Teil 2: playing with eels, Berlin | BUCHSZENE.DE

Buchhandlungen, in denen die Entspannung schon beim Auswählen des Lesestoffs beginnt

Teil 2: playing with eels, Berlin

27. Mai 2016 | Tina Rausch

Wer seine Bücher en passant im Kaufhaus besorgt oder ausschließlich online ordert, verpasst das Beste: behagliche Zufluchten, in denen es unendlichen Nachschub an Lesestoff gibt, gemütliche Sessel, vorzüglichen Kaffee und feines Gebäck. Wir zeigen Ihnen, wo sich Buchhandlung und Café zu Sehnsuchtsorten verbinden.

Inhaber Playing with eelsplaying with eels beherbergt neben Buchhandlung und Café sogar eine Galerie samt Klavier. Der eigenwillige Name ist von einer Foto-Serie der Künstlerin Francesca Woodman inspiriert und steht für ein Konzept, das sich der Besitzerin Marina Reuscher (im Bild mit Partner Karsten Schnell) zufolge „vielleicht in der Verweigerung von schnellem Konsum beschreiben lässt“. So präsentiert die Kulturwissenschaftlerin und ausgebildete Fotografin in ihrer Buchhandlung statt Massenware eine handverlesene, intuitive Auswahl an Geisteswissenschaften, Kunst und Poesie, dazu einige Romane, Klassiker, Kinder- und Kochbücher.

Im Galerieraum sind Einzelausstellungen von Künstlern quer durch alle Genres zu sehen. Überall verteilt stehen ziselierte Tische, Stühle, gepolsterte Sessel und Sofas. Viele der von Marina Reuscher täglich im Laden frisch zubereiteten süßen und salzigen Leckereien aus naturbelassenen Zutaten in Bio-Qualität sind vegan, der Kaffee stammt von der kleinen Röststätte Berlin. Samstags gibt es einen opulenten rein veganen Brunch, und dreimal die Woche spielt ein Pianist live. Diese wundervolle Bücheroase im hektischen Berlin-Kreuzberg besticht mit einem weiteren Clou: Dienstag bis Freitag kann man hier bis 21 Uhr stöbern, sitzen, lesen – und samstags noch eine Stunde länger.

Urbanstr. 32, 10967 Berlin, Tel. 030 69807685, www.playingwitheels.de

Tina Rausch, Süddeutsche Zeitung, Wohlfühlen, 1 2016


Logo BUCHSZENE.DE