Benedict Jacka Das Labyrinth von London. Tipp | BUCHSZENE

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Benedict Jackas „Das Labyrinth von London” ist der Auftakt zur Erfolgsserie um den Magier Alex Verus

Titelbild Das Labyrinth von London - Benedict Jacka

Foto © Helen Hotson shutterstock-ID: 173067356

7. August 2018 | Von Frau Bluhm | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten


Alex Verus hat einen Zauberladen. Doch eines Tages finden die Schwarzmagier heraus, dass Alex selbst ein großer Magier ist. „Das Labyrinth von London“ ist der Auftakt zu Benedict Jackas Erfolgsserie.


Frau Bluhm liest: „Das Labyrinth von London“ 4 von 5 Blu(h)men


Der Held von Benedict Jackas „Das Labyrinth von London“ ist ein Magier

Eigentlich hat sich Alex Verus, die Hauptfigur von Benedict Jackas „Das Labyrinth von London“, in seinem kleinen Zauberlädchen, dem Emporio Arcana, wunderbar eingerichtet. Viele, die zu ihm kommen, erwarten Taschenspielertricks und Illusionen, doch nur wenige wissen, dass Alex Verus viel mehr von Magie versteht, als nur Partyzauber. Er ist ein waschechter Magier, um genau zu sein ein Divinator, ein Wahrsager. Eigentlich eine sehr nützliche Eigenschaft, um ein geruhsames Leben zu führen, denn droht die Gefahr, von anderen entdeckt oder belästigt zu werden, kann Alex Verus dies schon im Voraus sehen und verschwinden.

Alex Verus‘ Feinde schrecken auch vor Folter und Mord nicht zurück

Doch im Emporium Arcana fühlt er sich zum ersten Mal seit er von seinem Meister, einem Schwarzmagier, geflohen ist, einigermaßen sicher, und so beginnt er, sich in seinem ruhigen Leben einzurichten, und sogar Freundschaften zu schließen. Dies alles ändert sich jedoch, als seine Freundin Luna einen magischen Gegenstand zweifelhafter Herkunft zu ihm bringt. Die Ereignisse überschlagen sich. Sowohl die Guten, als auch die Bösen reißen sich plötzlich um Alex Verus‘ Gabe, denn er soll es möglich machen vorauszusehen, wie man die Bannkreise der mächtigen magischen Waffe umgehen kann. Mittendrin im ganzen Schlamassel: Alex‘ Freundin Luna, die keine Magierin ist, aber gerne eine werden möchte, um einen jahrhundertealten Fluch loszuwerden, der auf ihrer Familie lastet. Eigentlich wollte Alex Verus immer nur seine Ruhe, doch während Schwarz- und Weißmagier alles tun, um ihn auf ihre jeweilige Seite zu ziehen und auch vor Morddrohungen und Folter nicht zurückschrecken, erkennt unser Held, dass er eine Seite wählen muss, nämlich die seiner Freundin Luna.

Benedict Jacka beschreibt Alex Verus‘ Welt glaubwürdig und authentisch

Als ich das Buch das erste Mal sah, haben mich sein auffälliges Äußeres und sein Klappentext sofort angezogen. Letzterer verrät gerade so viel, dass man neugierig wird, und wenig genug, dass die wirklich außergewöhnliche Handlung des Buches nicht verraten wird. Einmal in Benedict Jackas „Das Labyrinth von London“ angekommen, verstand ich dann immer mehr, wie es kommt, dass so viele Menschen absolut fasziniert sind vom Genre der Urban-Fantasy. Ich persönlich habe damit nicht wirklich viele Erfahrungen, aber auch ich fand den Gedanken verlockend, eine Sub-Gesellschaft innerhalb der eigenen, gewohnten Welt zu haben, von der nur die wenigsten wissen. Auch wenn es mir am Anfang ziemlich schwer fiel, die Welt, die Benedict Jacka erschaffen hat, zu verstehen, so war ich sehr begeistert von seiner Art, sie den Lesern Stück für Stück quasi im Vorbeilesen unterzujubeln und eingängig zu beschreiben. Er nutzt dabei geschickt viele stilistische Mittel, um uns diesen Kosmos zu erklären, ohne langweile Einführungen vorneweg setzen zu müssen. Alex Verus‘ Welt erschließt sich wunderbar nebenbei, was sie ganz besonders glaubwürdig und authentisch macht.

Mit der Hauptfigur von „Das Labyrinth von London“ kann man mitfiebern

Alex Verus selbst ist ein toller Protagonist. Ein absolut sympathischer Kerl, mit dem man mitfiebern und nachfühlen kann. Da das Buch aus seiner Perspektive verfasst ist, gelingt es einem beim Lesen sehr schnell Verbindung mit ihm aufzunehmen. Den Stil, in dem seine Gedanken beschrieben sind, empfand ich als angenehm und leichtfüßig, fast als würde der 26-jährige Alex sie einem wirklich erzählen. Zusätzlich war ich beeindruckt von seiner Gabe der Vorsehung, die der Autor wirklich gut erklärt und aufgebaut hat.

Mein einziger Kritikpunkt bezieht sich auf die Gefühlswelt des Helden

Auch mit den Informationen zu Alex Verus‘ Vergangenheit hält der Autor sich zunächst sehr zurück. Man erfährt erst ziemlich spät, was er in den Fängen seines alten Meisters erdulden musste. Es ist fast so, als spazierte man eines Tages zur Tür des Emporio Arcana hinein, und lernte den Besitzer Stück für Stück kennen. Und je mehr man ihn kennenlernt, umso mehr muss man Alex Verus mögen. Dort liegt auch mein einziger Kritikpunkt an diesem Buch: Ich hätte mir gewünscht, dass Benedict Jacka in seinem Roman „Das Labyrinth von London“ der Gefühlswelt dieses wirklich hochinteressanten Charakters noch etwas mehr Raum gelassen hätte. Da die Geschichte spannend und komplex ist, überschlagen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt die Ereignisse regelrecht. Ein wenig mehr Ruhe und Innehalten in dieser Phase hätte ich gut gefunden.

Ich werde Alex Verus im Auge behalten – ganz sicher!

Nichts destotrotz muss man sich vergegenwärtigen, dass es sich bei „Das Labyrinth von London“ um den Auftakt zu einer Reihe handelt. Ich werde in jedem Fall verfolgen, ob es auch die weiteren Bände der Serie zu uns aufs Festland schaffen, denn auch wenn Alex Verus am liebsten unerkannt bleiben möchte: Ich werde ihn ganz sicher nicht mehr aus den Augen lassen.

Katharina Bluhm
Frau Bluhm

Geboren 1984 in Aschaffenburg als Katharina Bluhm, studierte Frau Bluhm Psychologie und wurde nach dem Studium Erzieherin. Als BUCHSZENE.DE-Kolumnistin entdeckt wurde sie wegen ihrer so sympathischen wie zutreffenden Rezensionen auf…
Zur Biografie von Frau Bluhm

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