Jörg Steinleitner: Herr Klüpfel, Herr Kobr, die Kluftinger-Krimis haben Sie zu Stars der Literaturszene gemacht. Wie glücklich macht Erfolg?
Volker Klüpfel: Hm, dafür gibt es ja noch keine gültige Mess-Skala. In Punkten würde ich sagen: neun. (Zum Vergleich: Spülmaschine-Ausräumen rangiert etwa bei 1,5, Essengehen mit einer schönen Frau bei 11).
Jörg Steinleitner: Von Musikbands kennt man das Problem: Nach einigen Jahren meint ein Mitglied, dass der ganze Erfolg eigentlich ihm allein zu verdanken ist, die Stimmung verdüstert sich, am Ende kracht’s. Ist bei Ihnen noch alles im Lot?
Michael Kobr: Na klar, jeder weiß ja, dass der Erfolg nur ihm zu verdanken ist. Und wir können uns auch nicht verkrachen, denn wir mochten uns noch nie.
Volker Klüpfel: Wir sind das Produkt eines Verlags-Castings, bei dem eine Autoren-Boygroup gesucht wurde.
Jörg Steinleitner: Die Gallagher-Brüder von Oasis reden angeblich nur noch auf der Bühne miteinander. Waren Sie für Ihr neues Hörbuch „Rauhnacht“ wirklich zusammen im Tonstudio oder kamen Sie in getrennten Flugzeugen und Limousinen?
Volker Klüpfel: Ich kam in meinem Flugzeug und meiner Limousine, Herr Kobr mit seinem Tretroller.
Jörg Steinleitner: Proben Sie Ihre Lesung, bevor Sie ins Studio gehen? Wo machen Sie das… bei Ihnen, Herr Kobr, an der Eckbank?
Michael Kobr: Nein, wir haben ein gemeinsames Büro im Keller, das ist mir auch lieber, als wenn der Volker in der Wohnung rumspringt. Wir proben ein bisschen und sind dann offen für alles, was passiert. Unsere Lesungen sind sozusagen ein „Work in Progress“.
Jörg Steinleitner: Wer einmal auf einer Ihrer Lesungen war, ist begeistert, weil sich Ihre Auftritte so gänzlich von gängigen Lesungen unterscheiden. Sind Sie vor dem Auftritt nervös?
Michael Kobr: Vor den ersten neuen Shows ist man schon angespannt. Wenn man aber 40, 50 mal mit dem gleichen Programm auf der Bühne gestanden ist, geht’s meistens. Und wir wissen inzwischen, dass wir uns auf unsere Spontaneität verlassen können. Irgendeinem fällt immer was ein, deswegen freuen wir uns auch, wenn Unvorhergesehenes passiert.
Jörg Steinleitner: Klufti ist ja (auch) nicht der nervenstärkste gibt’s da irgendwelche überraschenden Gemeinsamkeiten zwischen ihm und seinen Erfindern?
Volker Klüpfel: Sehr viele und zur Überraschung vieler Leser sind die wenig überraschend.
Jörg Steinleitner: Wenn Sie auf Lesereisen sind: Schlafen Sie da wie die Fußballer der Nationalmannschaft in einem Doppelzimmer? Falls ja: Wie darf man sich das vorstellen?/Falls nein: Wieso nicht?
Volker Klüpfel: Nein, das darf man sich nicht vorstellen.
Michael Kobr: Das will man sich nicht vorstellen.
Volker Klüpfel: Und überhaupt und nächste Frage!
Jörg Steinleitner: Sie, Herr Klüpfel, sind aus dem Allgäu weggezogen nach Augsburg. Hat sich dadurch an Ihrem gemeinsamen Schreiben etwas geändert?
Volker Klüpfel: Es erfordert ein wenig bessere Koordination. Ansonsten tut uns die räumliche Entfernung nur gut
Für den Chat bitte einloggen