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Aufräumen ist doch eine sehr lästige Tätigkeit
Jetzt mal ganz ehrlich: Wenn man von einem Buch des Titels „Cleaning – Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ hört, dann möchte man doch entweder sofort wegrennen oder man möchte sich darüber lustig machen. Aufräumen ist doch eine sehr lästige Tätigkeit, mit der man sich nicht auch noch lesend beschäftigen möchte. Insofern ist es verständlich, dass ich mit reichlich Vorbehalten – und vermutlich mit einem dezent süffisanten Gesichtsausdruck – zu lesen begann.Täglich ein bisschen bringt nichts
Ich beobachte mich selbst beim Lesen nicht, aber ich gehe einmal davon aus, dass sich mein Gesichtsausdruck ziemlich schnell verändert hat. Denn ich hatte kaum 40 Seiten gelesen, da hielt es mich nicht mehr am Buch. Vielmehr öffnete ich die Türen meines Kleiderschranks. Bitte verlangen Sie nicht von mir, Ihnen zu beschreiben, was ich sah. Vorsichtig formuliert: Er ist sehr voll. Wie auch unser ganzes Haus – wir sind eine vierköpfige Familie – sehr voll ist. Wir bezeichnen uns selbst als „Sachenmenschen“, weil wir gerne viele Sachen um uns herum haben. Andere würden uns vermutlich als schlampig bezeichnen. Und wir belächeln Menschen, deren Wohnungen so aufgeräumt sind wie Arztpraxen. So sind wir nicht. Aber wir sind unordentlicher als wir es gerne wären. Das weiß ich schon lange, doch die Lektüre dieses Buchs hat meinen Blick für einige Dinge geschärft.Aufräum-Tipp 1: Macht mich dieser konkrete Gegenstand glücklich?
Erwarten Sie nun nicht, dass dieses Buch für Sie das Aufräumen neu erfindet oder es Ihnen abnimmt. Auf die Methoden, die Marie Kondo empfiehlt, können wir alle selbst kommen, den sie sind logisch: Nehmen Sie jeden einzelnen Gegenstand in die Hand und fragen Sie sich, ob er Sie glücklich macht. Wenn nicht, weg damit. Oder dass wir nicht die anderen Familienmitglieder als Ausrede dafür nutzen sollen, nicht selbst Hand anzulegen. Hier sagt Marie Kondo, dass wir zunächst einmal nur unsere eigenen Sachen aufräumen bzw. entsorgen sollen. Sie behauptet, dass dieses Vorbild früher oder später die anderen Familienmitglieder mitziehe.Aufräum-Tipp 2: Nicht andere zum Aufräumen zwingen, sondern selber anfangen
Darüber kann man nun lächeln. Tatsache aber ist, dass – nachdem ich meinen Kleiderschrank von etwa einem Drittel seines Inhalts befreit und unser unteres Bad von vielen halbvollen Lotionflaschen, Medikamenten und sonstigem altem Krimskrams befreit hatte – meine Frau plötzlich begann, das obere Bad auszumisten. Noch am selben Tag! Obwohl ich nichts gesagt hatte! Wenn man andere nicht zum Aufräumen zwingt, scheint sich tatsächlich eine Sogwirkung zu entwickeln.Aufräum-Tipp 3: Erstens: Dinge wegwerfen. Zweitens: den Aufenthaltsort bestimmen für Dinge, die nicht weggeworfen werden
Marie Kondo schlägt viele sinnvolle Regeln vor: Nicht häppchenweise aufräumen, sondern alles auf einen Schlag; damit man den Aufräumerfolg sieht und das Glück spürt, das er mit sich bringt. Erst wegwerfen, dann einen Aufenthaltsort bestimmen für das, was nicht weggeworfen werden soll. Jedes Ding braucht seinen festen Platz. Dort soll es immer wieder landen, wenn es gerade nicht verwendet wird. Wir sollen stets nach derselben Reihenfolge aufräumen: erst Kleider, dann Bücher, Schriftstücke, Kleinkram und ganz zuletzt Erinnerungsstücke.Geschenk an die jüngere Schwester – ein besonders perfider Trick
Magic Cleaning
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