Das Waschverhalten von Kindern und Jugendlichen – Studie!
Das Waschverhalten nicht geschlechtsreifer Großstädter sowie der Landbevölkerung ist mir eine wissenschaftliche Untersuchung wert. Die Studie umfasst drei Teilnehmer: Elsa, 14 Jahre; Isabella, 12 Jahre und Leonhard, 10 Jahre. Insgesamt wurden von mir in diese Studie aus privaten Mitteln rund 193.487,52 Euro investiert. Dies in erster Linie für den Unterhalt der Probanden. Diese Zahl ist eine Schätzung, die auf Berechnungen des Statistischen Bundesamts basiert, wonach es ca. 130.000 Euro kostet, ein Kind bis zum 18. Lebensjahr großzuziehen. Ich würde nun vermuten, dass meine Untersuchungsobjekte mehr Geld gekostet haben, aber dies ist nicht Gegenstand der Studie. Und Vermutungen graubärtiger Väter mit erhöhtem BMI sind wissenschaftlich ohnehin zu nichts zu gebrauchen. Zu den Fakten.
Kinder und Waschen – Millionen Eltern stellen sich dieselben drei Fragen
Diese wissenschaftliche Untersuchung zum Waschverhalten von Kindern und Jugendlichen ist von Interesse. Wer das Internet aufschlägt, stößt auf Millionen hilfloser Eltern, die sich vor allem drei Fragen stellen:
1. Warum wäscht sich mein Kind nicht?
2. Warum duscht mein Kind stundenlang und verwandelt unser Badezimmer in ein Dampfband?
3. Wer soll das bezahlen?
4. Wo liegt beim Waschen herkömmlicher Kinder das ideale arithmetische Mittel?
Oh, das waren jetzt vier Fragen. Umso dringlicher muss nach Antworten gefahndet werden. Lassen Sie uns zunächst die Vergangenheit analysieren.
Es gibt viele Methoden, wie man ein Kind nicht die Wanne kriegt
Als Elsa ein Baby war, wollte sie auf keinen Fall in die Badewanne. Man konnte ihr gut zureden, man konnte ihr das Wasser kalt machen, heiß oder lauwarm, man konnte duftendes Schaumbad hineingießen oder lustige Brausetabletten hineinwerfen, die das Wasser blutrot färbten, man konnte Qietschenten, Taucherbrillen, Playmobilfiguren und sogar Plüschtiere mit in die Badewanne setzen – alles vergeblich. Sogar fröhliche, abwaschbare Plastikbücher konnten unsere kleine Tochter nicht in die Wanne locken. Elsa wusch sich einfach nicht gerne. (Wobei man sagen muss, dass die Plots von Badewannenbüchern von ihrer Kargheit her eher an literarische Wüsten erinnern.)
Im Alter von 11 Jahren wandelt sich das Waschverhalten – Stichwort Hammam
Dieser Zustand der Waschverweigerung hielt sich bis etwa ins Alter von 11 Jahren. Übergangslos wechselte Elsa hierauf ins tägliche Duschen. Fortan verwandelte unsere Tochter das elterliche Bad in ein Hammam. Angesichts des Wasserverbrauchs fürchtete ich kurzzeitig um unsere Existenz und bemühte mich darum, bei den örtlichen Wasserwerken einen Mengenrabatt herauszuschlagen. Es gelang mir nicht. Begründung: Unser Wasserverbrauch sei für eine fünfköpfige Familie genau genommen gering.
Vom Müfteln wechselt das Kind nahtlos in einen anderen gefährlichen Zustand
Bestand in den Jahren 0 bis 11 nach Elsas Geburt die Gefahr des Müftelns, lebten wir nun regelmäßig und zunehmend unter der Furcht, in Elsas Beisein einen Parfum-, Haarspray- oder Körperlotions-Schock zu erleiden. Duft kann tödlich sein.
Für den Chat bitte einloggen