Eva Garcia Saenz: Die Stille des Todes. Kritik | BUCHSZENE

Die Mordserie liegt 20 Jahre zurück. Der Täter ist im Gefängnis. Doch plötzlich geht es wieder los. Sitzt der Falsche ein? Eva Garcia Saenz‘ „Die Stille des Todes“ ist Inspector Ayalas erster Fall.

Eva Garcia Saenz‘ „Die Stille des Todes“ spielt im baskischen Vitoria und erzählt von einem Serienkiller

1. Juli 2019 | Stephanie Pointner

Titelbild Die Stille des Todes

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Inspector Unai Lopez de Ayala ist Profiler im spanischen Baskenland

„Die Stille des Todes“ ist der erste Fall für Unai Lopez de Ayala. Der von Eva Garcia Saenz erdachte Inspector hat seine Frau und die gemeinsamen Zwillinge auf tragische Weise verloren. Doch er lässt sich von diesem Schicksalsschlag nicht unterkriegen und arbeitet sehr engagiert als Profilingexperte für die Kriminalpolizei von Vitoria.

Eine 20 Jahre alte Mordserie setzt sich fort – sitzt der Falsche im Knast?

Vor mehr als zwanzig Jahren wurden in Vitoria mehrere Menschen ermordet. Die Verbrechen hatten immer dasselbe Muster: Zwei einander völlig unbekannte Personen, die im selben Alter waren, wurden getötet und immer gleich drapiert. Der vermeintliche Täter, Tasio Ortiz de Zarate, konnte gefasst werden und sitzt seit mehr als zwanzig Jahren in Einzelhaft im Gefängnis. In Kürze steht ein Hafturlaub an und plötzlich ist ganz Vitoria wieder in großer Angst, denn die Mordserie setzt sich fort. Für die Ermittler stellt sich schnell die Frage, ob der falsche Täter im Gefängnis sitzt.

Unai Lopez de Ayala setzt für diesen Fall alles aufs Spiel

Sofort beginnt Inspector Unai Lopez de Ayala sehr engagiert in dem Fall zu ermitteln. Und er kommt dem Täter auch sehr nah. Doch dabei gerät nicht nur er selbst in dessen Fadenkreuz, er riskiert auch das Leben aller Menschen, die ihm lieb sind. Denn bei seinen Ermittlungen übersieht Unai Lopez de Ayala, dass der Auslöser für die Taten ein gut gehütetes und schockierendes Familiengeheimnis ist, welches erst nach und nach aufgelöst wird und dessen Tragweite dem Leser erst am Ende des Krimis bewusst wird.

Über diesen Kriminalroman kann es nur ein Urteil geben

Eva Garcia Saenz‘ Kriminalroman „Die Stille des Todes“ überzeugt durch rasante Action, nervenzerreißende Spannung, undurchsichtige Familienverhältnisse und zahlreiche überraschende Wendungen. Durch die Ich-Perspektive wird die Spannung zusätzlich erhöht, da der Leser in die Gedanken- und Gefühlswelt von Unai Lopez de Ayala komplett eintauchen und ihn bei seiner fanatischen und beinahe schon besessenen Suche nach dem Täter begleiten kann.

Und mit noch etwas überrascht Eva Garcia Saenz‘ „Die Stille des Todes“

Die Autorin lässt neben der Handlung auch immer wieder Kapitel aus der Vergangenheit einfließen, welche nach und nach das Motiv des Täters offenbaren und den Leser komplett schockieren. Zudem werden die Thrillerelemente äußerst gelungen mit bildgewaltigen Beschreibungen und Fakten der geschichtlichen Bauwerke und Plätze verbunden. Groteskerweise macht das Buch daher neben dem Lesen der grausamen Verbrechensserie auch Lust auf einen Besuch der historischen Schauplätze in Vitoria, der Hauptstadt der Autonomen Region Baskenland in Spanien. Eva Garcia Saenz hat mit „Die Stille des Todes“ ein unfassbar gelungenes Debüt verfasst, welches alle Kriterien eines guten Thrillers erfüllt.