Frau Wego, für Ihren Debütroman „Katerina – Schatten der Vergangenheit“ haben Sie sich etwas ziemlich Ungewöhnliches ausgedacht: Sie geben dem Leser die Möglichkeit, den Protagonisten Ihrer Handlung selbst mitzugestalten. Wie funktioniert das?
Das Ganze funktioniert so, dass ich dem Leser kaum Informationen über den Protagonisten des Romans gebe. Da die Geschichte vom Ich-Erzähler wiedergegeben wird, gelingt das ganz gut. Somit bestimmt der Leser – bewusst oder unbewusst – Aussehen und Geschlecht der Hauptperson. Auch als Autor ist es unglaublich interessant, in den Rezensionen dann von „ihm“ oder „ihr“ zu lesen.
Warum haben Sie sich für diesen Kunstgriff entschieden?
Wenn ich eine Idee habe, muss ich sie umsetzen. Vor allem, wenn ich der Meinung bin, dass etwas in der Form noch nicht existiert. So zumindest hat es angefangen. Als ich beim Schreiben jedoch merkte, wie viel Spaß es macht, sozusagen in der „First Person“-Sicht zu schreiben (ich beziehe mich hier ganz bewusst auf diese Art der Videospiele, denn besser könnte es nicht passen), konnte ich auf einmal nicht mehr aufhören und so entstand ein ganzes Buch um die geheimnisvolle Person die – so sagte eine Leserin sehr schön – man selbst ist. Zumindest immer ein Teil von einem, und das zwangsläufig.
Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Während meiner Ausbildung – ich bin gelernte Bürokauffrau – hatte ich viel Zeit nachzudenken. Mein Job hielt nicht viel Spannung und Vielseitigkeit für mich bereit und so sammelten sich nach und nach Ideen, die ich auf kleinen Zetteln niederschrieb und aus denen irgendwann eine ganze Geschichte wurde. Auch die Eigenschaften der Charaktere und diese Besonderheit in meiner Erzählweise fielen mir irgendwann ein und wurden auf diese Weise festgehalten. All diese Dinge kamen ursprünglich nur zusammen, weil ich mir überlegte, was für mich persönlich einen guten Roman ausmacht und was ich gern lesen würde. Erst auf Grund dieser Überlegung fiel mir diese Gestaltungsmöglichkeit ein.
Ich war sofort begeistert, hatte jedoch zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung, dass ich wirklich einen Roman daraus fertigen würde. Auch wenn die Leidenschaft zum Schreiben schon immer in mir brannte.
Spielen Sie selbst Videogames?
Dafür habe ich meistens keine Zeit. Aber wenn doch, dann immer noch am liebsten die alten Spiele auf dem Super Nintendo, die meine Kindheit prägten.
Sie erzählen von einem Helden, der das Rätsel seiner Herkunft aufzuklären versucht. Denn seine Mutter hat ihm auf dem Sterbebett gestanden, dass er nicht ihr Sohn ist, sondern von ihr entführt wurde. Der von dem Helden beauftragte Privatdetektiv stößt bei seiner Suche auf einen geheimnisvollen Schlüssel. Was hat es mit diesem Schlüssel auf sich?
Wozu der Schlüssel gehört, weiß unser Protagonist zu Anfang auch nicht. Wenn Sie es also herausfinden wollen, müssen Sie das Buch lesen, denn ich werde hier nichts vorwegnehmen …
Die abenteuerliche Reise auf den Spuren seiner wahren Identität führt Ihren Protagonisten auch nach Russland und Frankreich. Haben Sie selbst eine persönliche Verbindung zu diesen beiden Ländern? Waren Sie schon einmal dort, um zu recherchieren?
Meine Recherchen fanden leider ausschließlich im Internet statt. Ich war in beiden Ländern noch nicht, auch wenn ich es eines Tages sicher nachholen werde. Der Protagonist ist auch selten längere Zeit an einem Ort, sonst wäre das sicher sinnvoll gewesen. Die Spuren seiner Mutter Katerina führen allerdings auch durch Italien und die USA. Das wäre vermutlich eine teure Recherchereise gewesen, die ich jedoch gern unternommen hätte.
Gerät Ihr Held auch in gefährliche Situationen? Wird er selbst kriminell?
Viel mehr, als ihm lieb ist! Die Suche ist nicht gerade leicht und birgt zahlreiche Gefahren, auch für seinen Begleiter, wobei die Umstände, die die Ermittlungen erschweren, einem irgendwann an die Psyche gehen. Um Katerina zu finden oder Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die ihm die Suche erschweren, wird er zwangsläufig selbst kriminell. Es beginnt mit Kavaliersdelikten und steigert sich proportional zu der Schwierigkeit, an das Ziel seiner Suche zu kommen.
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