Joy Ellis: Das Gewissen der Toten| BUCHSZENE.DE

Carter überlebt den Flugzeugabsturz nur knapp. Alle seine Freunde sterben und hinterlassen ihm Geister und eine schwierige Aufgabe: Joy Ellis‘ Krimi „Das Gewissen der Toten“ ist ein Gänsehaut-Garant.

„Das Gewissen der Toten“ ist der dritte Band von Joy Ellis‘ Krimiserie „Jackman und Evans ermitteln“

30. September 2020 | Stephanie Pointner

Titelbild Das Gewissen der Toten

©frank_peters shutterstock-ID 403933714

Ermittler Carter überlebt als einziger einen Flugzeugabsturz

Detective Carter McLean ist einer der besten und erfolgreichsten Polizisten auf seinem Revier, was nicht zuletzt an seinen unkonventionellen Methoden und Beziehungen in die Unterwelt liegt. Gemeinsam mit seinen vier besten Freunden reist er nach Amsterdam, um einen Junggesellenabschied zu feiern. Auf dem Rückflug gerät der Privatjet in Turbulenzen und stürzt ab. Während es Carter gelingt, in letzter Minute aus dem mittlerweile brennenden Wrack zu entkommen, sterben seine Freunde.

Panikattacken – seine toten Freunde suchen ihn heim

18 Monate später leidet Carter noch immer unter Panikattacken und Flashbacks. Dennoch kämpft er sich mithilfe einer Psychologin zurück ins Leben und schafft es sogar wieder seinen Dienst bei der Polizei anzutreten. Carter erledigt seine Arbeit verlässlich und zufriedenstellend, allerdings wird er abends immer von seinen verstorbenen Freunden heimgesucht. Daher beschließt Carter, jedem der Toten einen letzten Wunsch zu erfüllen. Dadurch hofft er, ihre Geister loszuwerden. Die ersten drei Wünsche sind schnell erledigt, aber der vierte und letzte verstorbene Freund wünscht sich die Aufklärung eines Cold Case.

Der letzte Wunsch seines Freunds: Finde meine verschwundene Ehefrau

Wenige Tage vor dem verhängnisvollen Flugzeugabsturz verschwand die Ehefrau von Carters bestem Freund spurlos. Einzig Blut in der Wohnung deutete auf ein Gewaltverbrechen hin. Trotz intensiver Ermittlungen konnten weder die Frau noch Verdächtige aufgespürt werden. Aktuell wird der Fall neu aufgerollt und Carter setzt alles daran ihn zu lösen, schließlich möchte er den letzten Wunsch seines besten Freundes erfüllen.

„Das Gewissen der Toten“ gehört zur Serie „Jackman und Evans“

„Das Gewissen der Toten“ ist der dritte Band von Joy Ellis‘ Serie „Jackman und Evans“. Man kann ihn gut lesen, ohne die Vorgänger zu kennen, da die Handlung in sich abgeschlossen ist. Im ersten Teil des Kriminalromans begleitet der Leser Carter und durchlebt mit ihm den Todeskampf während des Flugzeugabsturzes. Der danach beschriebene Weg zurück ins Leben, die Flashbacks und Carters Schuldgefühle wirken authentisch und sind stimmig in die Handlung eingebaut. Dies hat zur Folge, dass Carter einem sofort ans Herz wächst und die Spannung dennoch nicht abflacht. Carters Umgang mit dem Erlebten ist berührend und sorgt immer wieder für Gänsehaut. Da man so tief in Carters Geschichte eintaucht, verbündet man sich so sehr mit ihm, dass man sogar seine unkonventionellen Ermittlungsmethoden gut mitgehen und seine Gefühle nachvollziehen kann.

Jede neue, vielversprechende Hypothese erweist sich als Irrweg

Auch die in der weiteren Handlung beschriebenen Ermittlungen überzeugen. Die Ermittlungsansätze laufen in die unterschiedlichsten Richtungen und lange Zeit tappt man als Leser im Dunkeln, weshalb man beim Lesen erst recht mitfiebert und nach der Lösung des Falls sucht. Immer wieder werden neue Details und Puzzlestücke raffiniert in die Handlung eingebaut, es entstehen neue Fährten, die mitunter schon im nächsten Schritt wieder zu verwerfen sind. Vermeintliche Zusammenhänge lenken die Ermittlungen immer wieder in neue Richtungen, aber jedes Mal muss man feststellen, dass die neue Hypothese doch ein Irrweg war. Dank dieses raffinierten Aufbaus hält Joy Ellis die Spannung konstant hoch. Zudem ist die Atmosphäre sehr düster, unheimlich und hat etwas Mystisches an sich. Carters Begegnungen mit den Toten wirken zum Teil etwas makaber.

Ein Ende wie ein Paukenschlag – Gänsehaut garantiert

Die absoluten Highlights sind allerdings die Auflösung des Falls und das Ende dieses gelungenen Krimis. Das unerklärliche Verschwinden der Frau von Carters Freund und seine Hintergründe werden so unerwartet wie schockierend aufgelöst – das wirkt am Ende wie ein Paukenschlag. Das letzte Kapitel rund um Carter ist eine meiner liebsten Krimiauflösungen und garantiert ein großes Gänsehautfinale.

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