
Geniale Geheimdienst-Fantasy: Elly Conways „Argylle“
Endlich kommt diese neue, vielversprechende Franchise von actiongeladener Geheimdienst-Fantasy auch zu uns. Die extrem unterhaltsam verfasste Mischung aus James Bond, Kingsmen und Harry Potter (nicht schon wieder, aber doch) ist witzig, spannend, einfallsreich und charismatisch zugleich. Der sympathische, hochbegabte Protagonist mit seiner besonderen, eher düsteren Vergangenheit lässt sich auf das Abenteuer Geheimdienstschule ein, um dann eben doch seinen Teil zur (wiederkehrenden) Weltrettung beizutragen.
Ich habe mich herrlich amüsiert und hoffe auf weitere Folgen
Obwohl das erzählerische Grundgerüst nicht komplett neu ist, ist die Autorin Elly Conway eine neue, frische Mixtur mit Suchtfaktor gelungen, die sich vor den ähnlichen Serien nicht verstecken muss. Der Fantasyroman ist beinahe sogar für jugendliche Leser*innen empfehlenswert, allerdings sind einige Gewaltschilderungen für zartere Gemüter möglicherweise zu drastisch, auch wenn sie nie reißerisch, sondern im Kontext der Geschichte völlig passend sind. Und das Bernsteinzimmer ist eben immer noch ein derart grandioses Mysterium, dass jede Geschichte darüber fasziniert. Ich habe mich herrlich amüsiert und hoffe auf weitere Folgen.
Intelligente, unterhaltende Fantasy: Daniel Suarez‘ „Critical Mass“
Der Autor David Suarez ist (eigentlich) eher im Thriller-Genre zuhause, hier beweist er allerdings, dass er auch phantastische Themen beherrscht, mit einem hohen Maß an gut recherchiertem, faktischem Input. Vor einigen Jahren lieferte Suarez mit „DELTA-V“ einen spannenden, cleveren und komplexen Space-Thriller ab, der durchaus in der Liga vom „Marsianer“ einzuordnen war. Nun erzählt er die Geschichte weiter und holt mit „Critical Mass“ die Fans des anderen Titels ab, lässt aber durch geschickte Einführungen auch neue Leser*innen die Abenteuer seiner Weltraumreisenden verfolgen.
Der Asteroid stellt ein gewaltiges Problem dar
Die auf die Erde zurückgekehrte Crew ist mit dem Asteroiden, den sie trotz aller Widrigkeiten erreicht und „beackert“ hatten, noch nicht fertig. Nicht nur, dass Freund*innen und Kolleg*innen oben geblieben sind, auch wie es mit seiner Bewirtschaftung weiter gehen soll, muss geklärt und erledigt werden. Und hier zeigt David Suarez sein Können, weil ein so gewaltiges Projekt und Problem nie eine einfache Lösung hat, sondern immer viele Parteien, Überlegungen und Anstrengungen mit sich bringt.
„Critical Mass“ ist ein ganz besonderer Fantasyroman
Spannend ist es allemal, wie sich die Handlung fortspinnt, aber es ist auch Gesellschaftskritik und Zukunftsschau, deren Lektüre nachdenklich macht, so realistisch und zugleich visionär sind seine Szenarien. Insgesamt bietet „Critical Mass“ intelligente Unterhaltung, die auch noch zum Umdenken anregt – das ist etwas ganz Besonderes.
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