Dennis E. Taylor: Ich bin viele. Buchvorstellung | BUCHSZENE

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Dennis E. Taylors „Ich bin viele“ ist ein humorvoller Roman über künstliche Intelligenz

Titelbild Ich bin viele Dennis E. Taylor

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24. September 2018 | Simone Lilienthal | Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten


Bob lässt sein Gehirn eingefrieren. Als er bei einem Unfall stirbt, lebt er als künstliche Intelligenz weiter. Dennis E. Taylors „Ich bin viele“ ist ein unterhaltsamer Roman zu einem aktuellen Thema.


Der Held von „Ich bin viele“ lässt sein Gehirn einfrieren

So hatte Bob sich das sicher nicht vorgestellt: Aus Angst vor dem Tod und voller Vertrauen in die Technik und Wissenschaft der Zukunft, lässt Bob sein Gehirn einfrieren, nur um, nachdem er bei einem Autounfall ums Leben kommt, 100 Jahre später ohne seinen Körper zu erwachen. Bob ist zu diesem Zeitpunkt kein normaler Mensch mehr, sondern die erste wirklich funktionierende künstliche Intelligenz der Welt. Alle vor ihm waren mangelhaft, mussten sich mit fehlenden Funktionen auseinandersetzen, oder haben schlicht und ergreifend den Verstand verloren. Nicht so Bob. Dem gefällt sein neues „Leben“ richtig gut. Und nicht erst zu dem Zeitpunkt, an dem er feststellt, dass er nun unsterblich ist.

Als künstliche Intelligenz hat Bob nahezu unbegrenzte Fähigkeiten

Das ist wiederum ein Glück für die übriggebliebene Menschheit. Der geht es nämlich nicht so gut, hat sie sich doch mit rücksichtslosem und wenig nachhaltigem Verhalten selbst an den Rand der Existenz katapultiert. Gut, dass es Bob gibt: Er soll seine nahezu unbegrenzten Fähigkeiten dazu nutzen der Menschheit ein neues Zuhause zu suchen, in der Hoffnung, dass sie dieses dann nicht auch kaputt bekommt. Und so macht sich Bob in seiner Gestalt als Sonde auf den Weg in die unendlichen Weiten des Weltalls. Hier findet er bald heraus, dass er nicht alleine ist. Bob ist nämlich in der Lage sich zu duplizieren, zu verdreifachen und so weiter – bis er irgendwann einfach ganz schön viele ist.

Dennis E. Taylor war früher selbst Programmierer

Dennis E. Taylor, der Autor von „Ich bin viele“, war selbst Programmierer, bevor der mittlerweile pensionierte Science-Fiction-Fan sein Hobby zum Beruf machte. Und dass er weiß, wovon er spricht, das merkt man. Bobs Welt ist gut recherchiert; zwar ist sie mit vielen Fachbegriffen gespickt, aber dennoch gut verständlich für einen Laien, was es einem beim Lesen möglich macht, der Geschichte ohne großartige Recherche zu folgen. Andererseits aber lädt sie dazu ein sich näher mit dem Thema zu beschäftigen.

„Ich bin viele“ entwirft eine durchaus realistische Zukunftsvision

Die Zukunftsvision, die Dennis E. Taylor erschaffen hat, scheint einem sowieso überhaupt nicht mehr so weit entfernt, ist es doch von Siri und Alexa eigentlich nur noch ein kleiner Schritt bis hin zu einer selbstständig denkenden Intelligenz wie Bob. Doch bin ich mir sicher, dass diese beiden Damen Bob zumindest in einer Hinsicht absolut unterlegen sind: Humor! Bob ist ein absolut lustiger und angenehmer Zeitgenosse. „Ich bin viele“ ist durchzogen von einem herrlichen Wortwitz, den Bob auch dann nicht verliert, als er sich in mehrere Persönlichkeiten aufteilt hat. Im Gegenteil: Jeder einzelne Bob entwickelt einen Teil von der ursprünglichen Bob-Persönlichkeit weiter.

Dennis E. Taylors Roman ist gut lesbar, unterhaltsam und aktuell

Mit Bob und seiner Reise durch die schon gar nicht mehr so unergründlichen Weiten des Weltalls liefert uns Dennis E. Taylor einen spannenden Einblick in die mögliche Zukunft und spannt dabei gekonnt den Bogen zu Themen, die wohl in 1.000 Jahren noch ebenso relevant sein werden, wie sie es schon zu Anbeginn der Zeit waren. Gerade ethische und theologische Fragen spielen eine nicht unwesentliche Rolle in der Zukunftsvision des Autors und machen Dennis E. Taylors Debüt zu einem gut lesbaren, unterhaltsamen und dennoch aktuellen Roman, der einem etwas zum Nachdenken mitgibt.

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