Martin Schwarz | BUCHSZENE

Martin Schwarz

Geboren 1946 in Winterthur, absolvierte Martin Schwarz eine Ausbildung zum Handlithographen und Grafiker. Parallel dazu besuchte er die Kunstgewerbeschule Zürich und malte erste Ölbilder und Zeichnungen. Seit 1968 betätigt er sich als freischaffender Künstler und bewegt sich in vielen Disziplinen: u.a. in der Malerei und Objektkunst, im Film und der Photographie, in der Konzeptkunst und auch als Gestalter prachtvoll-sinnlicher Buchausgaben. Die bildnerische Auseinandersetzung mit Gottfried Keller bildete 1981 den Schwerpunkt seiner Ausstellung im Kunsthaus Zürich. Seine großformatigen, übermalten Fotocollagen aus dem Jahr 1982 thematisieren die Apokalypse und mündeten 1984 in Gemeinschaftswerke mit H. R. Giger, dem Künstler, der die „Aliens“ für Ridley Scotts weltbekannte Kinofilme kreiierte und Filmdesigns für Kultstreifen wie „Poltergeist“ erfand. 1983 entwickelte Martin Schwarz eine neue Form der Kunst, indem er die Bilder von Sonntagsmalern veränderte und mit literarischen Interpretationen in einem Buch reproduzierte und ausstellte. Nach seinen experimentell-avantgardistischen Anfängen beschäftigte sich Martin Schwarz intensiv mit Schopenhauer und der deutschen Romantik. Eine melancholisch-nihilistische Phase führte zur später wiederkehrenden Thematik des Verschwindens und des Nichts und zur Auseinandersetzung mit der Farbe Schwarz. Kunst über Kunst wurde zentraler Aspekt seines intensiv reflektierten Schaffens, das sich in geschlossenen Werkgruppen verdichtete und immer wieder an Früheres anknüpfte. Die Interaktion kulturgeschichtlicher Reflexion und künstlerischer Praxis kulminierte in seiner Auseinandersetzung mit Gottfried Keller, ausgehend von dessen visionären Beschreibungen abstrakter und konkreter Kunst im „Grünen Heinrich“. Die Idee, den Inhalt eines Buches plastisch aus diesem herauswachsen zu sehen, ließ die ersten Buchobjekte von Martin Schwarz entstehen. Anderseits führte das Spiel mit dem Bild als Massenprodukt zur Manipulation von Ansichtskarten, in (ihrerseits wieder reproduzierten) Collagen zu Themen wie „Mein Kölner Dom“ oder „Exotische Welten – Europäische Phantasien“, später mit Hilfe des Computers, den Martin Schwarz auch für größere Formate einsetzte. Als Gegenpol zum konzeptuell-kulturkritischen Ansatz dieses Schaffens blieb ihm das Handwerkliche unvermindert wichtig: Mit der skurrilen Fantastik der Bilder und Objekte der 90er Jahre reagierte Martin Schwarz auf die Welt des Barock, die ihn an seinem Arbeitsort in Deutschland umgibt. Martin Schwarz wurde mehrfach ausgezeichnet mit Stipendien und Kunstpreisen. Er nahm an der Documenta 6 in Kassel teil und erarbeitete sich einen Namen als „Übermaler“ populärer Meisterwerke. Der Künstler ist verheiratet und zweifacher Vater. Er leitet den EigenArt-Verlag und lebt in Winterthur und Bartenstein. Seine Werke hängen im Kunstmuseum Winterthur, in der Städtischen Galerie Wolfsburg und an vielen anderen renommierten Kunstorten.

Martin Schwarz hat sein Atelier im Schloss Bartenstein – sein Werk „Bücherblumen“ und die meisten der darin enthaltenen Objekte sind dort entstanden.

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Bücherblumen

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