch besonders reizvoll, durch die kleinen Gassen zu streifen und überall auf spannende historische Details zu stoßen. Wahrscheinlich ist die Altstadt als Ganzes ein Lieblingsort für mich.
Nika empfindet es als höchst verunsichernd, dass ihr Handy weg ist. Wie wichtig ist für Sie Ihr Handy? Machen Sie es, während Sie schreiben oder während anderer Tätigkeiten aus?
Es wird immer wichtiger, nicht nur in seiner Funktion als Telefon sondern auch als Terminkalender, Adressbuch, Computer für unterwegs, Zeitvertreib … ich wäre auch ziemlich aufgeschmissen, wenn mein Handy plötzlich weg wäre, deshalb bin ich ziemlich gründlich mit den Cloud-Backups.
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