Abigail Tuckers „Der Tiger in der guten Stube“. Buchtipp | BUCHSZENE

Kann man Katzen nicht mögen? Abigail Tucker findet nein – und schrieb das Buch „Der Tiger in der guten Stube“. Darin lüftet sie die letzten Geheimnisse der Katzen, etwa wie sie die Welt eroberten.

Abigail Tuckers „Der Tiger in der guten Stube“

6. Dezember 2017 | Annika von Schnabel

Der Tiger in der guten Stube - Abigail Tucker

Der Tiger in der guten Stube

ISBN 978-3-8062-3648-4

304 Seiten | € 19,95

Theiss

Karl Lagerfelds Choupette hat einen Koch und zwei Dienstmädchen

Kann man eigentlich Katzen nicht mögen? Sie samtpfotigen Tiere sind jedenfalls mit Abstand unsere liebsten Haustiere. Was wir uns beim Kraulen ihres weichen Fells oftmals nicht bewusst machen: Im Laufe ihrer gemeinsamen Geschichte mit uns wurden die Katzen zu einer der erfolgreichsten Tierarten auf diesem Planeten. 600 Millionen Katzen gibt es weltweit, Tendenz steigend. Allein in Australien gibt es 18 Millionen Katzen, die wild leben und frei umherstreunern.

Manche Katzen sind Internetstars, berühmter als Hollywood-Beauties

Längst herrschen die Katzen der Welt über Hinterhöfe, ferne antarktische Inseln und natürlich unsere Wohnzimmer. Einige wurden sogar berühmt – wie Karl Lagerfelds Choupette, die einen eigenen Koch hat und zwei Dienstmädchen, die sich um sie kümmern. Choupette betätigt sich als Model, zudem ist sie ein Internetstar, der höhere Klickzahlen erreicht als so manche Hollywood-Größe.

Abigail Tucker besuchte Züchter, Umweltaktivisten und Wissenschaftler

Aber wie ist es den Katzen gelungen, sich die Erde so sehr Untertan zu machen? Anders als Hunde haben sie für uns keinen praktischen Nutzen. Sie sind erbärmliche Rattenjäger, zum Mäusefangen oftmals zu bequem und gleichzeitig stellen sie eine Bedrohung für viele Ökosysteme dar. Sie polarisieren, wo auch immer sie aufkreuzen: In einigen Bundesstaaten der USA ermöglichen „Haustierstiftungen“, dass Hauskatzen rechtmäßige Erben von Millionen Dollar werden. Andernorts werden im Freien lebende Katzen als „Schädlinge“ eingestuft oder als Mittel schwarzer Magie angesehen. An der Tatsache, dass wir sie lieben, ändert dies nichts.

Nach der Lektüre werden sie Ihre Katze mit anderen Augen sehen

Um die schnurrbärtigen Hausfreunde besser zu verstehen, begab sich Abigail Tucker für dieses Buch auf eine große Reise. Sie besuchte Züchter, Umweltaktivisten und Wissenschaftler und fragte sie nach ihrem Leben und ihren Erfahrungen mit Katzen. Das Ergebnis ist ein unterhaltsames und kenntnisreiches Buch. Und eines ist gewiss: Nach der Lektüre werden Sie unsere pelzigen Begleiter mit anderen Augen sehen. Vielleicht sogar sich selbst!


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