Buchkritik: „Hope Street“ von Campino – Rezension | BUCHSZENE.DE

Er ist der Frontman der Toten Hosen. Was viele nicht wissen: Campino ist auch ein passionierter Fan des Liverpool FC. In seinem Buch „Hope Street“ erzählt er von beidem – und von seinem aufregenden Leben.

Campino gewährt in „Hope Street“ Einblicke in seine privaten Leidenschaften

7. Januar 2021 | Stephanie Pointner

Campino

Hope Street

ISBN 978-3-49207050-8

356 Seiten | € 22,00

Piper
Bestseller-Button Sachbuch

Romantik (1/5)

Komik (3/5)

Weisheit (4/5)

Gänsehaut (4/5)

Unterhaltung (5/5)

Campinos große Leidenschaft ist der Liverpool FC

Andreas Frege, vielen besser bekannt als Campino von den Toten Hosen, ermöglicht seinen Fans mit „Hope Street“ einen kleinen Einblick in seine Familiengeschichte, die Liebe zu England, den Punk und vor allem seine große Leidenschaft: den Liverpool FC. Wieso ist ausgerechnet ein Düsseldorfer einer der größten Liverpool-Fans? Wieso reist Campino regelmäßig nach England, um Spiele in der Anfield Road zu besuchen. Campino beantwortet diese Fragen, in dem er tiefe Einblicke in seine Familiengeschichte gewährt: Als Sohn einer Engländerin und eines Deutschen entdeckte er schon früh seine Sehnsucht nach England. Die Verwandtenbesuche und Urlaube dort genoss er in vollen Zügen. Und hier wurde auch seine Begeisterung für die Reds geboren.

Titelbild Hope Street

© Alexander Mak shutterstock-ID 94011151

Einblicke in Campinos Kindheit und gegenwärtiges Familienleben

Besonders jene Kapitel über Campinos Eltern, die sich kurz nach Kriegsende kennen und lieben lernten, und die fehlende gesellschaftliche Akzeptanz für diese Verbindung, hat mich berührt. Aufgrund der großen Verwandtschaft in England und der fünf Geschwister war bei Familie Frege allerlei los. Campino erzählt viele lustige Anekdoten aus seiner Kindheit und verrät, was ihn nachhaltig prägte. Außerdem lässt er die Leser auch an einem gegenwärtigen Familienleben teilhaben und gewährt Blicke hinter die Kulissen des Tourlebens mit den Toten Hosen. Der Großteil des Buches dreht sich allerdings um den englischen Meisterverein und Fußball. Campino erinnert sich an bedeutende Spiele, Titelgewinne und an legendäre Stadionbesuche. Erschreckend fand ich die Beschreibungen der Tragödie im Heysel Stadion. Der Autor erklärt sehr anschaulich, wie diese furchtbare Massenpanik mit zahlreichen Todesopfern seine Liebe zum Fußball nachhaltig beeinflusst hat.

Anekdoten über Stadionbesuche – seine Fußballleidenschaft ist ansteckend

Campino reist regelmäßig zu Spielen des Liverpool FC. Wenn dies aus zeitlichen Gründen nicht klappt, passt er dennoch seinen gesamten Tagesablauf an den Spielplan an. Er verfolgt jedes Spiel zumindest per Livestream. Dies mag manch einem übertrieben vorkommen, aber Campinos Leidenschaft für die Reds ist auf jeder Seite spürbar und sie steckt einen beim Lesen stellenweise sogar an. Gerade die Geschichten von den Heimspielen an der Anfield Road sind unterhaltsam und lesenswert. Campino schreibt sie sehr ehrlich und locker.

Campinos „Hope Street“ ist ein Buch nicht nur für Fußballfans

Alles in allem ermöglicht „Hope Street“ in erster Linie Einblicke in den Fußball des englischen Meisters. Dennoch gibt es auch einzelne, sehr private Einblicke in Campinos Kindheit, Jugend und Erwachsenenleben sowie den Bandalltag. Besonders unterhaltsam sind die Beschreibungen rund um das Lied „Bayern“ und die Provokation durch die Band gegenüber meiner großen Leidenschaft: dem FC Bayern München. Dies beschreibt Campino so herrlich ehrlich und liebenswürdig, dass man es ihm einfach nicht böse nehmen kann. Dennoch werden Tragödien (wie im Heysel Stadion oder beim 1000. Konzert der Toten Hosen) mit dem nötigen Respekt erzählt. „Hope Street“ ist eine tolle Lektüre für Fußballfans, aber auch für Anhänger der Toten Hosen.

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