Dieses Konsequent-Sein im Leben verdirbt einem den ganzen Spaß. Da kommt kürzlich der amerikanische Präsident in unser schönes Land – und eigentlich müssten wir uns aufregen. Weil der Präsident ja nur kommt, weil er unserer Kanzlerin ein Freihandelsabkommen namens TTIP aufschwatzen will, das für uns nicht ohne Gefahr ist: Vieles spricht dafür, dass es uns die Gentechnik bringen wird und Fracking und Gerichtshöfe, die sich nicht an unser Recht halten, um nur drei Beispiele zu nennen.
Wir müssten uns also eigentlich dem amerikanischen Präsidenten entgegenstellen und ihm sagen, dass er ein Tunichtgut ist, ein Schlawack, ein Spitzbub! Dass er uns mit seiner Gentechnik gestohlen bleiben kann. Dass wir auf sein Fracking pfeifen, weil es uns Erdbeben bringt. Dass wir wollen, dass bei uns das Bundesverfassungsgericht entscheidet und nicht irgendwelche heimlichen Schiedsgerichte in New York oder sonstwo, die undurchsichtige Urteile gegen unseren Staat fällen, deren Strafgelder wir als Bürger dann zu bezahlen haben. Das alles wollen wir doch nicht!
Schleich dich, hätten wir dem Präsidenten also zurufen müssen, weil so sagt man das in Bayern. Und in Bayern war er ja auch zu Besuch. Aber genau hierin liegt das Problem, Zefix: Dass dieser Gentechnik-Präsident ausgerechnet nach Bayern kam. Warum hat ihn die Frau Kanzlerin nicht nach Sachsen-Anhalt eingeladen? Oder nach Wuppertal? Warum ausgerechnet zu uns, in meine direkte Nachbarschaft, Luftlinie circa 27 Kilometer?
Ich verrate es Ihnen. Das war ein perfider Plan. Denn was macht der feine Herr Obama, kaum ist er da und bevor er der Frau Merkel irgendeinen Weißwurscht-Senf über Freihandel und Klima und Fracking auf die Brezn schmiert? Er setzt sich an einen Tisch in unserer Märchenkönig-Ludwig-Landschaft und trinkt mit dem Gemeinderat Kramer Alois und seiner Mutter Pauline ein Weißbier. Und er trinkt dieses Weißbier derart deutlich, dass ein jeder auf den Fotos, die jetzt um die Welt geschickt werden, sehen kann, dass dieses Weißbier von meiner Heimatbrauerei in Murnau fabriziert worden ist, Luftlinie circa 3 Kilometer.
Ja, was soll ich da jetzt tun? Soll ich mich jetzt aufregen über diesen vermaledeiten Fracking-TTIP-Präsidenten? Soll ich sagen: Hände weg von unserem Bier, weil wenn du noch öfter kommst, dann gilt am Ende unser jahrhundertealtes Reinheitsgebot nicht mehr, sondern dein saudummes Chlorhuhn-Reinheitsgebot; und am Ende muss jedes Bier, bevor es ins Glas gefüllt wird, verchlort werden, oder was? Ja, meinst du, Herr Obama, mein Lieber, dass das dann noch schmeckt, das Bier, mit Chlor drin?
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