Prost auf die Erben – Chiemgauer Alpen Krimi | BUCHSZENE.DE

Eine Frau in High Heels und ein toter Baulöwe in der Badewanne. Zur Lösung seines zweiten Falls „Prost auf die Erben“ muss Friedrich Kalpensteins Hauptkommissar Tischler allen Scharfsinn aufwenden.

Friedrich Kalpensteins heiterer Krimi „Prost auf die Erben“ spielt in den Chiemgauer Alpen

24. März 2021 | Bernhard Berkmann

Prost auf die Erben

Halterlose Strümpfe und High Heels auf dem Damenrad

„Mit einem Hauch von Romantik glitt der schlanke Fuß in den halterlosen Strumpf mit dem breiten Volant aus Spitze, den die Blonde mit vorsichtigem Griff bis zum Oberschenkel nach oben zog.“ Mit diesem verlockenden Satz beginnt Friedrich Kalpensteins „Prost auf die Erben“, ein Kriminalroman, in dem Kommissar Tischler ermittelt. Wenig später sitzt Tereza mit ihren High Heels auf dem giftgrünen Damenrad und lupft beidhändig „unter schnellen Hüftbewegungen ihren Rock etwas höher, damit man die Spitzenbündchen ihrer Strümpfe“ wahrnehmen kann.

Der Bauunternehmer Ludwig Holzinger kommt nicht zum Frühstück

Tereza ist Tschechin und zudem als Hausdame angestellt in der Villa des erfolgreichen Bauunternehmers Ludwig Holzinger. Doch an diesem Tag ist etwas anders. Das spürt Tereza sofort, als sie die High Heels gegen die Sneakers aus dem Hauswirtschaftsraum getauscht und den Frühstückstisch für ihren Chef gedeckt hat: „Ludwig! Frühstück!“ Der Chef reagiert nicht auf ihr Rufen. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie ihn persönlich in den Wachzustand rütteln müsste. „Auch auf die Gefahr hin, dass sie ihn in einer heiklen Lage vorfinden würde. Etwa mit einer oder zwei Damen, die er spätnachts nicht nach Hause hatte schicken wollen. Da war er ganz Gentleman.“

Das Bett ist unberührt, dafür liegt im Bad eine Leiche

Allerdings stellt sich das Bett als unberührt aus. Dafür liegt im Bad eine Leiche. Und so tritt Constantin Tischler auf den Plan. Der Hauptkommissar und Dienststellenleiter von Brunngries in den Chiemgauer Alpen, hat sich erst kürzlich hier aufs Land versetzen lassen. Gemeinsam mit dem Kollegen, Polizeiobermeister Felix Fink, stellt er sich auf dem Weg zum Tatort eine ziemlich entscheidende Frage: „Sind wir jetzt schon zuständig, wenn die Leut’ im Bad ausrutschen?“

„Prost auf die Erben“ ist der zweite Band der Tischler-Serie

So kann man das nun auch nicht formulieren. Die Vermutung, der Holzinger Wickerl könnte sich beim Rasieren geschnitten haben und dabei verblutet sein, stellt sich bald als Holzweg heraus. Das, was zunächst wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich als Mord. Und Hauptkommissar Tischler gerät unter Druck. Denn natürlich kann ein Ferienort wie Brunngries diese Art von Publicity überhaupt nicht gebrauchen. Zumal das neu gebaute Chaletdorf kurz vor der Eröffnung steht. Nur, wer hat den Baulöwen umgebracht? Und … warum wundert sich keiner darüber? Bis diese Fragen hinreichend beantwortet sind, unterhält Friedrich Kalpenstein seine Leserinnen und Leser mit einer fein austarierten Mischung aus Lokalkolorit, bodenständigem Humor und krimineller Finesse. „Prost auf die Erben“ ist der zweite Band der Tischler-Serie und zudem ein Krimi, erfrischend wie ein Frühlingstag.


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