Berühmte Kinderbuchautorinnen und ihre Heldinnen und Helden | BUCHSZENE

Warum veröffentliche Joanne Rowling „Harry Potter“ unter abgekürztem Vornamen? Wieso erkannte Bonnier nicht das Potential von „Pippi Langstrumpf“? Luise Berg-Ehlers‘ Buch über berühmte Kinderbuchautorinnen.

Luise Berg-Ehlers „Berühmte Kinderbuchautorinnen und ihre Heldinnen und Helden“

29. Januar 2018 | Tina Rausch

Berühmte Kinderbuchautorinnen und ihre Heldinnen und Helden

Luise Berg-Ehlers

Berühmte Kinderbuchautorinnen und ihre Heldinnen und Helden

ISBN 978-3-945543-27-6

150 Seiten | € 24,95

Elisabeth Sandmann

Warum veröffentlichte Joanne Rowling ihr Debüt unter abgekürztem Vornamen?

Männer schreiben für Jungen, Frauen schreiben für Mädchen: So lautete über Jahrhunderte hinweg ein ungeschriebenes Gesetz im Literaturbetrieb. Doch hat sich das wirklich geändert: Warum wohl hat 1997 die damals unbekannte Joanne Rowling ihr Debüt „Harry Potter und der Stein der Weisen“ unter abgekürzten Vornamen veröffentlicht? Aus demselben Grund, aus dem 1881 auf dem Cover der Indianergeschichte „Auf dem Kriegspfade“ der Name S. Wörishöffer prangte. Dass sich hinter dem „Karl May von Altona“ eine gewisse Sophie verbarg, also eine Frau Abenteuerromane für Knaben schrieb, wertet Luise Berg-Ehlers als „Zeichen literarischer Emanzipation“.

Unvergessliche Klassiker, deren Potential nicht erkannt wurde

Das sind zwei von vielen beeindruckenden Biografien in „Berühmte Kinderbuchautorinnen und ihre Heldinnen und Helden“: Unterteilt in fünf Kapitel – von kleinen und großen Mädchen über kleine Erwachsene, ungewöhnliche Abenteuer und fantastische Welten bis hin zu tierischen und anderen Lieblingen – stellt Luise Berg-Ehlers 27 internationale Autorinnen aus drei Jahrhunderten vor und erzählt, wie sie ihre unvergessenen Klassiker erfanden und in die Welt brachten. So lehnte der Verleger Bonnier Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ ab, weil ihm diese als Vater viel zu frech war. Eine (Fehl-)Entscheidung, über die er sich ähnlich geärgert haben dürfte wie Jahre später die englischen Verlage, die Harry Potters Potenzial nicht erkannten.

Mit Fotos aus Verfilmungen und Illustrationen von Cornelia Funke

Neben Porträts der Autorinnen und den Originalcovern sind Fotos aus Verfilmungen zu sehen sowie Illustrationen von Cornelia Funke oder Tove Jansson, die ihre „Mumins“ selber zeichnete. Eine inspirierende Zeitreise, die garantiert ansteckt: So wie sich diese Frauen mit „Fünf Freunde“, „Black Beauty“, „Mary Poppins“, „Heidi“ und Co. einst in unsere Herzen schrieben, wird es ihnen auch bei den nächsten Generationen gelingen – egal ob Jungen oder Mädchen.

Luise Berg-Ehlers

Geboren und aufgewachsen in Norddeutschland, las Luise Berg-Ehlers schon als Schülerin gerne englischer Kriminalromane. Sie studierte Germanistik, Theologie, Theaterwissenschaft und Publizistik in Hamburg und Bochum und promovierte über Theodor Fontane. Als Autorin und Herausgeberin veröffentlichte sie zahlreiche Bücher und Aufsätze, darunter …


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