Nicola Förg: Flüsternde Wälder. Buchkritik | BUCHSZENE

Ein Health-Coach wird erschlagen und zudem erschüttert eine Einbruchsserie die Bürger. Nicola Förg schickt ihre Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl für die Ermittlungen in „Flüsternde Wälder“.

In Nicola Förgs „Flüsternde Wälder” geht es um den neuen Trend des Waldbadens

17. April 2020 | Stephanie Pointner

Titelbild Flüsternde Wälder

©Tanja Esser shutterstock-ID 1447247696

Eine Einbruchsserie erschüttert Oberbayern – Irmi Mangold ermittelt

In „Flüsternde Wälder“ ermitteln Nicola Förgs Kommissarinnen Irmi Mangold und ihre Kollegin Kathi Reindl in mehreren Fällen von Einbrüchen. Beim letzten Einbruch scheint allerdings etwas schief gelaufen zu sein, denn der Hausbesitzer, ein bekennender Health-Coach, wird erschlagen aufgefunden. Noch während die beiden Polizistinnen recherchieren, erhält Irmi den Anruf einer aufgebrachten ehemaligen Nachbarin, deren Mann beim Baumfällen eine Spaziergängerin erschlagen haben soll. Diese Vermutung entpuppt sich allerdings schnell als falsch, denn die unbekannte Frau war bereits tot, als der fallende Baum sie getroffen hat. Es muss also von einem Mord oder einem Unfall als Todesursache ausgegangen werden.

Beide Opfer sind in der Esoterikbranche tätig – aufschlussreiches Video

Irmi und ihre Kollegen ermitteln in beiden Fällen engagiert, kommen aber nicht weiter. Als sie die Identität der toten Frau herausfinden, müssen sie feststellen, dass auch diese als Esoterikerin, besser gesagt als Waldbademeisterin, ihren Lebensunterhalt verdient hat. Zudem wird in den Habseligkeiten der Toten ein Video gefunden, welches eine Verbindung zum Mordopfer aus den Einbrüchen aufzeigt. Daher stellt sich für das Ermittlerteam schnell die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen den zwei Todesfällen gibt. Allerdings finden sich weder Verdächtige noch Motive. Durch ihre geschickte, wenn auch etwas unkonventionelle Ermittlungsarbeit, wird Irmi auf einen Pflegebauernhof aufmerksam. Findet sich hier eine Spur, die zur Aufklärung des Falls führen kann?

Nicola Förg stattet ihre Ermittlerin mit einem gesunden Bauchgefühl aus

Tatsächlich tragen Irmis Bemühungen bald Früchte und beide Fälle gelten als gelöst. Dennoch hat Irmi kein gutes Gefühl – ihr Instinkt rät der erfahrenen Polizistin auf eigene Faust nochmals zu nachzufassen. Und Irmis Bauchgefühl trügt nicht: Sie kommt nicht nur einer tragischen Familiengeschichte auf die Spur, sondern auch dem wahren Täter immer näher.

Und wie gut ist „Flüsternde Wälder“, der elfte Irmi-Mangold-Krimi?

Die Leser*in wird im mittlerweile 11. Irmi-Mangold-Krimi einmal mehr mit einem spannenden Fall, jeder Menge bayrischem Humor und hochaktuellen Themen konfrontiert. Meiner Meinung nach ist „Flüsternde Wälder“ einer der stärksten, wenn nicht sogar der beste Band dieser Reihe. Neben den unkonventionellen Ermittlungen und den atmosphärischen Dorf- und Landschaftsbeschreibungen kommt auch Irmis Alltag nicht zu kurz. Alle neuen Leser*innen der Reihe können hier problemlos einsteigen und jene Leser*innen, welche die Reihe schon länger verfolgen, erwartet in Irmis Liebesleben eine interessante und vielversprechende Wendung. Aber hierzu möchte ich nicht mehr verraten. Trotz der Ausschweifungen in Irmis Privatleben leidet die Spannung nicht, denn die Ermittlungen werden immer wieder in den Vordergrund gestellt. Zudem wirkt der Epilog wie ein Paukenschlag und lässt das vorher Gelesene noch einmal in einem völlig neuen Licht da stehen. Als Leser*in bleibt man aufgrund dieser unerwarteten, aber dennoch logischen Auflösung, staunend zurück.

Sie werden beim Lesen lachen – und doch ist alles sehr spannend

Ein besonderes Highlight an Nicola Förgs Alpenkrimis ist, dass sie die Handlung und Protagonisten oftmals etwas überspitzt und daher sehr humorvoll darstellt. Egal, ob es um die Hassliebe zwischen den Bayern und Preußen geht oder sie sich der typischen Klischees rund um die Esoterikbranche bedient, die Autorin bringt ihre Leser*innen zum Lachen, ohne dass man nachtragend oder gar beleidigt wäre, wenn man selbst von einem Klischee betroffen ist. Dennoch nimmt sie die brisanten Themen, wie Altersarmut, psychische Erkrankungen oder Umweltzerstörung durch den Tourismus sehr ernst und beschreibt solche Themen respektvoll und untermauert von Fakten. Dadurch regt Nicola Förg ihre Leser*innen sogar hin und wieder etwas zum Nachdenken an. Dennoch leidet die Spannung in keinster Weise, da die Handlung sehr raffiniert aufgebaut wird.


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