„Man verschlingt dieses Buch.“ SternEs ist zum Verzweifeln: Elena Ferrantes neuer Roman, der durch die Enttarnung (oder vermeintliche Enttarnung des Pseudonyms) täglich ein noch größeres Publikum erreicht, wird durch sämtliche Feuilletons hindurch gefeiert. Die Zeit bejubelt „Meine geniale Freundin“ als „epochales literaturgeschichtliches Ereignis“. Le Monde findet, das Buch wirke wie eine Droge. Die Süddeutsche Zeitung attestiert der Geschichte einen „bestechenden, rasanten Rhythmus“ und so weiter und so fort. Warum finde ich dies nun zum Verzweifeln? Weil mich die Lektüre nicht ganz so euphorisiert hat wie ich dies in den Zeitungen lese und ich dies schade finde.
„Das beste Porträt einer Frauenfreundschaft.“ New York TimesZweifellos räume ich ein, was etwa Die Zeit schreibt, nämlich dass hier europäische Geschichte im großen Stil als weibliche Geschichte erzählt wird. Auch stimme ich zu, dass Elena Ferrante, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung es formuliert, eine elegante, schwerelose Sprache beherrscht und den Stoff jederzeit im Griff hat. Aber richtig gepackt hat mich dieser Roman trotzdem nicht. Der Alltag der beiden Mädchen, die zu Frauen heranreifen, wird zwar sehr genau beschrieben, aber trotzdem trägt mich dies – nach alle den Lobeshymnen – nicht mit der erwarteten Schwerelosigkeit durch den Roman.
„Ich empfinde Elena Ferrante gegenüber tiefste Dankbarkeit.“ Jonathan Franzen
Meine geniale Freundin − Kindheit und frühe Jugend
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