Louise Jensen: Ihr letztes Date. Rezension | BUCHSZENE

Am Morgen nach dem Date hat sie Kopfschmerzen und Verletzungen an den Handgelenken. Sie erkennt sich selbst nicht mehr und fühlt sich beobachtet. Louise Jensens Thriller „Ihr letztes Date“ im Buchtipp!

In ihrem Psychothriller „Ihr letztes Date“ entfaltet Louise Jensen ein raffiniertes Spiel mit der Wahrnehmung

4. November 2019 | Tim Pfanner

Titelbild Ihr letztes Date

© Vika Hova shutterstock-ID: 535795519

Alison hat das furchtbare Gefühl, beobachtet zu werden

Irgendetwas stimmt nicht. Das ist Alison sofort klar, als sie aus bleiernem, wirrem Schlaf erwacht. Im Zimmer riecht es sauer. „Es ist ein Geruch, den ich nicht genau bestimmen kann, und zuerst frage ich mich, ob jemand bei mir im Bett liegt. Ich habe das furchtbare Gefühl, beobachtet zu werden, und zwar nicht auf die liebevolle Art, wie Matt es immer tat.“

Sie wollte sich nicht mit dem Mann von der Dating-App treffen

Allmählich dämmert Alison, was ihr am Vorabend passiert ist. Sie hatte ein Date, obwohl sie noch immer hofft, dass die Ehe mit Matt nicht vorbei ist. Das Date war aus der Anmeldung bei der App entstanden, zu der sie ihre Freundinnen überredet hatten. Es war ein Rendezvous mit einem Mann, der in seinem Profil angab, Braten, Hunde und Angeln zu lieben. Alison fand, das hörte sich normal an, irgendwie sicher.

Nach dem Date erkennt Alison ihr eigenes Spiegelbild nicht wieder

Doch jetzt liegt sie im Bett und hat furchtbare Kopfschmerzen. Wo ist ihr Auto? Warum spürt sie eine Prellung, wenn sie mit den Fingern an ihren Hals drückt? Woher kommt die Beule an ihrem Kopf? Und was ist das: Sie hat Blut an den Händen. Außerdem hat sie Verletzungen an den Unterarmen, die so aussehen, als hätte sie jemand gewaltsam festgehalten. Was ist passiert? Alison kann sich nicht erinnern. Aber noch größer ist der Schock, als sie ihr Spiegelbild sieht: Alison erkennt ihr eigenes Spiegelbild nicht mehr.

Jemand klingelt, sie öffnet nicht, doch der Jemand hat einen Schlüssel

Dann klingelt es an der Tür. „Ich breche in Schweiß aus und habe wahnsinnige Angst. Es ist definitiv ein Mann. Kurz glaube ich, dass er gegangen ist. Die Zeit vergeht furchtbar langsam, und dann höre ich ein Klimpern. Das Geräusch eines Schlüssels, der ins Schlüsselloch gesteckt wird.“ Alison flieht vor ihm, rennt in die Küche, greift sich ein Messer.

Was ist in jener Nacht mit ihrer Wahrnehmung passiert?

„Ali?“, fragt der Mann. „Ben!“, antwortet Alison. Sie erkennt den Klang der Stimme ihres Bruders. Aber weshalb erinnert sie sich nicht an sein Gesicht? In der Folge stellt Alison fest, dass sie auch die Gesichter der anderen Familienmitglieder nicht mehr erkennt, und auch nicht die ihrer Freundinnen und Freunde. Etwas muss in der Nacht ihres Dates geschehen sein, dass ihre Wahrnehmung unter Schock gesetzt hat. Aber was? Und weshalb? Schritt für Schritt versucht Alison herauszufinden, was passiert ist. Ihr ständiger Begleiter dabei ist die Angst. Denn ein Gefühl wird sie nicht los: Es scheint jemanden zu geben, der sie beobachtet.

Louise Jensens „Ihr letztes Date“ ist ein spannender Psychothriller

Louise Jensen erzählt Alisons Geschichte mit einer klaren, eingängigen Sprache. Die Erlebnisse der Protagonistin wirken real, weshalb man sich der Spirale der Angst, in die einen dieser sauber gearbeitete Psychothriller Satz für Satz zieht, nicht entziehen kann. Am Ende von „Ihr letztes Date“ wartet eine Auflösung, mit der man so nicht gerechnet hat.

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