Man liest, man schmunzelt, und manchmal lacht man sogar laut auf
Vermutlich gibt es derzeit auf der ganzen Welt nur eine Handvoll Schriftsteller, die das Humorhandwerk so beherrschen wie Jonas Jonasson. Die Leichtigkeit, mit der der Schwede Weltpolitik und gesellschaftliche Phänomene, zwischenmenschliche und religiöse Wahrheiten verdreht und dadurch Witz entstehen lässt, ist einzigartig. Auch sein neuestes Werk „Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind“ wird getragen von köstlich verrückten Einfällen und von einem Tonfall, dessen Heiterkeit unwiderstehlich ist. Und so geschieht bei der Lektüre dieses neuen Buchs zunächst auch, was man schon von der Lektüre des „Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ kennt: Man liest und schmunzelt, und manchmal lacht man sogar laut auf.Hauptzweck der Firma: Reichtümer anhäufen und Spaß haben
Dieses Mal erzählt Jonasson die Geschichte eines Mörders, der auf Betreiben einer arbeitslosen, vom Glauben ab- und der Lüge zugefallenen Pastorin und eines Hotelportiers eine Körperverletzungsagentur gründet. Hauptzweck der Firma ist es, Reichtümer anzuhäufen und in Saus und Braus zu leben. Zunächst läuft alles prima: Mörder Anders vermöbelt im Auftrag zahlungskräftiger Kundschaft alle möglichen Leute und das Trio kassiert gehörig ab.Doch dann findet der Mörder zur Bibel und zu Jesus – eine Katastrophe!
Doch eines Tages stellt sich der Körperverletzer die Sinnfrage, findet zu Jesus und zur Bibellektüre und das Unvermeidliche geschieht: Mörder Anders mag kein Bösewicht mehr sein. Die Krise ist da. Und die geldgierige Pfarrerin und der Hotelportier, der mit ihr zwischenzeitlich eine Liebesbeziehung eingegangen ist, haben ein Problem.Köstliche Seitenhiebe auf die schwedische Gesellschaft und Politik
Wie die Story ausgeht, sei hier nicht verraten. Nur so viel: Jonasson schlachtet mit großem Sinn für schönsten Literaturquatsch allerlei Bibelstellen aus. Verdreht sämtlichen Evangelisten das Wort im Mund. Und schickt seine Helden auf groteske Jagden, Fluchten, verstrickt sie in Lügen, kredenzt absurde Dialoge und Beischlafszenen und brät nebenbei der schwedischen Politik immer wieder mal gekonnt eins über: „In Schweden geht man nämlich davon aus, dass jeder, der mehr als zehntausend Kronen bar auf der Kralle hat, entweder ein Verbrecher ist oder Steuern hinterzogen hat, oder gleich beides.“ Oder an anderer Stelle: „In einem Land, in dem es 200 Jahre keinen Krieg gegeben hat, hatte man jede Menge Zeit, so gut wie alles zu reglementieren, was friedlicher Natur war.“Das Trio kauft eine Kirche und landet damit in einer Sackgasse
Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind
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