Martin Schwarz: Bücherblumen. Buchtipp | BUCHSZENE

Machen Blumen Liebe? Der „Bücherblumen“-Bildband des Künstlers Martin Schwarz beantwortet diese Frage auf faszinierende, ja blühende Weise. 133 Abbildungen fügen sich zu einem bunten Bücherblumenstrauß.

Der Band „Bücherblumen“ des Künstlers Martin Schwarz feiert die Natur und die Kunst

29. März 2019 | Ursula Pia Jauch und Martin Schwarz

Bücherblumen

© Sofia Zhuravetc – Shutterstock.com Bild-ID: 758805190

Wir gratulieren den 10 Gewinnern von „Bücherblumen“ – der faszinierende Bildband des Künstlers Martin Schwarz.


Das Blühen der Pflanzen ist ein höchst erotisches Geschehen

„Eigentlich weiß jeder Mensch, der eine blühende Blume betrachtet, und zwar in all ihrer Farbigkeit und mit all ihren Staubfäden, Fruchtknoten, Narben und Griffeln (denn das haben wir doch seinerzeit im Botanikunterricht in der Volksschule gelernt), dass wir hier einem höchst erotischen Geschehen zuschauen. Das Blühen einer Pflanze ist ein einziger und einzigartiger Fortpflanzungsvorgang, der frei ist von allen pornografischen und die Würde der Kreatur in Frage stellenden Momenten, wie dies im Menschenleben nicht allzu selten vorkommt.

Hinter der Konvention des Blumenschenkens verbirgt sich ein Geheimnis

Wer seiner Liebsten einen Strauß blühender Rosen schenkt, hat vielleicht den Eindruck, einer gesellschaftlichen Konvention zu folgen; „man“ schenkt zu gewissen Anlässen eben rote Rosen. Dass die Empfängerin aber einen Strauß von 21 sich öffnenden und womöglich auf die Befruchtung wartenden Geschlechtsorganen vor sich hat, wird in den meisten Fällen nicht der primäre Gedanke der rosig Beschenkten sein.

Das Liebesleben der Pflanzen erfüllt mit Freude und Zuversicht

Nun mag, wer will, das Geschlechtsleben der Menschen loben und preisen (und ihm, wie im 21. Jahrhundert üblich geworden, mit blauen Pillen und vielerlei Gerät etwas auf die Sprünge helfen). Dennoch sticht das erotische Leben der Pflanzen das kümmerliche Triebleben des Menschen mit Eleganz und heiterer Leichtigkeit in jeder Hinsicht aus. Es ist eine kluge Einrichtung der von uns vorgefundenen Natur, dass das Geschlechtsleben der Pflanzen in all den wunderbaren Blumen und Blüten auf unseren Wiesen, in unseren Gärten, auf den Fenstersimsen, gezähmt in Blumensträußen, Buketts und Arrangements: dass also dieses ganze blumige Geschlechtsleben so überaus sichtbar ist und unser Gemüt mit Freude und Zuversicht erfüllt.“

  • Motiv 1 Bücherblumen

Abbildungen: © Martin Schwarz / Eigenart-Verlag

133 fantastische Abbildungen fügen sich zu einem prall-bunten Strauß

In dieser blumigen Sprache bereitet die Schweizer Philosophin Ursula Pia Jauch im Vorwort von „Bücherblumen“ Leserin und Leser auf die fantastischen Blumenbuchobjekte des Schweizer Künstlers Martin Schwarz vor. 133 Abbildungen fügen sich zusammen zu einem einzigartig blühenden Museum.

Neben den Buchobjekten, die eines der Hauptarbeitsgebiete von Martin Schwarz sind, begegnen wir auch den Gardinendrucken; einem Druckverfahren, das Martin Schwarz erfunden und weiterentwickelt hat. Für dieses „Bücherblumen“-Buch wurden sie teilweise neu gedruckt und bemalt, mit dem Ergebnis experimenteller Variationen.

Und noch einen besonderen Genussansatz ermöglicht „Bücherblumen“

Eigens für das Buch hat Martin Schwarz Hunderte Fantasie-Blumennamen erdichtet, welche sich wie ein roter Faden durch die Buchseiten ziehen. Über einen Link auf der letzten Seite haben Leser*innen die Möglichkeit, jeden dieser fantasiereichen Blumennamen in Farbe umzusetzen und als Klang zu hören. Aus dem eingegebenen Blumennamen wird ein Hash und daraus ein farbliches, ein rhythmisches und ein harmonisches Muster erzeugt. So kann das Buch nicht ausschließlich lesend und anschauend genutzt werden, es lädt auch zu einer tiefsinnigen und unterhaltenden Beschäftigung ein. Es liegt auf der Hand, dass dieses „Bücherblumen“-Buch auch ein sinnliches Geschenk für kunstsinnige Menschen und Blumenliebhaber ist. Sein großer Vorteil zum echten Blumenstrauß: Seine Blumen blühen auf ewig.


Wir gratulieren den 10 Gewinnern von je einem Exemplar „Bücherblumen“:

Brigitte Hartkopf aus Bad Schwartau
Chrsitin Wuckelt aus Lichtenau
Elli Dänner aus Willingen
Dimitrij Baronov aus Stuttgart
Martina Lahm aus Böbingen an der Rems
Nicola Rogacki aus Berlin
Patricia Leik aus Bochum
Sandra Thiesen aus Kall
Jürgen Theobald aus Saarlouis
Stefan Zinth aus Hof

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