Clara Maria Bagus: Die Farbe von Glück | BUCHSZENE.DE

Ein Richter zwingt eine Krankenschwester sein todkrankes Baby gegen ein gesundes zu tauschen. Clara Maria Bagus‘ „Die Farbe von Glück“ ist ein mitreißender Roman über Liebe, Identität und Entscheidungen.

In „Die Farbe von Glück“ wirft Clara Maria Bagus große Lebensfragen auf

19. Dezember 2020 | Simone Lilienthal

Die Farbe von Glück

Die 20 Gewinner*innen des Romans „Die Farbe von Glück“ stehen fest. Wer gewonnen hat, finden Sie hier heraus!

Die Mutter sagt, sie komme wieder. Aber sie kommt nie wieder

Antoines Geschichte beginnt zweimal. Einmal mit dem Tag seiner Geburt. Und ein zweites Mal, sechs Jahre später, am Tag, an dem seine Mutter Marlene verschwand. „Warte hier“, hatte Marlene zu ihrem Sohn gesagt. „Warte hier, bis ich zurück bin.“ Er war ihr bis zum Gartentor gefolgt, weinte, krallte sich an ihrem Oberschenkel fest, flehte sie an, ihn mitzunehmen. Aber Marlene ging einfach weiter. Versuchte ihn von ihrem Bein abzuschütteln wie eine lästige Fliege. Setzte einen Fuß vor den anderen. Ohne zu ihm hinabzublicken.

„Lass das.“

„Wann kommst du wieder?“

Eine große Geschichte über Liebe, Identität und falsche Entscheidungen

So beginnt Clara Maria Bagus’ Roman „Die Farbe von Glück“. Und schon in diesen ersten Zeilen ist die unglaubliche Sogwirkung dieser Geschichte zu spüren. Es ist eine Geschichte über Liebe und Identität, den Sinn von Glück und darüber, „wie Entscheidungen, vor allem auch Fehlentscheidungen unser Leben beeinflussen“, erklärt Clara Maria Bagus im Gespräch.

Der Richter zwingt die Krankenschwester zu einem Verbrechen

Es ist eine besonders drastische falsche Entscheidung, die das Leben der drei Familien in diesem Roman für immer verändert: Ein Richter zwingt die Krankenschwester Charlotte, sein sterbenskrankes Neugeborenes gegen ein gesundes zu tauschen. Folgt sie seiner Drohung nicht, entzieht er ihr den Pflegesohn. Die Welt aller Beteiligten gerät aus den Fugen, doch hinter allem wirkt der geheimnisvolle Plan des Lebens.

Können wir im falschen Leben das richtige finden?

Während die Autorin ihren fein gezeichneten Figuren folgt, wirft sie en passant zentrale Fragen auf: Können wir im falschen Leben das richtige finden? Wie öffnet man sich einem neuen? Wie lässt man los? Mit sprachlicher Anmut zeigt Clara Maria Bagus, dass jeder seine Lebenskarte bereits in sich trägt und alles auf wundersame Weise miteinander verknüpft ist.

„Die Farbe von Glück“ ist eine Liebeserklärung an ein Land in Fernost

Obendrein handelt es sich bei „Die Farbe von Glück“ um eine Liebeserklärung an ein Land in Fernost. Die Autorin hat sich auf ihren Reisen von mehreren Kulturen inspirieren lassen: „Jeder hat es schon erlebt, dass er sich an einem ihm völlig fremden Ort außergewöhnlich wohl fühlt. Bei mir war das ein Land in Fernost mit seinen ganz eigenen Stimmungen, Farben und Gerüchen. Im flirrenden, buttrig weichen Licht verschwammen allmählich die Konturen meines Alltags, änderte sich mein Blick auf die Dinge und etwas Neues, noch nie Dagewesenes wurde möglich. Diese Atmosphäre habe ich versucht einzufangen.“

Die Sätze sind Clara Maria Bagus einfach aus den Fingern geflossen

Es sei eines der wenigen Bücher, das sich in der Tat „wie von selbst“ geschrieben habe, erklärt Clara Maria Bagus. „Die Ideen für die Handlung sind mir auf der oben genannten Reise einfach zu- und die Sätze aus meinen Fingern geflossen.“ Dass dem so ist, spürt man als Leserin und Leser auf jeder einzelnen Seite.

Wir gratulieren diesen 20 Gewinner*innen von je einem Exemplar „Die Farbe von Glück“:

Rebecca Luise Zeilinger aus Wien
Jane Prezewowosky aus Taucha
Marissa Brosenne aus Hohenstein-Ernstthal
Birgit Sander aus Zossen
Irina Frolova aus Stade
Iris Woltran aus Appen
Ralf Hoppe aus Hannover
Bernd Apel aus Hann.Münden
Jessica Pontius aus Sassenburg
Jacqueline Krupka aus Dortmund
Martina Kemmer aus Willich
Olaf Wenz aus Leverkusen
Joerg Ruhnau aus Udenheim
Kathrin Weber aus Oberursel
Dietmar Kaps aus Mannheim
Anja Guntermann aus Ludwigsburg
Simone Murphy aus Pforzheim
Jutta Wolters aus Puchheim
Andrea Pfeil aus Pommelsbrunn
Michaela Dietz aus Stetten


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