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Dr. Libby, in Ihrem Buch „Stoffwechsel-Geheimnis“ raten Sie von Diäten ab und ermuntern dazu, mit dem Kalorienzählen aufzuhören. Was ist so schlecht am Kalorienzählen? Wenn man sich auf das Abnehmen konzentriert, dann geht es für viele um Entzug – Entzug von allem, was man plötzlich nicht mehr essen darf. Das hält niemand durch. Gesundheit bedeutet, seine Aufmerksamkeit auf das zu richten, was man essen darf. Wenn Sie sich also anstatt Kalorien zu zählen, Ihrem Körper zuwenden, indem sie vollwertige Nahrung, wertvolle Fette und reichlich Gemüse zu sich nehmen, verbessert sich nicht nur rapide Ihr allgemeines Wohlbefinden, sondern Sie fühlen sich auch zufrieden. Es verändert Ihre Einstellung zur Ernährung vollkommen. Oftmals nehmen Sie mehr Kalorien zu sich als vorher, bauen aber trotzdem Gewicht ab, häufig sogar zum ersten Mal nach Jahren. Bewusster Essen hat viel mit Motivation zu tun. Wie können wir uns motivieren? Vielleicht stimmt das mit der Motivation gar nicht. Wichtiger als Motivation ist, glaube ich, dass wir die Verbindung zu uns selbst wiederfinden. Wir sollten anerkennen, wie wunderbar wir sind und uns selbst auch entsprechend behandeln. Wenn sich das für einige zu unspektakulär anhört, dann sollten wir uns stattdessen folgendes vorstellen: Wenn wir wüssten, wer wir wirklich sind, dann würden wir uns selbst bewundern und nicht halb so viele Dinge machen, die wir uns momentan antun. Es ist an der Zeit, bessere Entscheidungen zu unseren Gunsten treffen. Wir sind es wert. Was meinen Sie damit, wir sollen „bessere Entscheidungen zu unseren Gunsten treffen“? Zum Beispiel, dass wir naturbelassene, vollwertige Nahrung zu uns nehmen – dann weiß unser Körper, wann er essen soll und wann er aufhören muss. Sobald wir industriell verarbeitete Nahrung aufnehmen, die Weißzucker und künstlich hergestellte Substanzen enthält, verliert unser Körper diese Fähigkeit. Ziemlich oft essen wir aber nicht nur aus Hunger. Wenn wir uns darüber bewusst werden, welche Erwartungen wir an Nahrung stellen, dann können wir diese Erwartungen vielleicht auch mit anderen Dingen erfüllen. Nehmen wir uns dieser Dinge an, dann ist der Wunsch nach Übersättigung nicht mehr vorhanden. Kaffee lehnen Sie prinzipiell ab. Warum? Kaffee bewirkt, dass der Körper Adrenalin produziert, ein Stresshormon mit beträchtlichen Langzeitwirkungen, wenn große Mengen über einen langen Zeitraum ausgeschüttet werden. Man muss Kaffee ja nicht meiden, wenn man gerne Kaffee trinkt. Aber wenn wir Kaffee brauchen, um am Morgen erst richtig in Schwung zu kommen, dann ist es vielleicht an der Zeit, den Kaffeekonsum zu reduzieren und unsere Nebennieren das tun zu lassen, wozu sie bestimmt sind und gleich nebenbei unsere Stresshormonproduktion zu senken. Was genau passiert mit unserem Körper, wenn wir Kaffee trinken? Wie gesagt, Koffein veranlasst den Körper Adrenalin auszuschütten. Adrenalin ist unser Kurzzeit-Stresshormon und eines der wichtigsten Hormone, die mit dem Gefühl Angst verbunden sind. Viele Menschen putschen sich am Morgen mit Koffein auf und entspannen am Abend mit Alkohol. Wenn man in diesem Teufelskreis gefangen ist, dann sind Energie- und Vitalitätsverluste schon vorprogrammiert und auch die Fähigkeit des Körpers Fett zu verbrennen ist gestört. Sie schreiben „Sorgen machen dick“. Aber was, wenn man Sorgen hat und sie nicht loswird? Eine effektive Strategie, um Stress zu reduzieren oder ganz loszuwerden ist es zu überlegen, was den Stress in unserem Leben verursacht oder ob diese Stressreaktionen entstehen, weil wir uns unter Druck gesetzt fühlen und annehmen, etwas schnellstmöglich erledigen zu müssen. Das mag nicht immer so offensichtlich sein. Es gibt eindeutige Auslöser, wie zum Beispiel Abgabetermine im Beruf, finanzielle Probleme, Beziehungsprobleme usw. Es mag aber auch Situationen in unserem Leben geben, von denen wir nicht vermutet hätten, dass sie uns Stress verursachen, etwa unser täglicher Weg zur Arbeit oder Menschen in unserem Leben, die uns aufgrund unserer Persönlichkeit oder wie wir auf sie reagieren, in Stress versetzen.
Atmen Sie den Stress weg! Dr. Libby erklärt die Bauchatmung
https://www.facebook.com/buchszene/videos/1507226435974383/Wie können wir unseren Stress reduzieren? Einer der wichtigsten Ansatzpunkte hierfür ist die Atmung. Sie hat einen starken Einfluss auf unser Nervensystem. Besonders Bauchatmung reduziert die Ausschüttung von Stresshormonen schnell und effektiv. Könnten Sie das bitte noch genauer erklären? Gerne, denn es gibt wirklich nichts, was die Ausschüttung von Stresshormonen effektiver bremst als die Bauchatmung – lange, langsame Atemzüge, die das Zwerchfell an- und entspannen lassen. Damit geben wir jeder einzelnen Zelle zu verstehen, dass sich unser Körper in Sicherheit befindet. Die Bauchatmung bewirkt, dass wir ruhiger werden und unter der Aufsicht eines gut funktionierenden Nervensystems unser Körperfett effektiver verbrennen. Lachen ist übrigens auch ein weiteres wirkungsvolles und kostenloses Hilfsmittel – schließlich können nicht gleichzeitig dankbar und gestresst sein! Das schafft das menschliche Nervensystem nicht. Wir sollten versuchen unser Leben als ein Abenteuer zu betrachten, als eine Reise und ein Geschenk.
| Dr. Libbys Plädoyer für das Lachen ist so einfach wie überzeugend Eigentlich wissen wir es, aber viel zu selten halten wir uns daran: Eine der einfachsten Möglichkeiten, Stress abzubauen, ist es zu lachen. Lesen Sie Dr. Libbys sympathisches Plädoyer, das allen Frauen, die auch unter dem Rushing Woman Syndrom leiden, helfen wird! |
Ein wichtiger Bestandteil Ihrer Rushing-Woman-Forschung sind die weiblichen Hormone. Weshalb ist dieses Thema für unser Wohlbefinden so wichtig? Das Gleichgewicht der Sexualhormone Östrogen und Progesteron kann Einfluss darauf haben, ob wir Fett speichern oder verbrennen. Östrogen bewirkt, dass wir Fett ansetzen. Progesteron hingegen ist notwendig, um Fett zu verbrennen. Aus Sicht der Fortpflanzung ist Progesteron für die Einnistung der Frucht in die Gebärmutterschleimhaut verantwortlich. Östrogen ist für die Bildung der Schleimhaut zuständig. Aus biologischer Sicht hat Progesteron aber viele Funktionen. Es ist auch ein Anti-Angst-Mittel. Ja, und zudem ein Antidepressivum und Diuretikum, das für die Ausscheidung von überschüssiger Körperflüssigkeit zuständig ist. Progesteron ist notwendig, um Körperfett zu verbrennen. Unsere Nebennieren produzieren Progesteron, allerdings ist die Ausschüttung von Progesteron deutlich reduziert, wenn die Nebennieren anstatt von Progesteron Stresshormone bilden müssen. Das kann zur Folge haben, dass wir Gefühle von Traurigkeit und Angst entwickeln und unsere Kleidung zu eng wird. Was geschieht, wenn der Östrogenspiegel die Menge an ausgeschüttetem Progesteron übersteigt? Dann lagert sich Körperfett an. Deshalb ist es notwendig herauszufinden, weshalb weniger Progesteron produziert wird oder wie sich ein Östrogenüberschuss erklären lässt. Manche Menschen haben einen perfekten Progesteronspiegel, aber ihre Östrogenwerte sind einfach zu hoch, um mit dem Progesteron ein harmonisches Gleichgewicht zu bilden. Der Leber kommt eine Schlüsselrolle zu, wenn es um den Östrogenspiegel geht. Denn wenn der zu hoch ist, kann kein Körperfett verbrannt werden.


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