Ian McEwan: Am Strand. Film- und Buchtipp | BUCHSZENE

Was, wenn zwei sehr Verliebte in ihrer Hochzeitsnacht feststellen, dass sie nicht wissen, wie man diese verbringt? Die Verfilmung von Ian McEwans Roman „Am Strand“ ist so brillant wie seine Vorlage.

Ian McEwans Roman „Am Strand” wurde verfilmt – ein cineastisches Meisterwerk mit Saoirse Ronan

5. Juli 2018 | Tina Rausch

Am Strand - Ian McEwan

© Mariusz Hajd shutterstock- ID: 1013551354

Ihre Gefühle füreinander sind groß, aber sie haben keine sexuelle Erfahrung

Das Schwierigste am Heiraten ist die anschließende Nacht. Zumindest für Florence Ponting (Saoirse Ronan) und Edward Mayhew (Billy Howle), die 1962 am Strand von Chesil Beach im englischen Dorset ihre Flitterwochen verbringen möchten. Ihre Gefühle füreinander sind groß und aufrichtig, doch in einem Bereich tun sich beide schwer: Sie haben keine sexuelle Erfahrung – und vor allem keine Sprache dafür. Entsprechend unterschiedlich sind die Erwartungen des jungen Paars, der Helden von Ian McEwans fulminantem Roman „Am Strand“, an dieses einmalige Ereignis. Während Florences Angst immer deutlicher spürbar wird, wächst Edwards nervöse Vorfreude. Doch dann kommt alles anders als erwartet: Nur das Meer, der Himmel und der Strand werden Zeuge eines Streits, der Florence‘ und Edwards Leben für immer verändern wird …

„Am Strand“ war für den Man-Booker-Preis nominiert

Ian McEwans 2007 für den Man-Booker-Preis nominiertes Gesellschaftsporträt der Sechzigerjahre bildete die Vorlage für das Kinodebüt des britischen Theaterregisseurs Dominic Cooke – und der Schriftsteller höchstpersönlich verfasste das Drehbuch zu „Am Strand“. Am Tag des Kinostarts wurde Ian McEwan 70 Jahre alt. Für Hauptdarstellerin Saoirse Ronan war es bereits die zweite Zusammenarbeit mit Ian McEwan: Als Briony Tallis in „Abbitte“ erhielt sie 2008 eine Oscar-Nominierung. „Ich würde gern alle zehn Jahre in einer von ihm geschriebenen Geschichte mitspielen!“, schwärmt die Irin. „Ian ist jemand, der Frauen unglaublich geschickt aus einer vielseitigen Perspektive beschreibt.“